Jobsicherheit, Studierendenstudie

Jobsicherheit ist Studierenden wichtiger als 44.500 Euro Gehalt

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:20 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Eine EY-Studie zeigt einen deutlichen PrioritÀtenwechsel bei Studierenden: Sicherheit gewinnt, wÀhrend Gehaltserwartungen real sinken. Frauen und MÀnner bewerten die Kriterien unterschiedlich.

Studierende setzen auf sichere Einstiege

  • 52 Prozent der Befragten nennen einen krisenfesten Arbeitsplatz als entscheidenden Faktor.
  • Frauen gewichten Jobsicherheit mit 57 Prozent hĂ€ufiger als MĂ€nner mit 47 Prozent.
  • FĂŒr die Studie wurden im FrĂŒhjahr 2026 mehr als 2.000 Studenten befragt.
Studenten in einer Bibliothek (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Studierende bevorzugen sichere ArbeitsplÀtze

Jobsicherheit ist fĂŒr Studenten bei der Wahl ihres kĂŒnftigen Arbeitsplatzes wichtiger als das Gehalt. 52 Prozent nennen einen krisenfesten Arbeitsplatz als entscheidenden Faktor beim Berufseinstieg.

Sicherheit legt deutlich zu

Der Anteil stieg gegenĂŒber der vorherigen Befragung aus dem Jahr 2024 um zehn Prozentpunkte. Das Gehalt und mögliche Steigerungen folgen mit 43 Prozent auf Platz zwei, flexible Arbeitszeiten erreichen 41 Prozent.

Frauen nennen Jobsicherheit hÀufiger

Besonders ausgeprĂ€gt ist das SicherheitsbedĂŒrfnis bei Frauen: 57 Prozent von ihnen nennen Jobsicherheit als wichtigen Faktor, bei MĂ€nnern sind es 47 Prozent. Zudem bevorzugen 77 Prozent der Befragten ein AngestelltenverhĂ€ltnis gegenĂŒber der SelbststĂ€ndigkeit.

EY sieht schwierigeres Umfeld fĂŒr Berufseinsteiger

„Sicherheit steht beim Berufseinstieg ganz oben - und das ist keine Bequemlichkeit, sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf die UmbrĂŒche, die junge Leute gerade erleben“, sagte EY-Personalchef Jan-Rainer Hinz der Funke-Mediengruppe.

Die Wirtschaft schwĂ€chle seit Jahren, Unternehmen hielten sich mit Neueinstellungen zurĂŒck, und es gebe spĂŒrbar weniger Einstiegsstellen. Auch ein guter Abschluss sei heute keine Jobgarantie mehr.

Gehaltserwartungen steigen nur nominal

Im Schnitt rechnen junge Absolventen beim Berufseinstieg mit 44.500 Euro Jahresgehalt. Das sind nominal 1,8 Prozent mehr als 2024; 2016 lag die Erwartung bei 42.400 Euro.

Inflationsbereinigt entsprĂ€che der heutige Wert laut Studie rund 56.000 Euro. „Also ist das erwartete Einstiegsgehalt real deutlich gesunken“, heißt es in der Untersuchung.

Deutliche Unterschiede bei StudienfÀchern

MÀnner erwarten zum Berufseinstieg durchschnittlich 47.500 Euro, Frauen 42.200 Euro. Die höchsten Gehaltserwartungen haben angehende Juristen mit knapp 50.000 Euro, die niedrigsten Kulturwissenschaftler mit etwas mehr als 30.000 Euro.

Als attraktivste Branche nennen die Studierenden die IT mit 26 Prozent. Dahinter folgt der Öffentliche Dienst mit 17 Prozent, wĂ€hrend Handel mit fĂŒnf sowie Transport und Logistik mit vier Prozent die Schlusslichter bilden.

Die Ergebnisse der EY-Studierendenstudie zeigen, dass sich die PrioritĂ€ten beim Berufseinstieg verschieben. Jobsicherheit liegt erstmals deutlich vor dem Gehalt: 52 Prozent der Befragten nennen einen krisenfesten Arbeitsplatz als entscheidenden Faktor. GegenĂŒber 2024 entspricht das einem Anstieg um zehn Prozentpunkte.

Der Wunsch nach Sicherheit fĂ€llt in eine Phase, in der der Einstieg in den Arbeitsmarkt fĂŒr viele Absolventen schwieriger planbar ist. SchwĂ€chere Konjunktur, zurĂŒckhaltende Personalplanung und weniger Einstiegsstellen erhöhen die Bedeutung eines verlĂ€sslichen ArbeitsverhĂ€ltnisses. Das erklĂ€rt auch, warum 77 Prozent ein AngestelltenverhĂ€ltnis der SelbststĂ€ndigkeit vorziehen.

Gehalt verliert real an Gewicht

Nominal steigen die Gehaltserwartungen nur leicht. Die durchschnittlich erwarteten 44.500 Euro liegen zwar 1,8 Prozent ĂŒber dem Wert von 2024, bleiben inflationsbereinigt jedoch hinter frĂŒheren Erwartungen zurĂŒck. Die Studie macht damit sichtbar, dass junge Menschen nicht nur höhere Einkommen, sondern vor allem eine belastbare Perspektive suchen.

Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und StudienfÀchern bleiben erheblich. Frauen erwarten im Durchschnitt weniger Einstiegsgehalt als MÀnner, wÀhrend angehende Juristen die höchsten und Kulturwissenschaftler die niedrigsten Erwartungen haben. Die IT bleibt mit 26 Prozent die attraktivste Branche, der öffentliche Dienst folgt mit 17 Prozent.

Folgen fĂŒr Arbeitgeber

FĂŒr Unternehmen wird damit neben der VergĂŒtung die VerlĂ€sslichkeit des Arbeitsplatzes zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb um Nachwuchs. Flexible Arbeitszeiten bleiben mit 41 Prozent ebenfalls relevant. Arbeitgeber, die Sicherheit, planbare Entwicklung und flexible Bedingungen verbinden, dĂŒrften die Erwartungen der Studierenden am ehesten treffen.

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