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Banken: Immobilien in Deutschland wieder teurer, Mieten steigen

11.11.2024 - 08:38:43

KĂ€ufer von Wohnungen und HĂ€usern mĂŒssen nach EinschĂ€tzung der wichtigsten Immobilienfinanzierer wieder mehr bezahlen.

Im dritten Quartal stiegen die Preise im Schnitt leicht um 1,1 Prozent zum Vorquartal, wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) mitteilt.

Damit verteuern sich Wohnimmobilien das zweite Quartal in Folge zum Vorquartal - ein Zeichen, dass die Immobilienkrise nach historischen PreiseinbrĂŒchen im vergangenen Jahr endet. Die Preise lagen aber noch minimal um 0,2 Prozent unter dem Niveau des dritten Quartals 2023, so der Verband, der große Immobilienfinanzierer vertritt, darunter Deutsche Bank DE0005140008, Commerzbank DE000CBK1001, wichtige Sparkassen, Landesbanken und Spezialfinanzierer.

Unter den grĂ¶ĂŸten sieben StĂ€dten legten die Preise im dritten Quartal am stĂ€rksten in Frankfurt zu (plus 1,6 Prozent zum Vorquartal) - vor MĂŒnchen und DĂŒsseldorf (je 1,5 Prozent). Am geringsten war das Plus in Stuttgart und Berlin (0,8 Prozent).

Mieten steigen deutlich

Auch Mieter mĂŒssen laut der VDP-Daten tiefer in die Tasche greifen. Die Neuvertragsmieten in MehrfamilienhĂ€usern stiegen auf Quartalssicht um 0,7 Prozent und im Jahresvergleich um 5,6 Prozent. In den Metropolen kletterten die Mieten am stĂ€rksten in Berlin und Frankfurt mit plus 5,4 bzw. 4,7 Prozent binnen Jahresfrist.

Monat fĂŒr Monat wĂŒrden weniger Baugenehmigungen gemeldet, die Baufertigstellungen blieben auf viel zu geringem Niveau, sagte VDP-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Jens Tolckmitt. "Die Situation auf dem Wohnungsmarkt spitzt sich weiter zu". Er appellierte nach dem Aus der Ampel-Koalition: "Es bedarf dringend entschlossener Maßnahmen, die den Wohnungsbau schnell und spĂŒrbar beleben. Diese Entscheidungen vertragen keinen weiteren Aufschub."

Preisanstieg nach deutlichem Einbruch

Im vergangenen Jahr waren die Immobilienpreise in Deutschland um 8,4 Prozent gefallen - laut Statistischem Bundesamt der stĂ€rkste JahresrĂŒckgang seit Beginn der Zeitreihe 2000. Hauptgrund waren krĂ€ftig gestiegene Zinsen, die Kredite verteuerten. Zuletzt sind die Bauzinsen aber wieder gefallen, im zweiten Quartal stiegen die Preise fĂŒr Wohnungen und HĂ€user erstmals seit zwei Jahren. Auch vergeben Banken wieder deutlich mehr Immobilienkredite.

Noch sei es zu frĂŒh, um von einem nachhaltigen Preisanstieg am Immobilienmarkt zu sprechen, sagte Tolckmitt. RĂŒckschlĂ€ge seien nicht ausgeschlossen, sagte er mit Blick auf die schwache Wirtschaft und weltweite Krisen.

Die Daten des VDP basieren auf Transaktionen von mehr als 700 Banken und sind damit belastbarer als Analysen, die auf Angebotspreisen beruhen. Denn beim Immobilienkauf wird in der Regel verhandelt.

Die EinschĂ€tzung des Verbands deckt sich mit jĂŒngsten Daten des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft. Demnach verteuerten sich Eigentumswohnungen im dritten Quartal um 1,4 Prozent zum Vorquartal und EinfamilienhĂ€user um 1,3 Prozent.

@ dpa.de | DE0005140008 KONJUNKTUR