GeldwÀsche, Bargeldobergrenze

EU geht stÀrker gegen GeldwÀsche vor - Bargeldobergrenze kommt

18.01.2024 - 13:43:28

KĂ€ufe in Höhe von mehr als 10 000 Euro sollen kĂŒnftig in der EU nicht mehr bar bezahlt werden dĂŒrfen.

UnterhĂ€ndler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Donnerstag in Straßburg auf diese Obergrenze und weitere Maßnahmen, um stĂ€rker gegen GeldwĂ€sche, Terrorismusfinanzierung und die Umgehung von Sanktionen vorzugehen. Die Mitgliedstaaten hĂ€tten allerdings die Möglichkeit, eine niedrigere Höchstgrenze festzulegen, teilten die LĂ€nder mit.

In Deutschland gibt es bislang keine Grenze fĂŒr das Zahlen mit Scheinen und MĂŒnzen. Wer BetrĂ€ge ĂŒber 10 000 Euro bar bezahlen will, muss sich aber ausweisen und nachweisen, woher das Geld stammt. Der HĂ€ndler ist verpflichtet, diese Angaben zu erfassen und aufzubewahren. Bei den Verhandlungen unter den EU-LĂ€ndern hatte Deutschland sich kritisch zu einer Obergrenze geĂ€ußert. In anderen LĂ€ndern der Staatengemeinschaft gelten bereits Obergrenzen.

Mit den neuen Regeln wĂŒrden die Vorschriften in der EU umfassend harmonisiert, hieß es von den LĂ€ndern weiter. Mögliche Schlupflöcher, die von Kriminellen genutzt werden, um illegale Erlöse zu waschen oder terroristische AktivitĂ€ten ĂŒber das Finanzsystem zu finanzieren, wĂŒrden geschlossen.

Die neuen Gesetze gĂ€ben etwa den Finanzermittlungsstellen - in Deutschland beim Zoll angesiedelt - mehr Befugnisse, um FĂ€lle von GeldwĂ€sche und Terrorismusfinanzierung zu analysieren und aufzudecken sowie verdĂ€chtige Transaktionen auszusetzen, hieß es vom Parlament.

Angaben der LĂ€nder zufolge mĂŒssen nun etwa neben Einrichtungen wie Banken und Kasinos auch HĂ€ndler von LuxusgĂŒtern und unter anderem Edelmetallen sowie Anbieter von Krypto-Vermögenswerten ab bestimmten Summen ihre Kunden ĂŒberprĂŒfen und verdĂ€chtige AktivitĂ€ten melden. Unter gewissen Bedingungen sollen auch Profifußballvereine und-agenten verpflichtet werden, Transaktionen zu ĂŒberwachen.

Die Einigung muss vom Parlament und vom Rat formell angenommen werden. Gelten sollen die neuen Regeln Parlamentsangaben zufolge grundsÀtzlich drei Jahre nach Inkrafttreten.

Im Kampf gegen GeldwĂ€sche ist in der EU auch eine gemeinsame GeldwĂ€schebehörde, die "Anti-Money Laundering Authority" (AMLA) geplant. Sie soll die nationalen Aufsichtsbehörden koordinieren und unterstĂŒtzen. Unter anderem Frankfurt hat sich fĂŒr den Sitz der Behörde beworben.

@ dpa.de