Massiver Raketenangriff fordert 13 Verletzte in Kiew
21.03.2024 - 17:52:28(Neu: Angaben des russischen MilitÀrs und ukrainischer Medien ergÀnzt)
KIEW (dpa-AFX) - Bei einem massiven nÀchtlichen Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Behördenangaben 13 Menschen verletzt worden. Vier der Verletzten seien in KrankenhÀuser eingeliefert worden, teilte die MilitÀrverwaltung der Millionenstadt am Donnerstag bei Telegram mit. Russland soll bei dem Angriff Marschflugkörper, aber auch Iskander- und moderne Hyperschall-Raketen vom Typ Kinschal eingesetzt haben. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestÀtigte spÀter den Kinschal-Einsatz.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj lobte seinerseits das US-amerikanische Flugabwehrsystem "Patriot". "Die russischen Terroristen haben keine Raketen, welche den Schutz der "Patriot" und anderer moderner Systeme umgehen können", schrieb der Staatschef in sozialen Netzwerken. Gleichzeitig drang er auf die Lieferung neuer Systeme, um die gesamte Ukraine zu schĂŒtzen. "Das ist sehr wohl möglich, wenn die Partner hinreichend politischen Willen zeigen", so Selenskyj.
Nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr hat Russland von strategischen Bombern insgesamt 31 Raketen und Marschflugkörper auf Kiew abgefeuert. Alle seien abgeschossen worden, gab das MilitĂ€r in Kiew an. SchĂ€den seien durch die herabfallenden RaketentrĂŒmmer trotzdem angerichtet worden. Es traf demnach WohnhĂ€user, aber auch einen Kindergarten. Zudem berichteten ukrainische Medien ĂŒbereinstimmend unter Verweis auf Quellen im MilitĂ€rgeheimdienst, dass die "absolute Mehrzahl der Raketen" auf Objekte der Behörde abgezielt hĂ€tten. Moskau hatte zuvor als Ziel der RaketenschlĂ€ge "Entscheidungszentren" der ukrainischen Armee und Kasernen der ukrainischen SpezialkrĂ€fte und auslĂ€ndischer Söldner angegeben.
Russland beschieĂt regelmĂ€Ăig Ziele im Hinterland der Ukraine, zerstört dabei WohnhĂ€user, Objekte der Energie- und Wasserversorgung sowie andere Infrastruktur. AuĂerdem werden Zivilisten getötet oder verletzt. Die Hauptstadt Kiew blieb allerdings zuletzt rund eineinhalb Monate von diesen Attacken verschont.
Aktueller Anlass des GroĂangriffs könnten sowohl die zuletzt verstĂ€rkten ukrainischen Angriffe auf die russische Grenzregion Belgorod als auch eine Drohnenattacke auf den Flugplatz Engels im Wolgagebiet Saratow 500 Kilometer von der Grenze entfernt sein. Auf dem Flugplatz sind strategische Bomber des Typs Tu-95 stationiert, die nun beim Beschuss von Kiew eingesetzt wurden.

