Presse, Bodenoffensive

Presse: Bodenoffensive in Rafah vor Ramadan unwahrscheinlich

21.02.2024 - 05:28:40

Israels geplante MilitĂ€roffensive auf die Stadt Rafah im SĂŒden des Gazastreifens wird einem Medienbericht zufolge aus US-Sicht sehr wahrscheinlich nicht vor dem muslimischen Fastenmonat Ramadan beginnen.

Diese EinschĂ€tzung teilte ein namentlich nicht genannter ranghoher US-Beamter der "Times of Israel" mit. Wie die Zeitung am Dienstagabend berichtete, ist Israels Armee noch dabei, grĂ¶ĂŸere EinsĂ€tze in der seit Wochen heftig umkĂ€mpften Stadt Chan Junis nördlich von Rafah abzuschließen. Zugleich ist geplant, die rund 1,5 Millionen PalĂ€stinenser in Rafah in Sicherheit zu bringen, bevor das MilitĂ€r dort gegen die verbleibenden Bataillone der Hamas vorgeht. Die Umsetzung eines solchen Plans samt Mechanismen zur UnterstĂŒtzung der Menschen nach Unterbringung an anderen Orten nehme Wochen in Anspruch, wurde der Beamte zitiert.

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf einen israelischen Beamten weiter, dass die Armee plane, die Zivilisten in Rafah in einem nördlich gelegenen Gebiet zwischen Chan Junis und dem Flussbett Wadi Gaza, das Nord- und SĂŒd-Gaza voneinander trennt, unterzubringen. Sollte Israel dieses Unterfangen nicht vor dem Ramadan, der um den 10. MĂ€rz beginnt, in Angriff nehmen, könnte die Armee laut dem US-Beamten gezwungen sein, bis nach dem fĂŒr Muslime heiligen Fastenmonat zu warten, hieß es. Ein Angriff auf Rafah wĂ€hrend des Ramadan könnte von Muslimen in der ganzen Region als besonders provokant empfunden werden.

In Rafah bereitet sich die israelische Armee auf eine Invasion vor, um nach eigenen Angaben die verbliebenen Hamas-Bataillone zu zerschlagen und dort vermutete Geiseln zu befreien. Die israelische Regierung hat aber noch keinen Einsatzbefehl erteilt. Ein militĂ€risches Vorgehen in der sĂŒdlichsten Stadt des Gazastreifens an der Grenze zu Ägypten ist höchst umstritten, weil sich dort auf engstem Raum rund 1,5 Millionen PalĂ€stinenser drĂ€ngen, von denen die meisten bereits vor den KĂ€mpfen in anderen Teilen des KĂŒstengebiets geflohen waren. Hilfsorganisationen weisen auf eine katastrophale humanitĂ€re Lage hin.

@ dpa.de