Krankenstand, Psychische

Krankenstand: Psychische Erkrankungen überholen Infekte erstmals

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 09:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Krankenstand in Deutschland sinkt leicht, doch psychische Erkrankungen überholen Atemwegsinfekte als Hauptursache für Arbeitsausfälle.

DAK-Report: Psychische Leiden nun häufigster Krankschreibungsgrund
Hände eines Sicherheitsingenieurs in blauen Handschuhen, der Maschinenschutzvorrichtungen in einer Fabrik überprüft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Laut DAK-Gesundheit lag er bei 5,3 Prozent – nach 5,4 Prozent im Vorjahreszeitraum. Pro Kopf kamen durchschnittlich 9,6 Krankheitstage zusammen. 2025 waren es im selben Zeitraum noch 9,9 Tage.

Die Auswertung basiert auf den Daten von rund 2,2 Millionen versicherten Beschäftigten. Doch der Blick auf die Ursachen zeigt eine deutliche Verschiebung.

Psychische Erkrankungen überholen Atemwegsinfekte

Erstmals haben psychische Erkrankungen die Atemwegsinfekte als häufigsten Krankschreibungsgrund abgelöst. Mit 184 Fehltagen je 100 Versicherte legte dieser Bereich um neun Prozent zu.

Ganz anders sieht es bei Atemwegserkrankungen aus: Hier gingen die Ausfälle massiv um 21 Prozent auf 175 Fehltage zurück. DAK-Chef Storm fordert angesichts dieser Entwicklung mehr Maßnahmen gegen Langzeiterkrankungen. Er begrüßt Ansätze wie die Teilkrankschreibung und eine verstärkte Präventionsoffensive.

Unfallverhütung bleibt zentral

Parallel zur gesundheitlichen Prävention spielt die technische Sicherheit eine wichtige Rolle. Fachleute verweisen auf die halbjährliche betriebliche Unfallverhütungsprüfung. Sie umfasst systematische Kontrollen in sicherheitskritischen Bereichen.

Im Fokus stehen Hochrisikobereiche: Maschinenschutzvorrichtungen, Lockout/Tagout-Systeme zur Energietrennung und die elektrische Sicherheit. Auch die persönliche Schutzausrüstung und die Notfallausrüstung werden geprüft. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Analyse der Unfallaufzeichnungen der vergangenen sechs Monate.

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Tödlicher Unfall am Semmering

Die Notwendigkeit strenger Sicherheitsvorkehrungen zeigen aktuelle Vorfälle. Am 20. Juli ereignete sich am Semmering-Basistunnel in Niederösterreich ein tödlicher Arbeitsunfall. Beim Rückbau einer Werkstatt stürzten Stahlteile herab. Ein 45-jähriger Arbeiter starb, ein weiterer Mann wurde schwer verletzt.

In der Nacht zum 20. Juli kam es in einem Industriebetrieb in Dannenberg zu einem Gefahrstoffaustritt. Rund 16 Tonnen einer chemischen Substanz traten aus einem Tank aus. Die Feuerwehr war bis in die Morgenstunden im Einsatz. Personen kamen nicht zu Schaden – der Vorfall zeigt aber die Bedeutung funktionierender Notfallkonzepte.

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Lebensrettende Technik am Arbeitsplatz

Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist die Ausstattung mit Defibrillatoren. Moderne automatisierte externe Defibrillatoren (AED) sind so konzipiert, dass auch Laien sie sicher bedienen können. Sie analysieren den Herzrhythmus selbstständig und geben nur bei Bedarf einen Schock ab.

Der sofortige Einsatz in Kombination mit einer Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschancen bei medizinischen Notfällen am Arbeitsplatz erheblich.

Behörden verschärfen Kontrollen

Neben der Arbeitssicherheit rückt auch die Einhaltung sozialversicherungsrechtlicher Standards in den Fokus. Bei einer Großkontrolle der Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Köln und Umgebung am 19. Juli wurden zahlreiche Verstöße festgestellt. Die Beamten kontrollierten Gastronomie und Sicherheitspersonal eines Großkonzerts.

In 45 Fällen registrierten sie Mindestlohnverstöße und Unregelmäßigkeiten bei der Sozialversicherungsmeldung.

Auch die Bafin verschärft die Aufsicht. Sie beanstandete Mängel bei der Helaba im Bereich Geldwäsche-Prävention. Betroffen sind unter anderem die Kundenidentifizierung und die Transaktionsüberwachung. Das Institut muss die Defizite beheben.

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