Weniger UnfÀlle auf dem Bau - aber wieder 76 TodesfÀlle
18.06.2024 - 04:09:50Die Zahl der ArbeitsunfĂ€lle auf dem Bau ist im vergangenen Jahr erneut gesunken. Die Zahl der tödlich verunglĂŒckten Menschen blieb konstant bei 76 (2022: 74), wie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) der dpa mitteilte. Die Zahl der ArbeitsunfĂ€lle in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen lag bei 96.153 nach 99.380 ein Jahr zuvor.Â
«Der Trend ist definitiv rĂŒcklĂ€ufig. Nichtsdestotrotz ist die UnfallhĂ€ufigkeit in der Bauwirtschaft deutlich höher als in anderen Wirtschaftszweigen», sagte Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung PrĂ€vention der BG Bau. 2019 gab es noch fast 107.000 ArbeitsunfĂ€lle am Bau.
«Mission Zero» als Ziel
Im Vergleich etwa zur Arbeit im BĂŒro oder in einer Fabrik sind die Situationen auf einer Baustelle immer etwas anders und weniger vorhersehbar - und das steigert die Unfallgefahr. Zudem sind oft groĂe GerĂ€te im Einsatz, gearbeitet wird an sehr hoch- oder auch sehr tiefgelegenen PlĂ€tzen - die KrĂ€fte, die bei einem Unfall wirken, sind entsprechend groĂ. Bei rund 15 Prozent der ArbeitsunfĂ€lle am Bau kommt es zu schweren und schwersten Verletzungen, die mehr als 16 Wochen ArbeitsunfĂ€higkeit zur Folge haben.Â
Immer wieder enden UnfÀlle auch tödlich: Laut BG Bau starben im vergangenen Jahr 76 Menschen bei UnfÀllen am Bau. «Jeder tödliche Unfall ist einer zu viel», sagte Arenz. Die BG Bau verfolge an dieser Stelle die «Mission Zero», also null TodesfÀlle.
Bewusstsein fĂŒr Gesundheit spielt entscheidende Rolle
Bei der Zahl der ArbeitsunfĂ€lle insgesamt wolle man in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren die sogenannte Tausend-Personen-Quote auf unter 40 senken. Die Quote gibt die Zahl der ArbeitsunfĂ€lle je 1000 Arbeiter an. 2023 lag sie bei 44,6. «Die Quote ist nun seit Jahrzehnten zurĂŒckgegangen, sie lag auch mal ĂŒber 100», sagte Arenz.Â
Als wichtigen Grund fĂŒr den RĂŒckgang nannte er die zunehmende Bedeutung von Sicherheit und Gesundheit in der gesamten Gesellschaft. Vielen BeschĂ€ftigten sei der eigene Schutz inzwischen wichtiger, bei der Nutzung von FFP2-Masken auf dem Bau habe etwa auch die Corona-Pandemie einen Schub gegeben.
«Ich wĂŒrde mir wĂŒnschen, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung noch stĂ€rker ausgeprĂ€gt wird», sagte Arenz. Zuletzt hatte die BG Bau die BeschĂ€ftigten vor allem zu mehr LĂ€rmschutz auf Baustellen aufmerksam gemacht. Der Verdacht auf LĂ€rmschwerhörigkeit ist derzeit mit Abstand die hĂ€ufigste Berufskrankheit auf dem Bau.
Weitere Zahlen der BG Bau fĂŒr das Jahr 2023
- Der Anteil an Sturz-, Stolper- und RutschunfĂ€llen ist groĂ und die Folgen oft verheerend. 37 Prozent der tödlichen UnfĂ€lle 2023 hatten laut Statistik mit einem «Absturz» zu tun. Laut Arenz war der Anteil in vorherigen Jahren meist noch gröĂer.Â
- Ein Drittel der Verletzungen auf dem Bau betreffen die HĂ€nde der BeschĂ€ftigten, 17,7 Prozent die FĂŒĂe und Sprunggelenke. Jede zehnte Verletzung betrifft den Kopf.Â
- Die Ausgaben fĂŒr Reha-MaĂnahmen summieren sich laut BG Bau fĂŒr das Jahr 2023 auf fast 800 Millionen Euro. Zudem wurden 1,04 Milliarden Euro fĂŒr Rentenleistungen nach UnfĂ€llen ausgegeben.


