KI-Arbeitsmarkt, Wachstum

KI-Arbeitsmarkt: 52% Wachstum in Spezial-Unternehmen, 19% bauen ab

20.06.2026 - 02:04:38 | boerse-global.de

KI-intensive Firmen verzeichnen 52 Prozent mehr Personal, während Einstiegsposten schrumpfen. Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse steigt auf 62 Prozent.

KI-Spaltung am Arbeitsmarkt: Wachstum und Jobabbau zugleich
KI-Arbeitsmarkt - Eine Gruppe von Fachkräften arbeitet in einem modernen Büro, überlagert von einem leuchtenden, futuristischen neuronalen Netzwerk, das KI-Einfluss symbolisiert. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Automatisierung in Teilbereichen Stellen kostet, verzeichnen KI-intensive Unternehmen ein deutliches Personalwachstum.

Laut dem am 18. Juni veröffentlichten „Global AI Jobs Barometer“ von PwC wuchs der Personalbestand in KI-intensiven Firmen seit 2018 um 52 Prozent. Zum Vergleich: Unternehmen ohne nennenswerten KI-Einsatz legten nur um 36 Prozent zu. Auch das Produktivitätswachstum liegt bei den KI-Anwendern mit 34 Prozent deutlich über dem Schnitt.

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Lohnaufschlag für KI-Kenntnisse

Die Analyse zeigt einen trend zu professionalisierten Rollen, etwa in der Medizin oder im Ingenieurwesen. In diesen Bereichen wachsen die Stellen doppelt so schnell wie in anderen Segmenten. Für KI-Kenntnisse wird inzwischen ein durchschnittlicher Lohnaufschlag von 62 Prozent gezahlt – im Vorjahr lag der Wert noch bei 57 Prozent. Die Zahl der Stellenausschreibungen mit KI-Anforderungen hat sich seit 2024 fast verdoppelt.

Gleichzeitig zeichnet sich eine selektive Reduktion bei Einstiegspositionen ab. PwC-Chef Mohamed Kande erklärte Mitte Juni am Rande der Messe VivaTech in Paris, sein Unternehmen plane, die Einstellung von Berufseinsteigern in den USA innerhalb von drei Jahren um ein Drittel zu reduzieren. Dennoch geht er davon aus, dass KI insgesamt zu mehr Einstellungen führen wird.

Weiterbildung: Bedarf hoch, Investitionen niedrig

Die Halbwertszeit beruflicher Qualifikationen ist auf 12 bis 18 Monate gesunken. Das zeigt eine Studie von Roland Berger vom 19. Juni. Schätzungen zufolge werden 60 Prozent der heutigen Studierenden in Berufen arbeiten, die es noch gar nicht gibt.

Der McKinsey HR Monitor 2026 belegt jedoch eine gegenteilige Entwicklung: Ein Drittel der deutschen Beschäftigten hat 2025 keine einzige Stunde in Weiterbildung investiert. Die Ausgaben der Unternehmen sanken pro Mitarbeiter um 24 Prozent auf durchschnittlich 1.204 Euro. 14 Prozent der deutschen Firmen verbieten die Nutzung von KI-Tools weiterhin komplett. Nur 21 Prozent der deutschen Arbeitnehmer fühlen sich laut PwC ausreichend für den Umgang mit KI vorbereitet.

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Automatisierung kostet Jobs

Neben den Wachstumsimpulsen führt die Technologie in spezifischen Bereichen zu direktem Stellenabbau. Eine Bitkom-Umfrage vom April ergab: Bereits 19 Prozent der deutschen Unternehmen haben Stellen wegen KI gestrichen. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) rechnet damit, dass in den kommenden 15 Jahren bis zu 1,6 Millionen Arbeitsplätze vom KI-bedingten Strukturwandel betroffen sein könnten.

Große Tech-Konzerne forcieren die Automatisierung in der Logistik. Amazon testet seit Mitte Juni eine neue Software zur automatischen Mitarbeitersteuerung in Nordamerika. Interne Analysen deuten auf Einsparungen von rund 6,9 Millionen Arbeitsstunden und 193 Millionen US-Dollar pro Jahr hin. Die Software berechnet den Personalbedarf in den Roboterlagern alle drei Minuten neu.

Strategie ja, Rendite nein

Laut einem KPMG-Bericht vom 18. Juni verfügen bereits 95 Prozent der Unternehmenskunden über eine KI-Strategie. Doch nur acht Prozent können eine klare Rentabilität ihrer Investitionen belegen. Lediglich jedes zehnte Unternehmen setzt die Technologie bereits in großem Maßstab ein. Entscheidend für den Erfolg bleibt die Ausbildung der Mitarbeiter.

Parallel dazu wächst die technologische Basis in Deutschland. Im Februar eröffneten die Deutsche Telekom und Nvidia ein gemeinsames Zentrum für industrielle KI in München. Die Investitionssumme beträgt eine Milliarde Euro. Die Infrastruktur umfasst bis zu 10.000 spezialisierte Grafikeinheiten, um die hiesige Wirtschaft bei der Transformation zu unterstützen.

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