Verdacht auf VerstöĂe: Israel prĂŒft 16 eigene Gaza-Angriffe
15.11.2024 - 14:12:04 | dpa.deBei den VorfĂ€llen bestehe der Verdacht auf RechtsverstöĂe, teilte das MilitĂ€r auf Anfrage mit. Zuvor hatte die israelische Zeitung "Haaretz" ĂŒber die Untersuchungen von israelischen Angriffen zwischen dem 21. Oktober und dem 2. November berichtet.
Die ĂberprĂŒfung der FĂ€lle daure derzeit noch an, hieĂ es von der israelischen Armee weiter. Einzelheiten könne sie deshalb bisher nicht nennen.
Laut "Haaretz" geht es konkret etwa um LuftschlĂ€ge auf WohnhĂ€user und ehemalige SchulgebĂ€ude, bei denen es palĂ€stinensischen Angaben zufolge jeweils viele Tote gab. Im Fall eines Angriffs auf ein ehemaliges SchulgebĂ€ude Ende Oktober sagte die Armee damals, EinsatzkrĂ€fte hĂ€tten dort auf eine Kommandozentrale der islamistischen Hamas gezielt. Es seien zahlreiche MaĂnahmen ergriffen worden, um die Gefahr fĂŒr Zivilisten zu mindern.
Laut Angaben aus dem Gazastreifen gibt es bei den Angriffen der israelischen Armee im Zuge ihres Kriegs gegen die Hamas und andere Terrororganisationen immer wieder auch zivile Opfer.
Völkerrecht verletzt?
Bei allen 16 Angriffen bestehe der Verdacht, dass sie nicht verhĂ€ltnismĂ€Ăig gewesen seien oder das humanitĂ€re Völkerrecht verletzt hĂ€tten, berichtete "Haaretz" weiter. Dem Blatt zufolge soll die Untersuchung auch verhindern, dass internationale Behörden Ermittlungen wegen des Verdachts auf Kriegsverbrechen gegen Soldaten oder Offiziere fordern. Demnach dĂŒrfen andere LĂ€nder nicht gleichzeitig ermitteln.
Die Untersuchungen in Israel werden von einem Gremium des MilitĂ€rs gefĂŒhrt, das Armeeangaben zufolge unabhĂ€ngig ist. Im Anschluss werden die Ergebnisse an den MilitĂ€rgeneralanwalt weitergeleitet, der ĂŒber eine strafrechtliche Untersuchung entscheidet. Die Ermittlungen können laut Zeitung allerdings Jahre dauern und werden dem Bericht zufolge oftmals eingestellt.
Nach Angaben der Armee wurden dem Gremium seit Kriegsbeginn vor mehr als einem Jahr knapp 2.000 VorfĂ€lle zur ĂberprĂŒfung vorgelegt. Ob und welche strafrechtlichen Konsequenzen diese Untersuchungen bislang hatten, sagte das MilitĂ€r nicht.
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