Jugendarbeitslosigkeit: ILO meldet 67 Millionen Betroffene weltweit
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) hat am 12. August 2026 neue Daten zur globalen Beschäftigungssituation junger Menschen veröffentlicht. Demnach ist die weltweite Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2025 auf 12,4 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2023, als die Quote noch bei 12,3 Prozent lag, zeigt sich damit eine leichte Verschlechterung der Lage auf dem globalen Arbeitsmarkt für die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. Insgesamt seien aktuell rund 67 Millionen junge Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.
Regionale Disparitäten und die Situation der NEET-Gruppe
Besonders deutlich treten die Herausforderungen bei der sogenannten NEET-Quote zutage. Diese Kennzahl beschreibt Jugendliche, die sich weder in Beschäftigung noch in Ausbildung oder Schulung befinden. Laut dem aktuellen Bericht der ILO liegt diese Quote weltweit bei 20 Prozent, was einer Gesamtzahl von 257 Millionen jungen Menschen entspricht.
Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich. Die höchsten Quoten bei der Jugendarbeitslosigkeit verzeichnen demnach die arabischen Staaten mit 26,2 Prozent sowie Nordafrika mit 22,6 Prozent. In Nord-, Süd- und Westeuropa liegt die Quote bei 15 Prozent. Für Nordamerika meldet die Organisation einen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf 9,8 Prozent, nachdem dieser Wert im Jahr 2023 noch bei 8,3 Prozent gelegen hatte.
Risiken durch Künstliche Intelligenz und strukturellen Wandel
Ein wesentlicher Faktor für die künftige Entwicklung des Arbeitsmarktes ist der Einfluss der Künstlichen Intelligenz (KI). Die ILO analysiert in ihrem Bericht die Exponiertheit junger Erwerbstätiger gegenüber dieser Technologie. Demnach seien 6.1 Prozent der Arbeitsplätze von 15- bis 29-Jährigen stark durch KI-Entwicklungen beeinflusst. Die Experten der Organisation weisen darauf hin, dass bei einem potenziellen Wegfall von lediglich 10 Prozent dieser hochgradig exponierten Stellen bereits 5,6 Millionen junge Menschen weltweit direkt betroffen wären.
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Zusätzlich zu den technologischen Umbrüchen identifiziert die ILO strukturelle Probleme beim Berufseinstieg. Ein beobachteter Rückgang von Stellen mit mittlerem Qualifikationsniveau erschwere es jungen Menschen zunehmend, den Übergang von der Ausbildung in eine stabile Erwerbsbiografie zu meistern. Dieser Mangel an Einstiegspositionen auf mittlerem Niveau führe zu einer zusätzlichen Barriere für Absolventen und Berufsanfänger.
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Zusammenfassung der globalen Trends
Die Daten verdeutlichen, dass trotz wirtschaftlicher Anpassungsprozesse der Druck auf die junge Generation am Arbeitsmarkt hoch bleibt. Während die absolute Zahl der arbeitslosen Jugendlichen mit 67 Millionen auf einem kritischen Niveau verharrt, verdeutlicht die hohe Zahl der 257 Millionen jungen Menschen ohne Ausbildung oder Beschäftigung die Notwendigkeit für gezielte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Die Kombination aus regionalen Krisenherden, einem Rückgang klassischer Einstiegsberufe und den Transformationsrisiken durch KI prägt das aktuelle Bild der internationalen Beschäftigungsstatistik für das Jahr 2025.
