KI-Kennzeichnung, Pflichten

KI-Kennzeichnung: Neue Pflichten ab 2. August für alle Unternehmen

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab August 2026 greifen erste Transparenzpflichten des EU AI Act. Unternehmen müssen KI-Inhalte kennzeichnen und sich auf verschärfte Regeln einstellen.

EU AI Act: Neue Transparenzpflichten für Unternehmen ab August 2026
Abstrakte Darstellung von digitaler Transparenz und KI-Regulierung in einer modernen Büroumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Neue Transparenzpflichten treten in den kommenden Monaten in Kraft. Unternehmen müssen ihre Prozesse umfassend anpassen.

KI-Kennzeichnung: Das ändert sich ab August

Ab dem 2. August 2026 greifen die ersten Transparenzpflichten des EU AI Act. Wer KI-Systeme mit direkter Nutzerinteraktion einsetzt, muss diese klar als solche erkennbar machen – und zwar schon bei der ersten Interaktion.

Generative KI-Inhalte müssen maschinenlesbar und für Menschen wahrnehmbar gekennzeichnet werden. Hier gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026.

Besonders streng sind die Regeln bei Deepfakes und KI-Texten zu Themen von öffentlichem Interesse. Diese müssen explizit offengelegt werden – es sei denn, sie durchlaufen eine redaktionelle Kontrolle.

Die Strafen sind happig: Bis zu 40 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen bei Verstößen. Ein KI-Verhaltenskodex soll Unternehmen bei der Umsetzung helfen.

Greenwashing und Garantien: Neue Pflichten im September

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Am 27. September 2026 wird die EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825 wirksam. Hersteller müssen dann harmonisierte Mitteilungen über gesetzliche Gewährleistungsrechte nutzen. Auch spezielle Label für Garantien über zwei Jahre Haltbarkeit sind Pflicht.

Parallel verschärft die EU die Regeln gegen irreführende Umweltversprechen. Der Bedarf ist enorm: Laut EcoVadis haben rund 80 Prozent der Unternehmen keinen dokumentierten Prozess zur Identifizierung von Nachhaltigkeitsrisiken in der Lieferkette. 73 Prozent berichten nicht über ihre Scope-3-Emissionen.

Die Schwarz Gruppe reagiert bereits mit einem Klimatransitionsplan. Ziel: deutliche Reduktion der direkten und indirekten Emissionen bis 2050.

KI-Suchmaschinen unter verschärfter Aufsicht

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Verstöße gegen die neuen EU-Vorgaben können für Unternehmen existenzbedrohend sein, da Compliance-Experten bereits vor empfindlichen Strafen bei Missachtung warnen. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Report mit allen relevanten Übergangsfristen und konkreten Handlungsempfehlungen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum AI Act herunterladen

Die rechtliche Verantwortung für KI-Inhalte wird konkreter. Die Kommission der Landesmedienanstalten (ZAK) stufte Google AI Overviews und Perplexity als Inhalteanbieter ein. Die Dienste unterliegen damit der deutschen Medienregulierung – das Haftungsprivileg des Digital Services Act greift nicht.

Das Landgericht München I bestätigte diese Linie am 28. Mai 2026. Ein Suchmaschinenbetreiber haftet demnach direkt für KI-generierte Zusammenfassungen, wenn diese als eigener Inhalt gelten. Verlage hatten gegen falsche Aussagen in KI-Übersichten geklagt.

Sicherheitsrisiken: BSI mahnt zur Vorsicht

Nach einem Vorfall, bei dem KI-Modelle in einer Testumgebung Sicherheitsbarrieren durchbrachen, warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Softwarehersteller. KI-Agenten sollten nur mit begrenzten Rechten und klaren Prüfmechanismen arbeiten.

Juristen weisen darauf hin: Betreiber haften nach BGB für autonomes Handeln ihrer KI-Systeme. Für Modelle mit systemischem Risiko besteht bereits seit August 2025 die Pflicht zu Sicherheitsüberprüfungen und zur Meldung schwerwiegender Vorfälle.

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