Finanzen, Transparenz

KI in Finanzen: 68% lehnen Tools ohne Transparenz ab

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IDC-Studie zeigt: Finanzexperten investieren viel Zeit in KI-Prüfung. Neue Tools und Multi-Agenten-Systeme sollen Abhilfe schaffen.

KI in der Finanzwelt: Transparenz wichtiger als Geschwindigkeit
Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netz überlagert einen modernen Büroschreibtisch mit Laptop, der Finanzdiagramme zeigt, und einem Taschenrechner. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Integration Künstlicher Intelligenz in Finanzsysteme schreitet rasant voran – doch die Kontrolle der Ergebnisse kostet Zeit. Eine aktuelle IDC-Umfrage zeigt: Finanzverantwortliche fordern vor allem Transparenz.

Stundenlange Prüfung statt Zeitersparnis

Die IDC-Studie unter 2.275 Finanzentscheidern weltweit (davon 205 aus Deutschland) offenbart ein Paradoxon. 18 Prozent der deutschen Befragten investieren wöchentlich 15 bis 29 Stunden in die Verifizierung von KI-Ergebnissen. Bei 29 Prozent liegt der Aufwand sogar bei über 30 Stunden pro Woche.

Das Misstrauen sitzt tief. 68 Prozent der Befragten würden ein KI-Tool mit 99 Prozent Präzision ablehnen, wenn die Herleitung der Ergebnisse intransparent bleibt. Und 43 Prozent der Teilnehmer würden eine KI-Empfehlung ignorieren, wenn sie dem eigenen Fachurteil widerspricht.

Neue Tools für die Buchhaltung

Trotz der Skepsis bringen Softwarehäuser im Juli 2026 neue Lösungen auf den Markt. Die BOC Group veröffentlichte am 20. Juli die Version ADONIS 19.0 LTS. Die Neuerungen: KI-gestützte Textoptimierung, automatisierte Prozessgenerierung und erweiterte Variantenanalysen im Process Mining.

Am 18. Juli schalteten die IGT Docs Tools den mobilen Einsatz frei. Für den 23. Juli ist der Start der Plattform Salestrics AI v2 angekündigt. Bereits Ende März ging ImageToExcel.co in Betrieb – ein Dienst, der Bilddaten in Tabellenformate konvertiert. Anfang August folgt TeamSuite ADAcertify.

KI-Agenten übernehmen Kontrollaufgaben

Multi-Agenten-Systeme treiben die Automatisierung voran. Jonas Diezun, CEO von Beam AI, beschreibt eine Entwicklung, in der diese Systeme Aufgaben in Buchhaltung und Bewerbungsscreening übernehmen. Die Agenten kontrollieren sich gegenseitig, um eine Genauigkeit von über 95 Prozent zu erreichen. Ziel: digitale Zwillinge von Organisationen, die administrative Rollen überflüssig machen.

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Auch bei ERP-Systemen tut sich was. Bike-Discount schloss im Frühjahr die Migration auf Microsoft Dynamics 365 Business Central ab. In der ersten Woche nach dem Go-Live am 1. März verarbeitete das System bereits 30.000 Aufträge. Für den operativen Einkauf steht mit CUNO/4 eine vollständig in SAP integrierte Lösung bereit, die Rahmen- und Serviceverträge in Echtzeit überwacht.

KI im Test: Grenzen der Technologie

Benchmarks zeigen: Nicht jede KI hält, was sie verspricht. SAP ABAP-1, eine spezialisierte KI für ABAP-Code, unterlag in aktuellen Tests beim Codeverstehen gegenüber Modellen wie Claude Haiku 4.5. GPT-5 erreichte mit Compiler-Feedback eine Erfolgsquote von über 77 Prozent. SAP empfiehlt das eigene Modell ABAP-1 daher primär zum Erklären von Code, nicht zur Generierung.

Die Bildungsbranche reagiert. BDO Schweiz lanciert zum Lehrjahr 2026 den „BDO Business Campus“. Das Programm für Treuhandlernende soll grundlegende Buchhaltungskenntnisse sichern – denn diese Basiskompetenzen drohen durch den KI-Einsatz an Tiefe zu verlieren.

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Banken und Infrastruktur: Digitale Angebote wachsen

Die Deutsche-Bank-Marke FYRST bietet für Geschäftskunden verschiedene Kontomodelle. Das Basiskonto für juristische Personen kostet 6 Euro monatlich, für natürliche Personen entfällt die Grundgebühr. Das „Complete“-Modell schlägt mit 10 Euro pro Monat zu Buche.

Die Sparkassen öffnen ihre App für den Wertpapierhandel über das System S-Neo – Zugriff auf über 21.000 Wertpapiere inklusive. Bestandskunden nutzen das Angebot bereits, Neukunden folgen zum Jahreswechsel 2026/2027.

Microsoft kündigte an, die Funktion „Meeting Insights“ in Outlook ab September durch KI-Zusammenfassungen des Copilot-Systems zu ersetzen. Windows-11-Nutzer erhalten seit dem Update vom 18. Juli eine automatisierte Sicherungsfunktion, die alle 24 Stunden Wiederherstellungspunkte erstellt.

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