Innovationsinvestitionen: Nur 25 Prozent der Unternehmen wollen mehr investieren
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSUnternehmen bremsen ForschungsplÀne
- Der DIHK ermittelte den niedrigsten Anteil ausweitungswilliger Unternehmen seit 2008.
- Die aktuelle Erhebung erfasst 25 Prozent mit AusbauplĂ€nen und 32 Prozent mit RĂŒckzugsplĂ€nen.
- DIHK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Helena Melnikov verlangt verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und mehr FreirĂ€ume.
DIHK meldet RĂŒckgang bei Innovationsinvestitionen
Deutsche Unternehmen halten sich bei Investitionen in Forschung und Entwicklung so stark zurĂŒck wie seit 2008 nicht mehr. Der Anteil der Betriebe mit PlĂ€nen fĂŒr ein stĂ€rkeres Engagement sank von 38 Prozent im Jahr 2023 auf 25 Prozent.
Mehr Unternehmen wollen AktivitÀten verringern
Nach dem neuen Innovationsreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags wollen zugleich 32 Prozent der Unternehmen ihre InnovationsaktivitĂ€ten zurĂŒckfahren. Bei der vorherigen Erhebung waren es 15 Prozent.
Der Bericht bewertet die Entwicklung nicht nur als Folge der schwachen Konjunktur. Unternehmen verzichteten zunehmend auf Kompetenzen, Partnerschaften und Strukturen, die fĂŒr kĂŒnftige Innovationsvorhaben benötigt wĂŒrden.
DIHK warnt vor Folgen fĂŒr den Standort
Weniger Investitionen könnten nach EinschĂ€tzung des Reports die ProduktivitĂ€t, die technologische SouverĂ€nitĂ€t und die FĂ€higkeit zur ErschlieĂung neuer MĂ€rkte dauerhaft schwĂ€chen. Der DIHK bezeichnet die Ergebnisse deshalb als Warnsignal fĂŒr den Standort.
Forderung nach verlÀsslicheren Bedingungen
DIHK-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Helena Melnikov erklĂ€rte, viele Unternehmen wollten den Innovationsmotor Deutschland weiter am Laufen halten. Immer mehr bĂŒrokratische Vorgaben, langwierige Verfahren und unzureichende Rahmenbedingungen bremsten sie jedoch aus.
Melnikov forderte verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und mehr FreirĂ€ume fĂŒr neue Ideen und erfolgreiche Innovationen.
Der DIHK-Innovationsreport beschreibt einen deutlichen Stimmungsumschwung in deutschen Unternehmen. WĂ€hrend 2023 noch 38 Prozent der befragten Betriebe ihre Ausgaben und AktivitĂ€ten in Forschung und Entwicklung ausweiten wollten, sind es nun 25 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die ihr Engagement zurĂŒckfahren wollen, auf 32 Prozent mehr als verdoppelt.
Die Entwicklung fĂ€llt in eine Phase, in der deutsche Unternehmen zugleich hohen Kosten, schwacher Nachfrage und wachsendem internationalen Wettbewerbsdruck ausgesetzt sind. Innovation gilt dabei nicht nur als Investition in neue Produkte, sondern auch als Grundlage fĂŒr ProduktivitĂ€t, digitale Prozesse, Energieeffizienz und technologische UnabhĂ€ngigkeit.
Folgen fĂŒr WettbewerbsfĂ€higkeit
Besonders problematisch ist der mögliche Verlust von dauerhaft aufgebautem Wissen. Werden Forschungsprojekte, Kooperationen oder spezialisierte Teams beendet, lassen sich diese KapazitÀten spÀter nicht ohne Weiteres wiederherstellen. Das kann die Entwicklung neuer Technologien verlangsamen und die AbhÀngigkeit von auslÀndischen Anbietern erhöhen.
FĂŒr den Standort entscheidend sind deshalb verlĂ€ssliche Investitionsbedingungen, schnellere Genehmigungen und weniger bĂŒrokratische HĂŒrden. Der Report legt nahe, dass Unternehmen trotz des Konjunkturdrucks grundsĂ€tzlich weiter innovieren wollen, ihre SpielrĂ€ume dafĂŒr aber als zu begrenzt ansehen. Bleibt der RĂŒckgang lĂ€nger bestehen, könnte sich der Abstand zu dynamischeren Wettbewerbern vergröĂern.
Focus: âInnovationen fehlen: Hier verliert Deutschland den Anschlussâ (07.11.2026)
Der Beitrag ordnet die schwĂ€chere Innovationskraft unter anderem mit Risikoscheu, hohen Abgaben, teuren KĂŒndigungen und knappem Wagniskapital ein. Damit ergĂ€nzt er den DIHK-Befund um Finanzierungs- und Arbeitsmarktbedingungen.
Die Berichte setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Der DIHK hebt vor allem BĂŒrokratie und langsame Verfahren hervor, wĂ€hrend der Focus strukturelle Finanzierungs- und Kostenprobleme betont. Gemeinsam ist beiden Perspektiven der Hinweis, dass ausbleibende Investitionen die WettbewerbsfĂ€higkeit deutscher Unternehmen belasten können.
