KI kostet bisher kaum Jobs – junge Beschäftigte verlieren
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 10:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Beschäftigung nach Altersgruppen
- Das IAB untersuchte die Entwicklung der Vollzeitbeschäftigung seit 2022 in unterschiedlich stark von KI beeinflussten Berufen.
- Bei den 30- bis 39-Jährigen lag das Beschäftigungswachstum in stark betroffenen Berufen fast sechs Prozentpunkte höher.
- Bei den 40- bis 64-Jährigen betrug der Unterschied rund fünf Prozentpunkte, bei unter 30-Jährigen war er negativ.
KĂĽnstliche Intelligenz hat nach einer Untersuchung des NĂĽrnberger Instituts fĂĽr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bisher nicht nennenswert Jobs in Deutschland gekostet.
Vollzeitbeschäftigung entwickelt sich unterschiedlich
Seit 2022 entwickelte sich die Vollzeitbeschäftigung in Berufen mit hohem KI-Einfluss insgesamt besser als in weniger betroffenen Berufen. Das Beschäftigungswachstum fiel bei den 30- bis 39-Jährigen fast sechs Prozentpunkte und bei den 40- bis 64-Jährigen rund fünf Prozentpunkte höher aus.
Jüngere Beschäftigte stärker betroffen
Bei den unter 30-Jährigen verlief die Entwicklung anders: In stark von KI beeinflussten Berufen ging die Vollzeitbeschäftigung um 1,2 Prozentpunkte stärker zurück als in weniger betroffenen Berufen.
Risiken in Industrie und nicht akademischen Berufen
Die IAB-Forscher sehen grundsätzliche Gefahren vor allem in der Industrie und in nicht akademischen Berufen. Bei jungen Menschen entwickelte sich die Beschäftigung in beiden Bereichen besonders dann negativ, wenn der KI-Einfluss bereits hoch war.
Beschäftigung wächst nicht in allen Gruppen gleich
Die IAB-Auswertung zeichnet ein differenziertes Bild der bisherigen Arbeitsmarktwirkung von künstlicher Intelligenz. In den untersuchten Berufen zeigt sich bislang kein allgemeiner Einbruch der Vollzeitbeschäftigung. Zugleich konzentrieren sich die negativen Effekte auf jüngere Beschäftigte und bestimmte Tätigkeitsfelder.
Der Altersunterschied ist besonders relevant: Während 30- bis 64-Jährige in stark von KI beeinflussten Berufen seit 2022 vergleichsweise besser abschnitten, ging die Vollzeitbeschäftigung bei unter 30-Jährigen dort stärker zurück. Das kann den Einstieg in Berufe erschweren, in denen Unternehmen Aufgaben bereits digitalisieren oder weniger Nachwuchskräfte benötigen.
Industrie bleibt besonders im Blick
Als anfällig gelten laut IAB vor allem industrielle und nicht akademische Tätigkeiten. Dort könnte KI bestehende Abläufe verändern, ohne dass unmittelbar ganze Berufe verschwinden. Wahrscheinlicher ist zunächst eine Verschiebung von Aufgaben: Routinetätigkeiten können entfallen, während Kontrolle, technische Anpassung und der Umgang mit digitalen Systemen an Bedeutung gewinnen.
Für Beschäftigte und Berufsanfänger wächst damit der Druck, digitale Kompetenzen früh auszubauen. Unternehmen stehen zugleich vor der Aufgabe, Weiterbildung und innerbetriebliche Wechsel zu organisieren. Die aktuellen Daten sprechen gegen eine bereits eingetretene massenhafte Verdrängung, zeigen aber erste Unterschiede nach Alter, Qualifikation und Branche.
