KrankheitsausfÀlle im Job 2023 auf Höchststand
19.01.2024 - 12:59:15BeschÀftigte fehlten 2023 im Schnitt 20 Tage im Job, wie die Kasse nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Der Krankenstand erreichte abermals die Rekordhöhe von 5,5 Prozent wie bereits 2022. An jedem Tag des vergangenen Jahres waren also im Schnitt 55 von 1000 BeschÀftigten krankgeschrieben.
Kassenchef Andreas Storm sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Auch wenn das Ergebnis nach den ErkĂ€ltungswellen im FrĂŒhjahr und Herbst nicht ĂŒberraschend kommt, ist es fĂŒr die Wirtschaft alarmierend." Die hohen Fehlzeiten beeintrĂ€chtigten ArbeitsablĂ€ufe vieler Betriebe und Behörden, besonders wenn die Personaldecke durch FachkrĂ€ftemangel immer dĂŒnner werde. Dabei seien LangzeitfĂ€lle das gröĂte Problem. Es brauche eine "Offensive fĂŒr das betriebliche Gesundheitsmanagement".
Ausschlaggebend fĂŒr die vielen AusfĂ€lle im vergangenen Jahr seien vor allem Atemwegserkrankungen wie ErkĂ€ltungen, Bronchitis und Grippe gewesen, erlĂ€uterte die DAK am Freitag. Zudem habe es einen Anstieg bei psychischen Erkrankungen gegeben. Der Krankenstand von 5,5 Prozent ist der höchste Wert seit Beginn der Analysen vor 25 Jahren. In den Jahren zuvor hatte er im Bereich von 4 Prozent gelegen.
Die meisten Fehltage gingen 2023 auf ErkĂ€ltungskrankheiten zurĂŒck. Sie verursachten 415 Fehltage je 100 Versicherte. Muskel-Skelett-Erkrankungen wie RĂŒckenschmerzen fĂŒhrten zu 373 Fehltagen je 100 Versicherten und psychische Erkrankungen wie Depressionen zu 323 Fehltagen. Krankschreibungen in Zusammenhang mit dem Coronavirus spielten eine geringere Rolle: Die Zahl der dadurch verursachten Fehltage je 100 Versicherte ging auf rund 51 zurĂŒck, nachdem es 2022 noch 130 Fehltage gegeben hatte. 2021 waren es 22 Fehltage je 100 Versicherte gewesen.
FĂŒr die Analyse wertete das Berliner Iges-Institut Daten von 2,4 Millionen erwerbstĂ€tigen DAK-Versicherten in Deutschland aus.
Fast zwei Drittel der BeschĂ€ftigten hatten im vergangenen Jahr mindestens eine Krankschreibung. Ăberhaupt nicht arbeitsunfĂ€hig gemeldet waren bei der DAK 35,5 Prozent. Betrachtet nach Berufen war der Krankenstand in der Altenpflege (7,4 Prozent) und bei Kita-BeschĂ€ftigten (7 Prozent) besonders hoch - und am niedrigsten in der Informatik und Kommunikationstechnologie mit 3,7 Prozent.
Ăhnliche Entwicklungen gab es bei den Versicherten der KaufmĂ€nnischen Krankenkasse. Hier stieg der Krankenstand um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. Die durchschnittliche Fehlzeit je Fall fiel von 13,1 auf 11,7 Tage - es wurden also mehr kĂŒrzere Krankschreibungen eingereicht. Die Fehlzeiten bewegten sich auf "auf höchstem Niveau": Sie betrugen 2392 Tage pro 100 Mitglieder. Im Vorjahr waren es 2346.
KKH-Arbeitspsychologin Antje Judick sagte laut Mitteilung, es sei wichtig, dass sich BeschĂ€ftigte schĂŒtzten und am Arbeitsplatz geschĂŒtzt wĂŒrden - etwa durch Hygieneregeln, Impfungen oder mehr Arbeit zuhause. HĂ€ufige und lange ArbeitsausfĂ€lle bedeuteten fĂŒr die verbliebenen Kollegen eine starke Zusatzbelastung, wenn sie liegengebliebene Arbeit auffangen mĂŒssten. Es drohe ein Dominoeffekt mit weiteren Krankmeldungen.

