Japan Tobacco International, Russland

JTI: Putin stellt Russland-GeschÀft mit vier Werken unter Kontrolle

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 15:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Kreml ĂŒbernimmt den Zugriff auf das Russland-GeschĂ€ft von Japan Tobacco International. Betroffen sind vier Produktionsstandorte und mehr als 4.000 BeschĂ€ftigte; JTI hatte Investitionen seit Kriegsbeginn ausgesetzt.

JTI-GeschÀft mit vier Werken

  • Wladimir Putin ĂŒbertrug die Vermögenswerte von JTI in Russland per Dekret an die Gesellschaft Promyschlennye Aktivy.
  • Japan Tobacco International betreibt nach eigenen Angaben vier Werke in Russland.
  • Das Unternehmen beschĂ€ftigt dort nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Menschen und stoppte seit Kriegsbeginn neue Investitionen.
Kremlchef Wladimir Putin hat zuletzt das Russland-GeschÀft mehrerer westlicher Firmen unter Fremdverwaltung gestellt. (Archivbild) - Bild: Ulf Mauder/dpa

Putin ordnet Kontrolle ĂŒber JTI-Vermögen an

Wladimir Putin hat das Russland-GeschĂ€ft des Tabakkonzerns Japan Tobacco International (JTI) unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Nach einem Dekret ĂŒbertrug der Kreml die Vermögenswerte der Aktiengesellschaft Promyschlennye Aktivy, die auf Deutsch Industrieaktiva heißt.

Vier Werke und mehr als 4.000 BeschÀftigte

JTI betreibt nach eigenen Angaben vier Werke in Russland und stellt dort mehrere Zigarettenmarken her. In dem Land beschÀftigt der Konzern demnach mehr als 4.000 Menschen.

Russland gehörte fĂŒr JTI mit Sitz in Genf zu den grĂ¶ĂŸten MĂ€rkten. Das Unternehmen erklĂ€rte, es habe seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine keine Investitionen mehr in Russland getĂ€tigt.

Weitere westliche Unternehmen betroffen

Putin hatte zuvor bereits das Russland-GeschÀft mehrerer westlicher Unternehmen unter Fremdverwaltung gestellt. Dazu zÀhlen Töchter der Handelskonzerne Metro und Auchan sowie des Lebensmittelkonzerns Nestlé.

Diese Unternehmen hatten ihre Arbeit in Russland im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Firmen trotz des Krieges fortgesetzt. Die Zwangsverwaltung erweitert damit den Kreis westlicher GeschÀftsaktivitÀten, auf die Moskau direkt zugreift.

Kreml verweist auf westliche Maßnahmen

Putin hatte im September eine mögliche Verstaatlichung westlichen Eigentums nicht ausgeschlossen, zugleich aber erklĂ€rt, dies sei nicht geplant. Russland sei bereit, Vermögenswerte bei einer Verbesserung der Lage an ihre EigentĂŒmer zurĂŒckzugeben.

Der Kremlchef bezeichnete die Fremdverwaltung außerdem als Möglichkeit, spiegelbildlich auf den Entzug russischer Firmenaktiva im Westen zu reagieren. Als Beispiel nannte er die Gazprom Germania GmbH in Deutschland, die nach Beginn des Krieges 2022 unter dem Namen Securing Energy for Europe GmbH verstaatlicht wurde.

Die Zwangsverwaltung des Russland-GeschĂ€fts von Japan Tobacco International steht im Zusammenhang mit Moskaus wachsendem Zugriff auf Vermögenswerte westlicher Unternehmen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben zahlreiche internationale Konzerne ihre AktivitĂ€ten reduziert oder beendet. Unternehmen, die in Russland verblieben sind, mĂŒssen dabei mit politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken rechnen.

FĂŒr JTI hat der Schritt besonderes Gewicht, weil Russland nach Unternehmensangaben zu den grĂ¶ĂŸten AbsatzmĂ€rkten gehörte. Vier Werke und mehr als 4.000 BeschĂ€ftigte zeigen die GrĂ¶ĂŸenordnung des GeschĂ€fts. Die nun verfĂŒgte Übertragung der Vermögenswerte auf eine russische Gesellschaft erschwert eine eigenstĂ€ndige Kontrolle durch den bisherigen EigentĂŒmer und kann die wirtschaftliche Nutzung des GeschĂ€fts dauerhaft verĂ€ndern.

Russlands Druckmittel gegenĂŒber dem Westen

Der Kreml begrĂŒndet die Fremdverwaltung westlicher Unternehmen regelmĂ€ĂŸig mit dem Schutz russischer ArbeitsplĂ€tze und Vermögenswerte. Zugleich dient sie als politisches Druckmittel im Streit ĂŒber eingefrorenes russisches Staatsvermögen und die Kontrolle westlicher Unternehmen ĂŒber russische Tochtergesellschaften. Moskau hat wiederholt angedeutet, auf Maßnahmen des Westens spiegelbildlich reagieren zu können.

FĂŒr die betroffenen Unternehmen entstehen dadurch erhebliche Unsicherheiten bei Eigentumsrechten, Investitionen und einem möglichen spĂ€teren RĂŒckzug. Verbraucher in Russland dĂŒrften die bekannten Marken zunĂ€chst weiter vorfinden, wĂ€hrend die Entscheidung fĂŒr JTI vor allem die EigentĂŒmerstruktur und den Einfluss auf das lokale GeschĂ€ft verĂ€ndert.

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