IndustrieauftrÀge, Automobilindustrie

IndustrieauftrÀge steigen im September um 4,4 Prozent

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 08:03 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Deutschlands Industrie erhÀlt im September deutlich mehr Bestellungen als im Vormonat. Neben der Autoindustrie tragen Maschinenbau und stÀrkere InlandsauftrÀge zum Anstieg bei.

September bringt mehrere Industrieimpulse

  • Die AuftragseingĂ€nge fĂŒr InvestitionsgĂŒter stiegen im September um 5,3 Prozent.
  • Bei KonsumgĂŒtern verzeichnete Destatis ein Plus von 14,4 Prozent gegenĂŒber August.
  • Die InlandsauftrĂ€ge lagen 6,6 Prozent ĂŒber dem Vormonatswert.
Autoproduktion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

IndustrieauftrÀge steigen im September deutlich

Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland ist im September 2026 gegenĂŒber August saison- und kalenderbereinigt um 4,4 Prozent gestiegen. Ohne GroßauftrĂ€ge lag das Plus bei 5,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach vorlĂ€ufigen Angaben mitteilte.

Quartalsvergleich zeigt nur leichtes Plus

Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich lag der Auftragseingang im dritten Quartal 2026 insgesamt um 0,2 Prozent ĂŒber dem zweiten Quartal. Ohne GroßauftrĂ€ge betrug der Zuwachs 0,1 Prozent.

FĂŒr August revidierten die Statistiker den RĂŒckgang gegenĂŒber Juli auf 10,1 Prozent. Zuvor war ein Minus von 10,6 Prozent ausgewiesen worden.

Autoindustrie prÀgt die Entwicklung

Die Automobilindustrie verzeichnete im September ein Plus von 10,5 Prozent gegenĂŒber dem Vormonat. In den beiden Monaten zuvor hatten Produktionsumstellungen und Werksferien die AuftragseingĂ€nge und die Produktion auf niedrigem Niveau gehalten.

Auch der Maschinenbau entwickelte sich positiv: Dort stiegen die AuftragseingĂ€nge um 8,3 Prozent. Zu dem Zuwachs trug ein Großauftrag fĂŒr die Herstellung von Maschinenverbrennungsmotoren und Turbinen bei.

Sonstiger Fahrzeugbau verliert AuftrÀge

Im sonstigen Fahrzeugbau mit Flugzeugen, Schiffen, ZĂŒgen und MilitĂ€rfahrzeugen ging der Auftragseingang hingegen um 10,4 Prozent zurĂŒck. Die Branche hatte im bisherigen Jahresverlauf teils sehr hohe Volumen an GroßauftrĂ€gen erhalten.

InlandsauftrÀge wachsen stÀrker als AuslandsgeschÀft

Bei den InvestitionsgĂŒtern stiegen die Bestellungen um 5,3 Prozent, bei den VorleistungsgĂŒtern um 0,5 Prozent und bei den KonsumgĂŒtern um 14,4 Prozent. Die AuslandsauftrĂ€ge legten um 2,8 Prozent zu.

Die AuftrĂ€ge aus der Eurozone erhöhten sich um 4,5 Prozent, die Bestellungen aus LĂ€ndern außerhalb der Eurozone um 1,6 Prozent. Die InlandsauftrĂ€ge lagen 6,6 Prozent ĂŒber dem Vormonatswert.

Umsatz bewegt sich nur leicht

Der reale Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe stieg im September saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent gegenĂŒber August. Im Vergleich zum September 2025 lag der kalenderbereinigte Umsatz um 2,0 Prozent höher.

FĂŒr August korrigierte Destatis den Umsatzanstieg gegenĂŒber Juli auf 0,1 Prozent. Zuvor war ein unverĂ€ndertes Ergebnis ausgewiesen worden.

Der Anstieg im September markiert eine deutliche Gegenbewegung zum revidierten RĂŒckgang im August. Die Entwicklung fĂ€llt jedoch differenziert aus: Ein erheblicher Teil des Plus entfĂ€llt auf die Automobilindustrie, deren AuftragseingĂ€nge zuvor wegen Produktionsumstellungen und Werksferien auf niedrigem Niveau gelegen hatten.

Auch der Maschinenbau stĂŒtzt das Ergebnis, wobei ein Großauftrag die Monatszahl zusĂ€tzlich beeinflusste. Solche EinzelauftrĂ€ge können die monatliche Statistik deutlich bewegen und erschweren die Bewertung der konjunkturellen Grunddynamik. AussagekrĂ€ftiger ist deshalb der Dreimonatsvergleich, der nur ein leichtes Plus im dritten Quartal zeigt.

Industrie bleibt auf Erholungskurs

FĂŒr die deutsche Industrie bedeutet der Septemberwert eine Verbesserung bei Nachfrage und Umsatz, aber noch keinen breit angelegten Aufschwung. Besonders die stĂ€rkeren InlandsauftrĂ€ge und die ZuwĂ€chse bei Investitions- und KonsumgĂŒtern können auf eine Belebung der binnenwirtschaftlichen Nachfrage hindeuten. Zugleich bleibt der RĂŒckgang im sonstigen Fahrzeugbau ein Hinweis auf die hohe Bedeutung schwankender GroßauftrĂ€ge.

FĂŒr Unternehmen und BeschĂ€ftigte kommt es daher auf die kommenden Monate an. HĂ€lt sich der Auftragseingang auch ohne außergewöhnliche Einzelbestellungen ĂŒber dem Vormonatsniveau, wĂŒrde das die Stabilisierung der Industrie untermauern. Der nur geringe Zuwachs im Quartalsvergleich zeigt, dass die Erholung bislang vorsichtig verlĂ€uft.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Septemberbilanz: Auftragshoch fĂŒr deutsche Maschinenbauer“ (04.11.2026)

Der Beitrag hebt den Anstieg der Bestellungen im deutschen Maschinenbau hervor und setzt damit einen Branchenschwerpunkt. Die breitere Entwicklung des Verarbeitenden Gewerbes sowie die Rolle der Automobilindustrie stehen weniger im Mittelpunkt.

Stern: „Konjunktur: Auftragsplus – Erholung im Maschinenbau setzt sich fort“ (04.11.2026)

Der Artikel ordnet die Entwicklung anhand von Zahlen des Branchenverbands VDMA Ost ein und beschreibt eine anhaltende Erholung im Maschinenbau. Damit ergÀnzt er die Monatsdaten um eine regionale und branchenspezifische Perspektive.

Beide BeitrĂ€ge stellen den Maschinenbau als positiven Teilbereich heraus. Offen bleibt, ob sich das Plus ĂŒber einzelne GroßauftrĂ€ge hinaus auf weitere Industriezweige und die folgenden Monate ĂŒbertrĂ€gt.

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