Seltene, Erden

Seltene Erden: Industrie warnt vor AbhÀngigkeit von China

03.07.2025 - 10:23:24

Inmitten der weltweiten Handelskonflikte warnt die deutsche Industrie vor einer wachsenden AbhÀngigkeit von China bei kritischen Rohstoffen wie seltenen Erden.

"Chinas Regierung hat erkannt, dass sie die AbhÀngigkeit Europas von seltenen Erden nutzen kann, um ZugestÀndnisse auf anderen Feldern zu erzwingen", sagte Stefan Steinicke, Rohstoffexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Nachrichtenmagazin "Spiegel".

China verknappe die Ausfuhr seltener Erden so weit, dass es anderen LÀndern schwerfalle, strategische Reserven aufzubauen. Zugleich sei Peking jedoch jederzeit in der Lage, die WeltmÀrkte wieder mit Rohstoffen zu fluten, um die Preise auf Talfahrt zu schicken.

Investitionen in eigene Förderung laut BDI riskant

Investitionen in den Ausbau der Förderung und Verarbeitung seien daher fĂŒr westliche Unternehmen ein hohes Risiko. Der Aufbau der KapazitĂ€ten, so der BDI-Vertreter, werde nicht ohne staatliche Hilfen möglich sein. Trotz bereits bestehender Förderung mache Deutschland bisher jedoch kaum Fortschritte.

Wegen Chinas ExportbeschrĂ€nkungen auf seltene Erden geriet zuletzt die Industrie außerhalb der Volksrepublik deutlich unter Druck. Auch in Deutschland sorgen sich Unternehmen etwa in der Automobilbranche oder im Maschinenbau um den Nachschub der wichtigen Metalle, die etwa in Sensoren oder Elektromotoren verbaut werden.

Seltene Erde als Waffe im Handelsstreit

China rechtfertigte die Kontrollen damit, dass es sich bei den Rohstoffen um GĂŒter fĂŒr zivile, aber auch militĂ€rische Nutzung handle. Zwar waren die Maßnahmen vordergrĂŒndig eine Reaktion auf den Handelsstreit mit den USA - sie gelten jedoch fĂŒr alle LĂ€nder und treffen damit auch europĂ€ische Firmen.

Von Unternehmen war zu hören, dass das chinesische Handelsministerium lange brauche, um die AntrĂ€ge zu bearbeiten - ohne Gewissheit auf eine Genehmigung. Sorgen vor möglichen StillstĂ€nden in den Fertigungen machten sich breit. Mehrfach betonte das Handelsministerium, dass es bereits AntrĂ€ge etwa fĂŒr Firmen in der EU genehmigt habe und den Prozess beschleunigen wolle.

@ dpa.de