Heckler, Koch

Heckler & Koch entwickelt Drohnenabwehr

30.04.2025 - 12:00:36

Jahrzehntelang war H&K ein klassischer Hersteller von Handfeuerwaffen, ob Pistolen oder Gewehren. Nun aber blickt das Management zum Himmel und möchte mit KI-Anwendungen zusÀtzliches GeschÀft machen.

  • Dunkle Wolken sind in den geschĂ€ftlichen Perspektiven von Heckler & Koch nicht zu erkennen. - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

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  • Sturmgewehre - wie hier bei der NĂŒrnberger Messe Enforce Tac ausgestellt - sind das KerngeschĂ€ft von Heckler & Koch. - Foto: Daniel Karmann/dpa

    Daniel Karmann/dpa

Dunkle Wolken sind in den geschĂ€ftlichen Perspektiven von Heckler & Koch nicht zu erkennen. - Foto: Bernd Weißbrod/dpaSturmgewehre - wie hier bei der NĂŒrnberger Messe Enforce Tac ausgestellt - sind das KerngeschĂ€ft von Heckler & Koch. - Foto: Daniel Karmann/dpa

Der grĂ¶ĂŸte deutsche Hersteller von Handfeuerwaffen, Heckler & Koch, steigt in das GeschĂ€ft mit Drohnenabwehr ein. Man habe dafĂŒr einen Auftrag bekommen, sagte Firmenchef Jens Bodo Koch in Oberndorf. Einzelheiten nannte er nicht. «Drohnen sind fĂŒr Infanteristen eine unglaubliche Bedrohung, wogegen es bislang nur wenige Lösungen gibt.» 

In dem neuen Verteidigungssystem von Heckler & Koch werden Granatwerfer oder Granatmaschinenwerfer auf einem Fahrzeugturm installiert und mit einer Sensorbox ausgestattet, die dank KĂŒnstlicher Intelligenz Drohnen am Himmel erkennt und ihre Bedrohung einschĂ€tzt. Daraufhin wird die Granate so programmiert, dass sie in der NĂ€he der Drohne explodiert. «In der Luft entsteht eine Metallwolke, in die die Drohne reinfliegt und zerstört wird», erklĂ€rte Koch die Funktionsweise des Systems.

Bei der Drohnenabwehr arbeitet Heckler & Koch mit dem KI-Spezialisten Autonomous Teaming aus MĂŒnchen zusammen. Von Rheinmetall kommen Steuerungskomponenten fĂŒr die Granaten, und der Fahrzeugturm ist von einer slowenischen Firma. «Wir sind der Systemanbieter, der das alles zusammenfĂŒhrt.» Man sei noch in der Aufbauphase des Projektes und habe erste Schießversuche gemacht, spĂ€testens Ende des Jahres soll das Produkt fertig sein und verkauft werden. 

Das neue Produkt ist ein Beispiel fĂŒr den geĂ€nderten Kurs des Herstellers von Sturmgewehren, Maschinengewehren, Granatwerfern und Pistolen. Als der Vorstandsvorsitzende Koch 2018 bei der SchwarzwĂ€lder RĂŒstungsschmiede den Chefsessel ĂŒbernahm, war die Firma ein klassischer Waffenfabrikant.

Inzwischen versteht sie sich als «Systemanbieter», der Waffenkomponenten von Zulieferern einkauft und sie als Gesamtsystem mitverkauft - etwa SchalldĂ€mpfer und Gewehr-Optiken. Auch deswegen macht die Firma deutlich mehr Umsatz als frĂŒher.

AuftragsbĂŒcher so voll wie noch nie

Die GeschĂ€ftszahlen fĂŒr das vergangene Jahr fielen positiv aus. Angesichts der russischen Bedrohung und der verĂ€nderten Weltlage gehen die Bestellungen von MilitĂ€rs aus Nato-Staaten durch die Decke: Lag der Auftragseingang 2023 noch bei 285,3 Millionen Euro, so stieg er 2024 um die HĂ€lfte auf 426,2 Millionen Euro - so hoch war dieser Wert in der Firmengeschichte noch nie gewesen. 

Der Umsatz zog um 13,9 Prozent auf 343,4 Millionen Euro an. Der Gewinn nach Steuern (EAT) stieg um 9,6 Prozent auf 31,5 Millionen Euro. Mit hohen Investitionen wurde die Produktion modernisiert. Dank der profitablen GeschĂ€fte wird der einst erdrĂŒckend hohe Schuldenberg kontinuierlich verkleinert, nach einer Tilgung um fĂŒnf Millionen Euro im Februar liegt die Nettoverschuldung inzwischen noch bei 90 Millionen Euro. Heckler & Koch hat circa 1.250 Mitarbeiter, die allermeisten davon am Stammwerk in Oberndorf. In den USA hat die Firma ein kleines Montagewerk.

Die wirtschaftlichen Perspektiven sind nach EinschĂ€tzung des Managements gut. «Unser Unternehmen ist strategisch gut aufgestellt, um in einem anspruchsvollen Umfeld weiterzuwachsen», sagte Firmenchef Koch, dessen Namensgleichheit mit dem FirmengrĂŒnder Theodor Koch zufĂ€llig ist.

@ dpa.de