KfW-Chef: 'Demokratie ist ein harter Standortfaktor'
Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 07:57 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Demokratie ist ein harter Standortfaktor", sagte Vorstandschef Stefan Wintels der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Jahrestagung des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) in Bangkok. "Investoren beobachten genau, ob demokratische Grundwerte, Rechtsstaatlichkeit und offene MĂ€rkte in Deutschland verlĂ€sslich geschĂŒtzt bleiben." Was der Standort am wenigsten gebrauchen könne, seien Abschottung, Polarisierung und Blockade.
Wintels Ă€uĂerte sich auf die Frage, ob das Erstarken der AfD bei den jĂŒngsten Landtagswahlen ein Thema fĂŒr Investoren sei. In Sachsen-Anhalt hatte die vom dortigen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestufte Partei die Wahl gewonnen, auch in Mecklenburg-Vorpommern wurde sie stĂ€rkste Kraft.
"Erste Adresse" fĂŒr Investitionen in Europa
Insgesamt bleibe Deutschland trotz aller Herausforderungen "erste Adresse in Europa", sagte der KfW-Chef nach GesprĂ€chen mit Vertretern internationaler Investoren in Bangkok. "Kapital ist da, der Investitionswille ebenso." Entscheidend sei, wie rentabel und sicher ein Investment sei. "DafĂŒr brauchen wir verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungen und in zentralen Bereichen den Schulterschluss von Staat und privatem Kapital."
Gefragte Bereiche seien Energie, Verteidigung, Digitalisierung, Bildung, Forschung und nachhaltige Infrastruktur. Investoren suchten konkrete, investierbare Projekte, sagte Wintels. Hier setze der von Bundesregierung und KfW initiierte "Deutschlandfonds" an. Ziel ist, mit 30 Milliarden Euro an öffentlichen Mitteln und Garantien Investitionen von 130 Milliarden Euro in Energie, Mittelstand, kritische Rohstoffe und Technologiefirmen zu stimulieren.
