Katastrophenschutzübung: 1.000 Einsatzkräfte trainieren drei Szenarien
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit groß angelegten Übungen trainieren zahlreiche Hilfsorganisationen und Rettungsdienste die medizinische und technische Menschenrettung. In verschiedenen Regionen erprobten die Einsatzkräfte Szenarien von Unfällen in industriellen Anlagen bis hin zu schweren Naturereignissen, um die Schnittstellen zwischen technischen Rettungskräften, Sanitätsdiensten und Kliniken zu überprüfen.
Industrieanlagen und Chemieparks im Fokus der Notfallteams
Im Chemiepark Knapsack in Hürth stand eine jährliche Notfallübung an, bei der ein fiktives Unglück im Werksteil Hürth simuliert wurde. An dem Training zwischen 10 und 14 Uhr beteiligten sich die Werksfeuerwehr, der Werkschutz, der Werkskrisenstab sowie die Feuerwehr Hürth, das Technische Hilfswerk Brühl, die Kreispolizei und betriebliche Notfallteams. Für die Anwohner bestand laut den Veranstaltern keine Gefahr, die Abläufe sollen im Anschluss ausgewertet werden.
Beim Unternehmen Ineos in Herne wurde eine Explosion simuliert. Nach dem Ertönen von Sirenen um 11 Uhr rückten 40 Feuerwehr- und Rettungswagen aus, während Pflegeschüler als Verletztendarsteller schwere Blessuren mimten.
Großübungen bei Naturkatastrophen und Schienenunfällen
Im Landkreis Grafschaft Bentheim fand die nach Angaben der Verwaltung größte Katastrophenschutzübung an einem Tag in der Region statt. Rund 1.000 Einsatzkräfte trainierten in Bad Bentheim, Itterbeck und Nordhorn Einsätze bei einem Zugunglück, einem Vegetationsbrand sowie bei Hochwasser.
Das Übungsspektrum umfasste unter anderem die Zugevakuierung, einen Gefahrgutunfall, das Löschen aus der Luft sowie den Transport und Verbau von Sandsäcken. Während die Zusammenarbeit zwischen regionalen und überregionalen Kräften laut Landkreis gut funktionierte, war die Funkkommunikation zeitweise durch Netzüberlastung beeinträchtigt.
Auch in Österreich wurden umfangreiche Lagen geprobt. In Adnet und Krispl im Tennengau trainierten über 400 Einsatzkräfte unter der Leitung der Bezirkshauptmannschaft Hallein ein fiktives Starkregenereignis mit mehreren Schadstellen und einer Giftgaswolke.
Die Großübungen zeigen, wo es im Ernstfall hakt: Die Funkkommunikation fiel zeitweise wegen Netzüberlastung aus, und beim Abtransport und der Übergabe Verletzter sahen die Verantwortlichen Verbesserungsbedarf. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie Notfallübung, Schnittstellen und Notstrom im eigenen Betrieb vorab prüfen. Kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
Daran waren etwa 150 Kräfte der Feuerwehr, rund 100 des Roten Kreuzes sowie jeweils etwa 50 Personen von Bergrettung und Wasserrettung beteiligt. Die L107 musste dabei von 11 bis 17 Uhr gesperrt werden.
Zudem testete die Behörde ihren Stabsraum auf Notstrombetrieb, der bis zu 72 Stunden autark aufrechterhalten werden kann. Weitere 400 Einsatzkräfte probten zeitgleich im Wiestal Maßnahmen bei Starkregen, einem schweren Verkehrsunfall und eingeschlossenen Personen.
Tunnelbrand in Heidelberg und Übungen im Gelände
Bereits am 8. Oktober 2026 simulierten Feuerwehr, Rettungsdienste und Kliniken in Heidelberg einen schweren Tunnelunfall im 920 Meter langen Schlossbergtunnel.
Im Szenario kam es nach einem Zusammenstoß zu einem Fahrzeugbrand mit dichter Rauchentwicklung. Rund 200 Einsatzkräfte sowie etwa 70 weitere Mitwirkende probten die Rettung sowie Abläufe für einen Massenanfall von Verletzten bei mehr als 40 Betroffenen.
Laut Feuerwehrkommandant habe sich das neue Tunnelbrandkonzept bewährt. Während die Verantwortlichen ein positives Fazit zogen, bestand nach Angaben von Feuerwehr und Klinikum Verbesserungsbedarf beim Abtransport und der Übergabe von Verletzten.
Ein Stabsraum, der nur 72 Stunden autark läuft, und eine Notstromversorgung, die im Test an ihre Grenzen kommt — genau hier entscheidet sich, ob Ihr Krisenstab im Ernstfall handlungsfähig bleibt. Der Leitfaden liefert einen konkreten Praxisplan, mit dem Sie die Notstrom-Autarkie Ihres Standorts realistisch durchrechnen und absichern. Praxisplan Notstrom jetzt sichern
In Dinslaken trainierten rund 160 Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen Dinslaken-Voerde-Hünxe gemeinsam mit 40 Verletztendarstellern. Beteiligt waren Feuerwehr, DLRG, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser und das Technische Hilfswerk, wobei die Leitung turnusmäßig bei der Feuerwehr Dinslaken lag.
An der Kreideküste im Nationalpark Jasmund übten zudem mehr als 20 Einsatzkräfte über sechs Stunden hinweg die Rettung an Steilhängen mittels Klettergeschirr und Helikopter. Auf der Eidenberger Alm trainierten das Rote Kreuz Urfahr-Umgebung und der Samariterbund Feldkirchen mit 32 Sanitätern und drei Notärzten die Versorgung von 24 Betroffenen nach einem simulierten Kohlenmonoxid-Austritt.

