Kinderkrankentage, Frauen

Kinderkrankentage: Frauen nehmen 73 Prozent in Anspruch

Veröffentlicht am: 01.06.2026 um 20:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue AOK-Daten belegen anhaltend ungleiche Verteilung der Kinderkrankentage zwischen MĂŒttern und VĂ€tern in Deutschland.

Kinderkrankentage: Frauen nehmen 73 Prozent in Anspruch Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de
Kinderkrankentage: Frauen nehmen 73 Prozent in Anspruch Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Frauen nehmen 73 Prozent aller Kinderkrankentage in Anspruch – MĂ€nner nur 27 Prozent. Das belegt eine neue Auswertung der AOK fĂŒr das Jahr 2025.

Trotz jahrelanger Debatten um gleichberechtigte Sorgearbeit bleibt die RealitĂ€t in deutschen Familien ernĂŒchternd: Wenn Kinder krank werden, springen ĂŒberwiegend die MĂŒtter ein. Die Analyse von rund 14,9 Millionen AOK-Versicherten zeigt, dass sich an der ungleichen Verteilung kaum etwas geĂ€ndert hat.

Große Unterschiede zwischen den BundeslĂ€ndern

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Besonders traditionell geht es in Bayern zu: Hier nahmen VĂ€ter gerade einmal 23 Prozent der Kinderkrankentage in Anspruch – bundesweit der niedrigste Wert. Sachsen liegt mit 31 Prozent an der Spitze, dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 30 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern fĂ€llt die Bilanz ebenfalls eindeutig aus: 74 Prozent der Tage entfielen auf MĂŒtter, nur 26 Prozent auf VĂ€ter. Immerhin: Ein langsamer Wandel zeichnet sich ab. 2015 lag der MĂ€nneranteil in dem Bundesland noch bei 22,1 Prozent. Im bundesweiten Durchschnitt dauerte eine krankheitsbedingte Auszeit pro Kind ĂŒbrigens 2,5 Tage.

Pandemie-Effekt flaut ab

Die Nutzung der Kinderkrankentage geht seit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie kontinuierlich zurĂŒck. 2025 griffen rund 4,6 Prozent der Anspruchsberechtigten auf das Angebot zurĂŒck. Zum Vergleich: 2024 waren es 4,8 Prozent, im Rekordjahr 2022 sogar 5,1 Prozent.

Besonders deutlich wird der RĂŒckgang in Mecklenburg-Vorpommern: Kamen 2022 noch 93 Krankentage auf 100 Versicherte, sank die Zahl 2024 auf 69 und 2025 weiter auf 60 Tage. In Sachsen-Anhalt nutzten 8,7 Prozent der Berechtigten die Leistung – auch hier ein klarer RĂŒckgang gegenĂŒber den Pandemiejahren.

Was das Gesetz vorsieht – und was sich Ă€ndern mĂŒsste

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Aktuell haben Eltern Anspruch auf 15 Kinderkrankentage pro Jahr und Kind. Alleinerziehende erhalten 30 Tage. Bei mehreren Kindern liegt die Obergrenze bei 35 Tagen pro Elternteil beziehungsweise 70 Tagen fĂŒr Alleinerziehende. Das Kinderkrankengeld erstattet 90 Prozent des Nettoverdienstausfalls, maximal 135,63 Euro pro Tag.

AOK-Vorstandschefin Carola Reimann wĂŒnscht sich ein stĂ€rkeres Engagement der VĂ€ter. Auch Vorstandsmitglied Daniela Teichert fordert eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit.

Die Zahlen lösen Kritik aus. VerbĂ€nde und Politiker bemĂ€ngeln die anhaltende Wirkung traditioneller Rollenbilder. Gefordert werden strukturelle Verbesserungen: mehr Kita-PlĂ€tze und ein garantiertes RĂŒckkehrrecht auf Vollzeit nach Teilzeitphasen. Ob die Politik diese Reformen anpackt? Das dĂŒrfte spannend werden.

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