KI.Werkstatt NRW: 1,3 Millionen Euro für Ausbildungs-Modellbetriebe
Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 19:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat an ihren Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden mit der Implementierung einer neuen Softwarelösung für das Arbeitsplatz- und Ressourcenmanagement begonnen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund eines zunehmenden Bedarfs an digitalen Werkzeugen zur effizienten Gestaltung moderner Arbeitsumgebungen und der Förderung von Technologiekompetenzen in der Belegschaft.
Seit Anfang September setzt die BAuA auf die On-Premises-Lösung raum]für[raum. Das System dient der Verwaltung von Arbeitsplätzen, Räumlichkeiten und weiteren betrieblichen Ressourcen. Rund 750 Mitarbeitende der Behörde sind in die Nutzung der neuen Software eingebunden.
Die Einführung unterstreicht das Bestreben öffentlicher Institutionen, Verwaltungsprozesse durch spezialisierte IT-Anwendungen zu optimieren und physische Kapazitäten datenbasiert zu steuern.
Modernisierung der IT-Infrastruktur im öffentlichen Sektor
Die Maßnahme der BAuA reiht sich in eine Serie von Modernisierungsprojekten innerhalb öffentlicher Verwaltungen ein. So verfolgt die Schweizer Bundeskanzlei derzeit ein Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware als Alternative zu gängigen Cloud-Lösungen.
Mit einem Budget von 9 Millionen Schweizer Franken soll bis Ende 2027 eine Plattform für 3.000 Beschäftigte etabliert werden. Ein vorangegangener Praxistest mit der Open-Source-Lösung openDesk verlief bei den beteiligten Testpersonen positiv.
Parallel dazu treiben Kommunen wie die Stadt Potsdam die Erneuerung ihrer Hardware voran. Dort werden an 48 Schulen insgesamt 4.700 Endgeräte ausgetauscht und auf aktuelle Betriebssysteme umgestellt. Das Projektvolumen umfasst rund 5 Millionen Euro und soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
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Auch der Landkreis Dachau meldet Fortschritte bei der Digitalisierung: Seit Anfang 2025 nutzt das dortige Sozialamt eine Fachsoftware, die laut Behördenangaben zu Verbesserungen bei der Strukturierung von Auszahlungen und Auswertungen geführt hat.
Kompetenzentwicklung und Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz
Neben der rein infrastrukturellen Ausstattung rückt die Befähigung der Mitarbeitenden im Umgang mit digitalen Technologien in den Fokus. Das Projekt KI.Werkstatt Ausbildung NRW, eine Kooperation der Universität Siegen und des Bildungswerks der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft, untersucht derzeit in zehn Modellbetrieben, wie Künstliche Intelligenz (KI) Auszubildende unterstützen kann.
Das Vorhaben wird vom NRW-Arbeitsministerium mit 1.3 Millionen Euro gefördert; interessierte Betriebe können sich noch bis Mitte Oktober 2026 bewerben.
Aktuelle Marktanalysen verdeutlichen die Relevanz dieser Initiativen. Eine Studie von Great Place to Work aus dem Jahr 2025 zeigt, dass exzellente Arbeitgeber ihre Beschäftigten deutlich stärker bei der Entwicklung von KI-Kompetenzen fördern als der Durchschnitt (73 Prozent gegenüber 42 Prozent).
Zudem blicken 90 Prozent der Angestellten bei diesen prämierten Unternehmen positiv in die digitale Zukunft, wobei die Finanzbranche und die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) eine Vorreiterrolle einnehmen.
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Herausforderungen bei der Implementierung neuer Technologien
Trotz der technologischen Fortschritte bestehen weiterhin Hürden bei der betrieblichen Umsetzung. Die Konstanzer KI-Studie vom Mai 2026 stellte fest, dass zwar 38 Prozent der Erwerbstätigen KI bei der Arbeit nutzen, jedoch lediglich 55 Prozent der verwendeten Werkzeuge offiziell durch die Arbeitgeber eingeführt wurden. Es zeigt sich zudem ein Bildungsgefälle: Während 56 Prozent der Beschäftigten mit hohem Bildungsabschluss KI nutzen, sind es bei Personen mit niedrigerem Abschluss nur 21 Prozent.
Auch die Abhängigkeit von digitalen Tools nimmt zu. Laut dem Randstad Arbeitsbarometer 2026 geben 27 Prozent der Angehörigen der Generation Z an, ihren Job ohne KI nicht mehr erledigen zu können. Im deutschlandweiten Durchschnitt liegt dieser Wert bei 19 Prozent, womit die Bundesrepublik hinter Nachbarländern wie der Schweiz (40 Prozent) oder Luxemburg (41 Prozent) zurückbleibt.
Unternehmen wie die talentsconnect AG reagieren auf diesen Wandel mit Plattformen zur Wissenssicherung, etwa für Ingenieure kurz vor dem Renteneintritt. Robin Sudermann, CEO des Unternehmens, betonte in diesem Zusammenhang, dass der Einsatz von KI ohne den entsprechenden Kontext lediglich dazu führe, schneller zu falschen Ergebnissen zu kommen.
Strategische Ansätze zur Prozessanalyse verfolgte zuletzt auch das Chocoversum Hamburg, das in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Zukunftszentrum Nord eine KI-Strategie für seine 115 Angestellten entwickelte.
