Industrieproduktion, Automobilindustrie

Industrieproduktion steigt im September dank Autoindustrie

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 08:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die deutsche Produktion legte im September gegenüber dem Vormonat zu. Der Anstieg beruhte vor allem auf der Autoindustrie und der Pharmaindustrie, während Maschinenbau und Baugewerbe nachgaben.

Branchen liefern unterschiedliche Beiträge

  • Die Automobilindustrie steigerte ihre Produktion im September saison- und kalenderbereinigt um 17,1 Prozent.
  • Die Pharmaindustrie legte nach zwei schwächeren Monaten um 8,0 Prozent zu.
  • Im Maschinenbau sank die Produktion um 6,5 Prozent, nachdem sie im August um 5,8 Prozent gestiegen war.
Autoproduktion (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Produktion steigt im September durch Autoindustrie

Die preisbereinigte Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im September 2026 gegenüber August saison- und kalenderbereinigt um 0,7 Prozent gestiegen. Im dritten Quartal lag sie jedoch um 0,4 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals.

Industrieproduktion legt stärker zu

Die Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe erhöhte sich im September um 1,7 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Produktion von Investitionsgütern stieg um 3,0 Prozent, Konsumgüter legten um 0,8 Prozent zu und Vorleistungsgüter um 0,1 Prozent.

Automobilindustrie treibt Gesamtergebnis

Den stärksten positiven Beitrag lieferte die Automobilindustrie mit einem saison- und kalenderbereinigten Plus von 17,1 Prozent. In den beiden Monaten zuvor hatten Produktionsumstellungen und Werksferien die Fertigung auf ein niedriges Niveau gedrückt.

Pharma wächst, Maschinenbau und Bau schwächer

Auch die Pharmaindustrie erhöhte ihre Produktion nach zwei schwächeren Monaten um 8,0 Prozent. Dagegen sank die Bauproduktion um 2,6 Prozent und die Produktion im Maschinenbau um 6,5 Prozent, nachdem sie im August noch um 5,8 Prozent gestiegen war.

Energieintensive Branchen bleiben belastet

Die Energieerzeugung ging im September um 1,2 Prozent zurück. In den energieintensiven Industriezweigen stieg die Produktion zwar gegenüber August um 0,8 Prozent, lag im dritten Quartal aber um 3,5 Prozent unter dem Vorquartal und im Jahresvergleich um 1,9 Prozent niedriger.

Im Vergleich zum September 2025 lag die Gesamtproduktion kalenderbereinigt um 0,4 Prozent höher. Die Industrieproduktion verzeichnete gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 0,3 Prozent.

August-Wert deutlich nach unten revidiert

Für August revidierte das Statistische Bundesamt den Produktionsanstieg gegenüber Juli von zunächst 2,0 auf 1,0 Prozent. Grund für die vergleichsweise starke Anpassung waren ergänzte Angaben von Unternehmen aus dem Baugewerbe auf Basis von Umsatzsteuervoranmeldungen.

Der Anstieg der Gesamtproduktion im September verdeckt eine weiterhin uneinheitliche Entwicklung in der deutschen Industrie. Ausschlaggebend war vor allem die Erholung der Automobilproduktion, nachdem Produktionsumstellungen und Werksferien in den beiden Vormonaten das Ergebnis belastet hatten. Der starke Monatszuwachs ist deshalb auch als Gegenbewegung zu einem niedrigen Ausgangsniveau zu verstehen.

Stabiler fällt das Bild im weniger volatilen Dreimonatsvergleich aus: Im dritten Quartal lag die Produktion insgesamt unter dem Niveau des zweiten Quartals. Besonders deutlich bleibt die Belastung in den energieintensiven Branchen, deren Produktion im Quartalsvergleich um 3,5 Prozent sank und im Jahresvergleich ebenfalls niedriger lag. Das verweist auf anhaltenden Anpassungsdruck in Bereichen mit hohen Energie- und Vorleistungskosten.

Industrie bleibt unter Druck

Positive Impulse kamen neben der Autoindustrie aus der Pharmaindustrie und aus der Produktion von Investitionsgütern. Gleichzeitig zeigen der Rückgang im Maschinenbau und die schwächere Bauproduktion, dass die Erholung nicht alle industriellen Bereiche erreicht. Für die Konjunktur ist damit entscheidend, ob die Belebung bei Fahrzeugen anhält und sich auf weitere Branchen überträgt. Der September-Wert verbessert zwar das Monatsbild, ändert aber wenig an der verhaltenen Entwicklung im Quartalsvergleich.

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