Krise, Immobilienpreise

Krise dauert an: Immobilienpreise fallen weiter

10.11.2023 - 08:34:19 | dpa.de

KĂ€ufer von Wohnungen und HĂ€usern haben in den vergangenen Monaten von gefallenen Preisen profitiert. Ähnlich sieht es im dritten Quartal aus. Auch in den GroßstĂ€dten?

Neu gebaute Wohnungen in der Pistoriusstraße in Berlin: Der Preisverfall bei HĂ€usern und Wohnungen hĂ€lt an. - Foto: Soeren Stache/dpa
Neu gebaute Wohnungen in der Pistoriusstraße in Berlin: Der Preisverfall bei HĂ€usern und Wohnungen hĂ€lt an. - Foto: Soeren Stache/dpa

Der Preisverfall bei HĂ€usern und Wohnungen hĂ€lt nach EinschĂ€tzung der wichtigsten Immobilienfinanzierer an. Im dritten Quartal verbilligten sich Wohnimmobilien nach Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) im Schnitt um 1,7 Prozent zum zweiten Quartal. GegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum stand ein Minus von 6,3 Prozent, berichtete der Verband, der unter anderem Deutsche Bank, Commerzbank, Landesbanken und große Sparkassen vertritt.

Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Stabilisierung des Immobilienmarktes lĂ€nger dauert als von vielen erwartet. Mit dem erneuten RĂŒckgang sanken die Wohnimmobilienpreise in Deutschland laut VDP-Daten das fĂŒnfte Quartal in Folge. Auch bei Gewerbeimmobilien gab es wieder krĂ€ftige PreisabschlĂ€ge. Der AbwĂ€rtstrend aus dem ersten Halbjahr habe sich fortgesetzt, sagte VDP-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Tolckmitt. «Eine Marktbelebung lĂ€sst auf sich warten.»

Der Immobilienpreisindex basiert auf Daten zu Transaktionen von mehr als 700 Banken und ist aussagekrĂ€ftiger als Analysen, die lediglich auf Inseraten beruhen. Denn beim Immobilienverkauf wird verhandelt, und Abweichungen vom Angebotspreis sind ĂŒblich.

Hauptgrund fĂŒr den Preisverfall sind stark gestiegene Zinsen, die Kredite verteuern. So ist die Nachfrage nach Baufinanzierungen weiter gering. Im zweiten Quartal hatten sich Wohnimmobilien laut Statistischem Bundesamt ĂŒberraschend stark um fast zehn Prozent verbilligt zum Vorjahreszeitraum - der grĂ¶ĂŸte RĂŒckgang seit dem Jahr 2000. Offizielle Daten fĂŒr das dritte Quartal stehen noch aus.

Preisdruck auch in Metropolen

In den sieben grĂ¶ĂŸten StĂ€dten, wo Wohnraum besonders knapp ist, sanken die Wohnimmobilienpreise mit 1,3 Prozent zum Vorquartal und 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum etwas weniger als im Bundesschnitt. Binnen Jahresfrist gab es in Frankfurt den krĂ€ftigsten PreisrĂŒckgang (9,1 Prozent) und in Berlin den geringsten (4,7 Prozent). DĂŒsseldorf, Hamburg, Köln, MĂŒnchen und Stuttgart bewegten sich im Korridor zwischen minus 5,1 und minus 6,8 Prozent.

Derweil setzte sich der starke AufwĂ€rtsdruck am Mietmarkt fort, auf den viele Menschen ausweichen. Die Neuvertragsmieten stiegen im dritten Quartal um 5,8 Prozent binnen Jahresfrist. «Der sich ausweitende Wohnraummangel und die damit verbundene Übernachfrage schlĂ€gt sich in weiter steigenden Mietpreisen nieder», sagte Tolckmitt.

Bei Gewerbeimmobilien fielen die PreisrĂŒckgĂ€nge nach VDP-Berechnung erneut besonders groß aus. BĂŒroimmobilien verbilligten sich mit 10,6 Prozent gemessen am Vorjahresquartal erstmals seit 2009 stĂ€rker als Einzelhandelsimmobilien (-9,3 Prozent). Der Trend zum Homeoffice und strengere Energievorgaben belasten die BĂŒromĂ€rkte. Einzelhandelsimmobilien leiden ferner unter dem Trend zum Onlinehandel und KonsumzurĂŒckhaltung in der Inflation.

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