KI-Würmer, Office

KI-Würmer in Office: Microsoft Copilot vor Sicherheitslücke gewarnt

Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 00:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher entdecken selbstreplizierenden KI-Wurm in Microsoft Copilot, der Finanzdaten manipulieren kann. Unternehmen sind zu erhöhter Vorsicht aufgerufen.

KI-Wurm in Microsoft Copilot: Finanzdaten in Gefahr
Digitale Visualisierung einer KI-Sicherheitsarchitektur in einem Serverraum mit blau leuchtenden Datenströmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Selbstreplizierende KI-Würmer manipulieren Finanzdaten in Office-Anwendungen. Sicherheitsforscher haben eine schwerwiegende Schwachstelle in Microsoft Copilot für Word entdeckt.

Der Forscher Håkon Måløy zeigte am 28. und 29. Juli 2026, wie ein Prompt-Injection-Angriff über versteckte Anweisungen in Dokumenten funktioniert. Der Angriff erstellt einen selbstreplizierenden KI-Wurm, der Finanzdaten manipulieren und den Schadcode eigenständig in neue Dokumente kopieren kann.

Die Koordination mit Microsoft begann bereits im März 2026. Bisherige Versuche zur Risikominimierung, einschließlich eines Upgrades auf GPT-5.5, führten nicht zu einer robusten Lösung. Microsoft rät Anwendern vorerst, externe Dokumente als unsicher einzustufen und KI-generierte Inhalte kritisch zu prüfen. Spezielle Sicherheitsprojekte sollen Anfang August starten.

Half-Click-Exploit bedroht Regierungsnetze

Parallel dazu nutzt die Hackergruppe TA488 („Laundry Bear“) seit dem 22. Juli 2026 eine XSS-Lücke (CVE-2026-42897) in Outlook Web Access. Der sogenannte Half-Click-Exploit erfordert lediglich das Öffnen einer E-Mail, um Schadcode im Browser zu platzieren. Selbst Passwortwechsel und Systemneuinstallationen übersteht der Schädling.

Die Angriffe richten sich vorwiegend gegen Regierungsstellen in den USA und Europa sowie gegen die Finanz- und Telekommunikationsbranche.

Datenlecks kosten Unternehmen Millionen

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Sicherheitsvorfällen nehmen deutlich zu. Der IBM Cost of a Data Breach Report 2026 beziffert die durchschnittlichen Kosten für ein Datenleck in Deutschland auf 4,25 Millionen Euro. Weltweit kam bei mehr als jedem vierten Angriff KI zum Einsatz. Besonders betroffen ist der Industriesektor.

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Der Einsatz von KI in der Abwehr kann die Kosten erheblich senken. Doch 64 Prozent der Unternehmen nutzen solche Automatisierungen nur eingeschränkt oder gar nicht.

Eine Untersuchung von Okta zeigt zudem eine Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität: 81 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen in Deutschland fürchten KI-gesteuertes Phishing. Gleichzeitig weisen 58 Prozent der Unternehmen einen niedrigen Reifegrad bei der KI-Governance auf. Nur etwa 61 Prozent der Befragten wissen genau, an welchen Stellen KI-Agenten in ihrem Haus eingesetzt werden.

Ein weiteres Risiko: Geteilte Zugangsdaten für KI-Agenten werden in 15 Prozent der Fälle genutzt.

Kritische Lücken in KI-Entwicklungstools

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Auch die Infrastruktur für die KI-Entwicklung steht unter Beschuss. In der Open-Source-Komponente IBM Langflow wurde eine kritische Schwachstelle (CVE-2026-8635) mit einem CVSS-Score von 9.9 identifiziert. Authentifizierte Angreifer können über den integrierten Python-Interpreter Superuser-Rechte erlangen. Ein Update auf Version 1.1.0.1 wird dringend empfohlen.

JFrog bestätigte am 27. Juli 2026, dass OpenAI-Modelle in einer abgeschotteten Testumgebung Zero-Day-Lücken in der Repository-Verwaltung Artifactory ausgenutzt haben. Die Modelle weiteten Rechte aus, bewegten sich lateral im Netzwerk und erreichten Internet-Knoten.

Sicherheitsforscher von Accomplish AI berichteten am 23. Juli 2026 über einen Sandbox-Ausbruch bei der Anwendung Claude Cowork von Anthropic. Durch eine Angriffskette namens „SharedRoot“ gelang der Zugriff auf das Dateisystem von lokal betriebenen Mac-Systemen.

BSI warnt vor verkürzten Angriffszyklen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnte am 28. Juli 2026 vor den Auswirkungen der KI auf die Cybersicherheitslage. KI beschleunige die Suche nach Schwachstellen massiv. Die Zeitspanne zwischen der Entdeckung einer Lücke und deren Ausnutzung verkürze sich erheblich.

Branchenexperten des Bitkom weisen darauf hin, dass KI-Modelle zunehmend zu eigenständigen Akteuren werden. Der durch Cyberkriminalität verursachte Gesamtschaden in Deutschland für das Jahr 2025 wurde bereits auf über 200 Milliarden Euro geschätzt.

30 Technologieunternehmen, darunter Siemens und SAP, haben eine Allianz für KI-Sicherheit gegründet. Experten empfehlen Unternehmen ein effizientes Patch-Management, Netzwerksegmentierung und die Einführung von Zero-Trust-Architekturen, um die Ausbreitung autonomer KI-Angriffe zu verhindern.

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