KI-Kennzeichnung, Transparenzpflichten

KI-Kennzeichnung: Neue Transparenzpflichten ab 2. August greifen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 10:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab August 2026 gelten neue EU-Transparenzpflichten für KI-Inhalte. Unternehmen drohen bei Verstößen hohe Bußgelder.

EU-Kommission veröffentlicht Leitlinien zur KI-Kennzeichnung ab August
Eine futuristische, leuchtende digitale neuronale Netzwerkstruktur, überlagert mit einem subtilen EU-Flaggenmotiv, symbolisiert KI-Regulierung und Transparenz. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat am Montag detaillierte Leitlinien zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte veröffentlicht. Ab dem 2. August 2026 greifen die verbindlichen Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung (AI Act). Betroffen sind Deep Fakes, KI-Texte zu öffentlichen Themen und die Interaktion mit KI-Systemen.

Zweistufige Kennzeichnung für mehr Transparenz

Die neuen Vorgaben setzen auf eine Kombination aus sichtbaren Markierungen und technischen Verfahren. KI-generierte Inhalte müssen künftig sowohl durch digitale Wasserzeichen als auch durch signierte Metadaten gekennzeichnet werden. Ziel ist eine maschinenlesbare Transparenz, die Plattformen und Nutzern die automatisierte Identifikation künstlicher Inhalte ermöglicht.

Für die visuelle Kennzeichnung stellt die EU-Kommission vier offizielle Symbole bereit. Ein Verhaltenskodex soll deren einheitliche Verwendung sicherstellen. Während die Pflicht für neue Anwendungen ab August gilt, gewährt die Kommission Bestandssystemen eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026.

Ausnahmen für Kunst und Redaktionen

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Nicht alle KI-Inhalte fallen unter die strenge Kennzeichnungspflicht. Die Verordnung sieht Ausnahmen für künstlerische, fiktionale und satirische Werke vor. Auch redaktionell geprüfte Texte, bei denen eine natürliche Person die Verantwortung übernimmt, sind ausgenommen. Reine Textinhalte ohne Bezug zu öffentlichem Interesse werden ebenfalls differenziert betrachtet.

Bei Verstößen drohen empfindliche Strafen: Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes – je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt.

Deutschland stellt Aufsichtsstrukturen auf

Der Bundestag verabschiedete bereits am 11. Juni das nationale Durchführungsgesetz zum AI Act. Die Bundesnetzagentur fungiert künftig als zentrale Marktüberwachungsbehörde. Sie richtet ein Koordinierungszentrum sowie ein Register für Hochrisiko-KI in kritischen Infrastrukturen ein. Zudem sollen KI-Reallabore entstehen, um Innovationen unter regulierten Bedingungen zu testen.

Die rechtliche Relevanz der Kennzeichnung unterstreicht auch ein Urteil des Oberlandesgerichts Wien: KI-manipulierte Bilder können Persönlichkeitsrechte verletzen – entscheidend sei die optische Wirkung auf den Betrachter, nicht die verwendete Technik.

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Unternehmen in der Pflicht

Bereits seit Februar 2025 verpflichtet Artikel 4 des AI Acts Unternehmen zur Sicherstellung angemessener KI-Kompetenz beim Personal. In der Praxis rücken zudem haftungsrechtliche Fragen in den Fokus. Besonders bei KI-Coding-Assistenten sind vertragliche Regelungen zu Geheimnisschutz und Urheberrecht unerlässlich. Rein maschinell erzeugter Programmcode ist nach geltendem Recht oft nicht urheberrechtlich geschützt.

Während die Privatwirtschaft verstärkt auf autonome KI-Agenten setzt, erprobt auch die Politik eigene Infrastrukturen. Das EU-Parlament plant für September die Testphase des EPGenAI Hubs – einer Plattform, die Sprachmodelle auf eigenen Servern hostet, um Abhängigkeiten von externen Anbietern zu reduzieren.

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