Inmitten des Handelskonflikts - Trump und Xi telefonieren
05.06.2025 - 18:18:57Das berichtete zunÀchst Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. SpÀter bestÀtigte Trump das Telefonat auf seiner Plattform Truth Social.
Der US-PrĂ€sident erklĂ€rte, er habe in dem Telefonat eine Einladung von Xi nach China angenommen - und diesen im Gegenzug nach Washington eingeladen. "Als PrĂ€sidenten zweier groĂer Nationen ist dies etwas, worauf wir uns beide freuen", schrieb Trump. Xi habe auch seine Ehefrau Melania Trump eingeladen. Die Einladung nach Peking wurde von chinesischer Seite bestĂ€tigt.
Trump: Es ging fast ausschlieĂlich um Handel
Der US-PrĂ€sident erklĂ€rte weiter, das Telefonat habe rund anderthalb Stunden gedauert und sich nahezu ausschlieĂlich um Handelsthemen und "Feinheiten" der im Mai abgeschlossen Handelsvereinbarung gedreht. Russland, die Ukraine oder der Iran seien nicht zur Sprache gekommen. Noch am Vortag hatte Trump auf Truth Social erklĂ€rt, dass er Xi möge, es aber "auĂergewöhnlich schwierig" sei, mit dem chinesischen Amtskollegen einen "Deal" zu machen.
Nach dem Telefonat betonte der US-PrĂ€sident nun, es habe "sehr positive Ergebnisse" gegeben. Demnach soll es keine Probleme mit der Lieferung seltener Erden mehr geben, schrieb er - ohne weitere Details zu nennen. China dominiert den Weltmarkt fĂŒr seltene Erden, die fĂŒr die Herstellung vieler Produkte sehr wichtig sind.
Weitere HandelsgesprÀche geplant
Trump erklĂ€rte auĂerdem, dass sich ranghohe Vertreter der USA und China in KĂŒrze zu weiteren HandelsgesprĂ€chen treffen wĂŒrden. Die US-Delegation werde von Finanzminister Scott Bessent, Handelsminister Howard Lutnick und dem Handelsbeauftragten Jamieson Greer geleitet werden, schrieb er.
Xi schlug einen zurĂŒckhaltenderen Ton an, wie aus einer Mitteilung der Chinesen zum GesprĂ€ch hervorging. Deutlich machte er demnach Trump darauf aufmerksam, sich an gegenseitige Absprachen zu halten.
Xi erklĂ€rte laut chinesischen Angaben, die Chinesen seien dafĂŒr bekannt, ihre Zusagen konsequent einzuhalten. Da in Genf ein Konsens erzielt worden sei, mĂŒssten sich beide Seiten daran halten. Die chinesische Seite habe die Vereinbarung ernsthaft und gewissenhaft umgesetzt. Die US-Seite solle die erzielten Fortschritte objektiv bewerten und ihre negativen MaĂnahmen gegen China zurĂŒcknehmen. Die beiden Staatschefs seien sich einig gewesen, dass ihre Teams den Konsens weiter umsetzen und so bald wie möglich eine neue GesprĂ€chsrunde einleiten sollten.
Erstes bekanntes Telefonat
Es war das erste bekannte Telefonat der beiden PrÀsidenten seit Trumps Amtsantritt im Januar. Sie hatten wenige Tage vor seiner Vereidigung miteinander gesprochen, nicht aber danach - soweit öffentlich bekannt ist.
Der US-PrĂ€sident hatte in den vergangenen Monaten jedoch ausweichend auf Nachfragen zu einem etwaigen GesprĂ€ch mit Xi reagiert und offen gelassen, ob es in der Zwischenzeit womöglich doch einen direkten Austausch mit dem chinesischen PrĂ€sidenten gegeben haben könnte. Ăblicherweise informieren Regierungszentralen nach GesprĂ€chen zwischen Staats- und Regierungschefs öffentlich ĂŒber solche Schalten.
Ton hatte sich zuletzt verschÀrft
Der Handelskonflikt der beiden gröĂten Volkswirtschaften hĂ€lt die Weltwirtschaft in Atem. Trump fĂ€hrt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegenĂŒber China.
Ein direkter Austausch der beiden PrĂ€sidenten hat deswegen besonderes Gewicht. Trump fĂ€hrt seit seinem Amtsantritt einen harten handelspolitischen Kurs gegenĂŒber China und hat den seit Jahren schwelenden Konflikt beider Staaten noch einmal deutlich verschĂ€rft - auch wenn er regelmĂ€Ăig betont, ein gutes VerhĂ€ltnis zu Xi zu haben. Zwischenzeitlich hatte der Republikaner Strafzölle auf Einfuhren aus China in die USA in mehreren Schritten auf schwindelerregende 145 Prozent erhöht, worauf Peking wiederum mit Gegenzöllen reagierte.
Zwar hatten beide Seiten Mitte Mai eine Pause in der Eskalationsspirale eingelegt und sich zumindest vorĂŒbergehend auf eine gegenseitige Senkung von Strafzöllen geeinigt. Zuletzt war der Ton jedoch wieder rauer geworden - und die zugrundeliegenden Meinungsverschiedenheiten sind keineswegs gelöst.
Im US-Senat wird zudem ein neues Sanktionspaket gegen Russland vorbereitet, das sich laut dem republikanischen Senator Lindsey Graham gezielt gegen LĂ€nder richtet, die weiterhin russisches Ăl, Gas und andere Energieprodukte abnehmen. China wĂ€re demnach von den geplanten StrafmaĂnahmen besonders betroffen.

