Arbeitsmarkt

Jobcenter melden 312 FĂ€lle von bandenmĂ€ĂŸigem BĂŒrgergeld-Betrug

20.11.2025 - 00:00:00

Jobcenter haben von Januar bis Ende September 312 FĂ€lle von Betrug durch kriminelle Banden beim BĂŒrgergeld erfasst.

Das geht aus Zahlen der Bundesagentur fĂŒr Arbeit (BA) hervor, ĂŒber die die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerks Deutschland" (Donnerstagausgaben) berichten. In 161 FĂ€llen sei Strafanzeige erstattet worden. Damit ist beim "bandenmĂ€ĂŸigen Leistungsmissbrauch" bis zum Jahresende ein Wert wie 2024 zu erwarten.

Im vergangenen Jahr waren insgesamt 421 FĂ€lle erfasst und 209 Strafanzeigen gestellt worden. Dies war ein deutlicher Zuwachs zum Vorjahr: 2023 hatte die Gesamtzahl solcher FĂ€lle noch bei 229 gelegen. In absoluten Zahlen halten sich die FĂ€lle in Grenzen: In Deutschland beziehen mehr als fĂŒnf Millionen Menschen BĂŒrgergeld. Ein Fall von bandenmĂ€ĂŸigem Missbrauch bezieht sich auf einen LeistungsempfĂ€nger, nicht auf eine grĂ¶ĂŸere Gruppe. Die Betrugszahlen beziehen sich auf die 300 Jobcenter, die die BA und Kommunen gemeinsam betreiben. Die Daten der gut 100 Jobcenter, fĂŒr die die Kommunen alleine zustĂ€ndig sind, liegen der BA nicht vor. Experten gehen außerdem von einer Dunkelziffer aus. Höher als die Zahlen des bandenmĂ€ĂŸigen Betrugs sind die Zahlen beim generellen Leistungsmissbrauch im BĂŒrgergeldsystem. Im Jahr 2024 stellten die 300 gemeinsamen Jobcenter von Bund und Kommunen nach BA-Angaben rund 101.600 FĂ€lle von Leistungsmissbrauch fest. Etwa 43.700 davon seien zur weiteren Verfolgung an die zustĂ€ndigen Strafverfolgungsbehörden ĂŒbermittelt worden. In den ĂŒbrigen FĂ€llen hĂ€tten die Jobcenter selbst ermittelt, gut 17.000 Bußgelder verhĂ€ngt und mehr als 12.000 Verwarnungen ausgesprochen. Nach BA-Angaben summierte sich der Schaden durch alle FĂ€lle auf Leistungsmissbrauch im vergangenen Jahr auf rund 110 Millionen Euro.

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