Taiwans pekingfreundlicher Ex-PrÀsident trifft Chinas Staatschef
10.04.2024 - 14:01:15Das Treffen zwischen Xi und Ma Ying-jeou fand am Mittwoch am Ende einer umstrittenen Reise des Taiwaners durch die Volksrepublik statt. Die Menschen in Taiwan sollten sich gegen UnabhĂ€ngigkeitsbestrebungen und die Einmischung von auĂen wehren, sagte Xi nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens bei der Begegnung. Der historische Trend einer Wiedervereinigung könne nicht aufgehalten werden.
Ma dankte Xi demnach fĂŒr den Empfang und warb fĂŒr StabilitĂ€t zwischen China und Taiwan. Zudem warnte der Ex-PrĂ€sident vor den Folgen eines Konflikts und betonte seine Sicht, dass die Menschen auf beiden Seiten der Meerenge der TaiwanstraĂe trotz der unterschiedlichen Systeme einer chinesischen Nation angehörten.
In Taiwan wurde der Besuch kritisch gesehen. Ma habe nicht betont, dass die Menschen in Taiwan an ihrer SouverĂ€nitĂ€t und ihren freien Institutionen festhalten wollten, kritisierte die taiwanische Behörde fĂŒr Angelegenheiten mit Festlandchina. Die Kommunistische Partei Chinas setze Taiwan weiter mit militĂ€rischer EinschĂŒchterung und wirtschaftlichen ZwĂ€ngen unter Druck, um der Inselrepublik ihr Ein-China-VerstĂ€ndnis aufzuzwingen, hieĂ es weiter.
Ma, der zur oppositionellen und pekingfreundlichen Kuomintang gehört, war von 2008 bis 2016 Taiwans PrĂ€sident und zeigte mit seinem China-Besuch die NĂ€he zum mĂ€chtigen Nachbarn. 2023 hatte Ma die Volksrepublik schon einmal besucht, was ihn zum ersten Ex-PrĂ€sidenten seines Landes machte, der eine solche Reise unternahm. Zwischen ihm und Xi war es nun das zweite Treffen. Im November 2015 kam es schon einmal zu einer historischen Begegnung zwischen beiden in Singapur. Damals war der heute 73 Jahre alte Taiwaner noch im Amt und das Treffen das erste eines amtierenden taiwanischen PrĂ€sidenten mit einem chinesischen Staatschef seit dem Ende des chinesischen BĂŒrgerkriegs 1949.
Im Januar hatte Lai Ching-te von der Demokratischen Fortschrittspartei die Wahl in Taiwan gewonnen. Die Regierungspartei wird von Peking als separatistisch angesehen. Die Kommunistische Partei Chinas zĂ€hlt Taiwan zu seinem Staatsgebiet, obwohl sie die Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern nie regierte und in Taipeh seit Jahrzehnten eine unabhĂ€ngige und demokratisch gewĂ€hlte Regierung an der Macht ist. Die kommunistische FĂŒhrung will Taiwan mit Festlandchina vereinigen. Xi droht damit, dafĂŒr militĂ€rische Mittel einzusetzen, sollte es auf anderem Wege nicht dazu kommen.

