Israel vor UN-Gericht: Völkermord-Vorwurf haltlos und absurd
12.01.2024 - 11:27:58 | dpa.deDie von SĂŒdafrika erhobenen Vorhaltungen seien haltlos und absurd, sagte der Rechtsberater des israelischen AuĂenministeriums, Tal Becker, am Freitag in Den Haag. Die Opfer des Gazakrieges und das Leiden der Zivilbevölkerung gingen allein auf das Konto der Terrororganisation Hamas. "Israel ist im Krieg mit Hamas, aber nicht mit dem palĂ€stinensischen Volk."
Becker rechtfertigte die Angriffe im Gazastreifen mit dem Recht Israels auf Selbstverteidigung nach dem Angriff der Hamas und anderer Extremisten am 7. Oktober vergangenen Jahres. Becker schilderte die Massaker, bei denen rund 1200 Menschen getötet und etwa 250 aus Israel entfĂŒhrt worden waren, von denen bislang etwa die HĂ€lfte wieder freigelassen wurde. "Israel will kein Volk zerstören, sondern ein Volk schĂŒtzen, sein eigenes", sagte der Rechtsberater.
Es ist das erste Mal, dass sich Israel vor dem höchsten UN-Gericht einem Völkermord-Vorwurf stellen muss. SĂŒdafrika hatte die Klage unter Berufung auf die Völkermord-Konvention eingereicht, die auch Israel unterzeichnet hat. Die militĂ€rische Gewalt ziele auf eine absichtliche Zerstörung des Lebens der PalĂ€stinenser, erklĂ€rte SĂŒdafrika.
Das Gericht, das Konflikte zwichen Staaten klĂ€ren soll, befasst sich zunĂ€chst mit einem Eilantrag SĂŒdafrikas, dass die Richter ein Ende des MilitĂ€reinsatzes anordnen sollen. Israel wies diese Forderung zurĂŒck. Damit wĂŒrde dem Land das Recht auf Selbstverteidigung genommen. Eine Entscheidung ĂŒber diesen Antrag wird in wenigen Wochen erwartet.
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