Inflation im Euroraum legt deutlich zu
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 11:06 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Inflation im Euroraum ist im August weiter deutlich gestiegen. Nach einer am Dienstag veröffentlichten ersten SchÀtzung von Eurostat wird die jÀhrliche Teuerungsrate voraussichtlich 3,3 Prozent betragen, nach 2,9 Prozent im Juli.
Die Kerninflation sank zugleich leicht von 2,5 auf 2,4 Prozent. FĂŒr die EuropĂ€ische Zentralbank ist dieser Wert besonders wichtig, weil er die Preisentwicklung ohne Energie und Nahrungsmittel abbildet.
Energie treibt die Entwicklung
Im August wird fĂŒr den Bereich Energie eine Teuerung von 14,3 Prozent erwartet, nach 10,3 Prozent im Juli. Dienstleistungen verteuerten sich nach der SchĂ€tzung um 3,0 Prozent, nach 3,3 Prozent im Vormonat.
Der Bereich Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak lag erneut bei 1,2 Prozent. IndustriegĂŒter ohne Energie kamen auf 1,2 Prozent nach 0,9 Prozent im Juli.
GroĂe Unterschiede zwischen den LĂ€ndern
Unter den Euro-LÀndern lag die höchste Inflationsrate im Juli in Litauen mit 5,8 Prozent. In Estland stiegen die Preise dagegen nur um 1,3 Prozent.
Die Spanne zeigt, dass sich die Preisentwicklung im Euroraum weiterhin deutlich unterscheidet. FĂŒr die geldpolitische Debatte bleibt damit vor allem relevant, wie stark sich die Energiepreise in den kommenden Monaten auf die Gesamtinflation auswirken.
Die erste SchĂ€tzung von Eurostat zeigt fĂŒr den Euroraum im August wieder einen spĂŒrbaren Anstieg der Teuerung. Besonders auffĂ€llig ist, dass die Gesamtinflation steigt, obwohl die Kerninflation leicht zurĂŒckgeht; damit bleiben vor allem die Energiepreise der zentrale Treiber der Entwicklung.Hintergrund
FĂŒr die EuropĂ€ische Zentralbank ist diese Kombination wichtig: Sie achtet nicht nur auf die Gesamtinflation, sondern vor allem auf die Kernrate, weil sie die breitere Preisdynamik in der Wirtschaft besser abbildet. Dass die Kerninflation im August nur leicht sinkt, signalisiert zwar eine gewisse Entspannung, zugleich bleibt der Abstand zum Inflationsziel von zwei Prozent bestehen.
Bedeutung fĂŒr die Geldpolitik
FĂŒr die Zinspolitik bedeutet ein erneuter Inflationsanstieg vor allem, dass der Druck auf die EZB nicht verschwindet. Entscheidend ist dabei, ob der Anstieg bei Energie nur vorĂŒbergehend ist oder ob sich daraus ein neuer Preisauftrieb im gesamten WĂ€hrungsraum entwickelt.
Einordnung der LĂ€nderunterschiede
Die Spannbreite zwischen den Mitgliedstaaten bleibt groĂ. Solche Unterschiede zeigen, dass die Inflationsentwicklung im Euroraum nicht einheitlich verlĂ€uft und nationale Preisfaktoren weiterhin eine erhebliche Rolle spielen. FĂŒr Haushalte und Unternehmen ist das vor allem dort relevant, wo Energie und Dienstleistungen einen groĂen Anteil an den Ausgaben haben.
