Infrastruktur-Schutz, VKU

Infrastruktur-Schutz: VKU fordert staatliche Garantien nach Sabotagen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach Angriffen auf Umspannwerke verlangt der VKU stÀrkere staatliche Sicherheitsgarantien, wÀhrend die Stromversorgung bislang stabil blieb.

VKU fordert nach Sabotage mehr staatlichen Schutz fĂŒr Stromnetze
Ein großes, eingezĂ€untes Umspannwerk mit Hochspannungsmasten und Transformatoren in einer lĂ€ndlichen Umgebung bei DĂ€mmerung. Illustration mit AI erstellt.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat am 2. September 2026 gefordert, dass der Staat die Verantwortung fĂŒr den Schutz kritischer Infrastrukturen nicht einseitig auf kommunale Betriebe abwĂ€lzen dĂŒrfe.

Hintergrund dieser Forderung sind jĂŒngste Sabotageakte auf die deutsche Strominfrastruktur in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Der Branchenverband betonte, dass die Sicherung dieser Anlagen eine staatliche Kernaufgabe sei, die nicht allein durch die Unternehmen bewĂ€ltigt werden könne.

Gezielte Angriffe auf Umspannwerke in mehreren BundeslÀndern

In den vergangenen Tagen wurden mehrere koordinierte Sabotageakte an strategisch wichtigen Knotenpunkten der Energieversorgung verzeichnet. Am 1. September 2026 entdeckten SicherheitskrÀfte am Umspannwerk bei JÀnschwalde in Brandenburg Sprengvorrichtungen.

Nur einen Tag spĂ€ter, am 2. September, kam es am Umspannwerk Turnow-Preilack ebenfalls in Brandenburg zu einem Angriff, bei dem leitfĂ€higes Material mittels eines Flugkörpers abgeworfen wurde. Nach Angaben der Betreiber fĂŒhrten diese VorfĂ€lle jedoch zu keinen BeeintrĂ€chtigungen der allgemeinen Versorgung.

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Parallel dazu ereignete sich am 2. September 2026 ein schwerwiegender Vorfall am Umspannwerk Bergheim bei Köln in Nordrhein-Westfalen. Dort wurde ein vorsĂ€tzlicher Kurzschluss herbeigefĂŒhrt, der dazu fĂŒhrte, dass fĂŒnf Blöcke eines Braunkohlekraftwerks vom Netz genommen werden mussten. Die zustĂ€ndigen Polizeibehörden sprechen von einer vorsĂ€tzlichen Störung. Auch in diesem Fall blieb die allgemeine Stromversorgung stabil.

VKU pocht auf staatliche Sicherheitsgarantien

Ingbert Liebing, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des VKU, erklĂ€rte am 2. September 2026, dass die Unternehmen zwar alle möglichen Maßnahmen zum Schutz ihrer Anlagen ergreifen wĂŒrden, eine hundertprozentige Sicherheit jedoch nicht garantiert werden könne. Er unterstrich, dass Sicherheit eine grundlegende Staatsaufgabe sei.

Der Verband fordert daher eine stĂ€rkere UnterstĂŒtzung durch staatliche Sicherheitsorgane und warnt davor, die Last der PrĂ€vention ausschließlich dem privaten und kommunalen Sektor aufzuerlegen.

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UnterstĂŒtzung erhĂ€lt diese Position teilweise aus der Politik. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sah am 1. September 2026 deutliche Parallelen zwischen den VorfĂ€llen in seinem Bundesland und dem Ereignis in Bergheim. Er sprach von einer hybriden Bedrohungslage, wobei die TĂ€terschaft zum jetzigen Zeitpunkt unklar bleibe.

Redmann forderte einen besseren Schutz der Infrastruktur und schlug vor, den Betreibern zusÀtzliche Befugnisse wie etwa zur Drohnenabwehr zu erteilen.

Gesetzlicher Rahmen und operative Herausforderungen

Die Debatte um die Sicherheit der Energieversorgung steht im Kontext des KRITIS-Dachgesetzes, das am 1. September 2026 als bereits seit dem 1. MĂ€rz 2026 in Kraft befindlich markiert wurde. Das Gesetz soll den Schutz kritischer Infrastrukturen bundesweit vereinheitlichen. Dennoch bleibt die operative Umsetzung komplex: In Deutschland existieren allein in der Höchstspannungsebene rund 300 große Umspannwerke, die potenziell gefĂ€hrdet sind.

Branchenakteure wie Netze BW verwiesen am 2. September 2026 darauf, dass sie verstĂ€rkt auf Sicherheitskonzepte, Überwachung und den Austausch mit Behörden setzen wĂŒrden. Dass die Bedrohungslage real ist, zeigen auch VorfĂ€lle aus der jĂŒngeren Vergangenheit.

So kam es am 3. Januar 2026 in Berlin zu einem Brandanschlag auf die Stromversorgung, von dem Zehntausende Menschen betroffen waren. Im Juni desselben Jahres fĂŒhrte ein vermuteter Brandanschlag am Umspannwerk Reutlingen dazu, dass etwa 7.600 GebĂ€ude und rund 40.000 Menschen zeitweise ohne Strom waren.

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