Kiefholzstraße 19/ 20: Kündigung bedroht 50 Ateliers in Berlin
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 13:13 Uhr | Redaktion boerse-global.deRund 50 Kunst- und Kulturschaffende in der Kiefholzstraße 19/20 in Berlin-Alt-Treptow haben Ende September 2026 die Kündigung ihrer Mietverträge zum 31. Dezember 2026 erhalten. Die Kündigungsschreiben wurden am 21. September 2026 und damit einen Tag nach der Berlin-Wahl verschickt.
Wie der Tagesspiegel in einem Bericht vom 24. Oktober 2026 darlegte, erfolgte dieser Schritt für die Betroffenen völlig ohne Vorankündigung. Eigentümerin des betroffenen Atelierhauses ist die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM). Unter den Mieterinnen und Mietern befinden sich Personen, die ihre Ateliers bereits seit über 20 Jahren nutzen.
Streit um Brandschutz und fehlende Gutachteneinsicht
Die Berliner Immobilienmanagement GmbH begründet die Kündigungswelle mit akuten sicherheitsrelevanten sowie baulichen Mängeln. Anlass für diese Bewertung sei ein Brandschutzgutachten gewesen, das nach einem Schwelbrand auf dem Areal erstellt worden sei.
Wer sich mit der Sicherheit von Immobilien befasst, weiß, dass Brandschutzmängel oft weitreichende Konsequenzen haben können. Dieser kostenlose Praxis-Report zeigt, worauf es bei der Gefährdungsbeurteilung wirklich ankommt, und liefert direkt die passenden Vorlagen dazu. Kostenlose Vorlagen zur Gefährdungsbeurteilung herunterladen
Vonseiten der Mieterschaft wird das Ausmaß dieses Zwischenfalls jedoch anders dargestellt. Mieter berichten demnach lediglich von einer verschmorten Steckdose. Zudem kritisierten die Mieter des Atelierhauses Kiefholzstraße, dass ihnen das fragliche Brandschutzgutachten bislang nicht zur Einsicht vorgelegt wurde.
Abstimmung mit Senatsverwaltung und offene Haushaltsfragen
Nach Angaben der BIM wurde die Kündigungsentscheidung nicht eigenmächtig getroffen, sondern erfolgte in direkter Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Kultur. Beide beteiligten Entitäten fallen in den Zuständigkeitsbereich von Finanzsenator Stefan Evers (CDU).
Eine zeitnahe Behebung der von der Immobiliengesellschaft angeführten Mängel steht vorerst nicht in Aussicht. Wie der Rat für die Künste erklärte, seien im aktuellen Landeshaushalt keine finanziellen Mittel für eine umfassende Sanierung des Gebäudes in der Kiefholzstraße vorgesehen.
Den rund 50 Kunst- und Kulturschaffenden droht damit zum Jahresende der Verlust ihrer langjährigen Arbeitsräume, ohne dass Klarheit über die weitere Zukunft des Standorts besteht.
