KI-Urheberrecht, Zeitungen

KI-Urheberrecht: 400 Zeitungen verklagen Microsoft und OpenAI

26.06.2026 - 04:33:15 | boerse-global.de

Fast 400 Lokalzeitungen verklagen Microsoft und OpenAI wegen unerlaubter Nutzung ihrer Artikel für KI-Training und fordern Schadensersatz.

US-Medienklage gegen Microsoft und OpenAI wegen Urheberrechtsverletzung
KI-Urheberrecht - Rechtsdokumente und ein Hammer auf einem Holztisch, im Hintergrund Zeitungen und digitale Code-Überlagerungen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Medienhäuser werfen den Tech-Konzernen vor, ihre journalistischen Inhalte ohne Zustimmung für KI-Training genutzt zu haben – hinter Paywalls und ohne Vergütung.

Am 24. Juni reichten Verlage aus 33 US-Bundesstaaten Klage beim New Yorker Bundesgericht ein. Zu den Klägern zählen die Arkansas Democrat-Gazette und WEHCO Newspapers. Der Vorwurf: systematischer Diebstahl hunderttausender urheberrechtlich geschützter Artikel.

Vorwurf des systematischen Scrapings

Die Klageschrift beschreibt, wie Microsoft und OpenAI Inhalte automatisiert scrapen sollen – auch durch Bezahlschranken geschützte Texte. Die Klägervertreter werfen den Unternehmen vor, Copyright-Informationen entfernt und die Artikel für kommerzielle KI-Produkte wie ChatGPT und Copilot verwendet zu haben.

Das Kernargument: Die KI-Dienste fassen lokale Nachrichten zusammen oder ersetzen sie sogar. Damit zerstören sie die wirtschaftliche Basis des Regionaljournalismus. Die Verlage fordern Unterlassung und umfassenden Schadensersatz.

Eine zweite Klage mit fast 50 Medienhäusern wurde am 25. Juni unter dem Aktenzeichen 1:26-cv-05320 registriert. OpenAI-CEO Sam Altman hatte zuvor eingeräumt, dass leistungsfähige KI ohne urheberrechtlich geschütztes Material kaum entwickelbar sei. Die Beklagten berufen sich dagegen auf die Fair-Use-Doktrin.

Verdacht auf Büchervernichtung für KI-Daten

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Parallel dazu rückt der europäische Buchmarkt in den Fokus. Seit Ende April beobachtet die Branche massive Aufkäufe durch den kanadischen Händler Zoom Books. Schätzungen zufolge hat das Unternehmen rund 700.000 antiquarische Sachbücher in Deutschland erworben – weltweit etwa drei Millionen.

Branchenkreise vermuten, dass die Bücher für KI-Training genutzt werden. Dabei käme destruktives Scannen zum Einsatz: Bücher werden für die Digitalisierung zerlegt und anschließend vernichtet. Zoom Books bestreitet dies offiziell.

Ein Präzedenzfall aus 2025 dient als Referenz: Das Unternehmen Anthropic durfte nach einem Vergleich über 1,5 Milliarden Dollar legal erworbene Bücher als Fair Use scannen. Der EU AI Act verlangt derzeit nur eine Zusammenfassung der Trainingsdaten, keine vollständige Offenlegung der Quellen.

Lizenzierung als Alternativmodell

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Während die Rechtsstreitigkeiten eskalieren, zeichnen sich in der Bildbranche andere Wege ab. Getty Images lizenziert Bilder für die ChatGPT-Suche an OpenAI – aber ausdrücklich nicht für KI-Training. Getty-CEO Craig Peters verfolgt eine Doppelstrategie: Kooperation mit OpenAI, Klage gegen Stability AI wegen zwölf Millionen unrechtmäßig genutzter Bilder.

An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht für Bewegung. Getty-Aktien verzeichneten zeitweise deutliche Kursgewinne. Die Entwicklungen finden vor dem Hintergrund der geplanten Shutterstock-Übernahme für 3,7 Milliarden Dollar statt – ein weiterer Schritt zur Konsolidierung im Markt für digitale Inhalte.

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