Krankenversicherung, Familien

Krankenversicherung: Familien entlastet, Pharmaindustrie zahlt mehr

Veröffentlicht am: 06.07.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Sparpaket fĂŒr die Krankenversicherung wird entschĂ€rft: Kinder bleiben lĂ€nger beitragsfrei, die Pharmaindustrie muss höhere AbschlĂ€ge zahlen.

GKV-Reform 2025: Familien entlastet, Pharma-AbschlÀge steigen
Eine abstrakte Darstellung der Gesundheitsfinanzen mit Diagrammen, die Sparmaßnahmen und die Belastung der Pharmaindustrie symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) Ă€ndert ihr umstrittenes Sparpaket fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung kurz vor der Schlussabstimmung. Familien mit Kindern sollen entlastet werden, die Pharmaindustrie muss tiefer in die Tasche greifen.

Familien profitieren von niedrigeren BeitrÀgen

Die grĂ¶ĂŸte Überraschung: Der Beitragssatz fĂŒr die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern sinkt von geplanten 3,5 auf 2,5 Prozent. Das macht den ursprĂŒnglichen Plan fĂŒr viele Paare deutlich gĂŒnstiger.

Auch Eltern können aufatmen. Die kostenlose Mitversicherung fĂŒr Kinder bleibt bis zum vollendeten elften Lebensjahr bestehen. UrsprĂŒnglich wollte das Ministerium diese Grenze bereits bei sieben Jahren ziehen.

Die allgemeinen BeitragssÀtze bleiben bis 2028 stabil bei 17,5 Prozent. Das bedeutet: 14,6 Prozent Basissatz plus 2,9 Prozent Zusatzbeitrag.

Pharmaindustrie zur Kasse gebeten

Die FinanzlĂŒcke von 18,8 Milliarden Euro bis 2027 soll nun vor allem die Pharmaindustrie stopfen. Der Herstellerabschlag auf Medikamente steigt von 7 auf 15,5 Prozent. Ein dynamischer Preisabschlag ist vom Tisch.

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FĂŒr Versicherte bedeutet das: Die Zuzahlungen fĂŒr Medikamente steigen um 50 Prozent. Allerdings entfĂ€llt der geplante automatische Anstieg dieser Kosten in den Folgejahren.

Mehr Geld vom Bund

Die Bundesregierung stockt ihre ZuschĂŒsse auf. FĂŒr 2027 fließen 14,15 Milliarden Euro in die GKV – rund 1,4 Milliarden mehr als ursprĂŒnglich geplant.

Bis 2030 kommen zudem jĂ€hrlich 750 Millionen Euro fĂŒr die BeitrĂ€ge von GrundsicherungsempfĂ€ngern hinzu. Das soll die Kassen langfristig stabilisieren, ohne die Beitragszahler ĂŒbermĂ€ĂŸig zu belasten.

Kritik bleibt – trotz Nachbesserungen

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Die Verabschiedung im Bundestag ist fĂŒr diese Woche geplant, der Bundesrat stimmt am Freitag ab. Doch der Widerstand wĂ€chst.

ÄrzteprĂ€sident Reinhardt bezeichnet die Zusagen fĂŒr Grundsicherungsbezieher als unzureichend. Er fordert einen Aufschub des Pakets und höhere Bundesmittel. KrankenhĂ€user warnen vor Standortschließungen. Und aus der Krankenkassenbranche heißt es: Die Pharmaindustrie werde trotz höherer AbschlĂ€ge immer noch geschont.

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