Kritik an Pflege-SparplÀnen weitet sich aus
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 11:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAuch die deutschen Landkreise wandten sich gegen SparplĂ€ne bei den Heimkosten und unterstĂŒtzten SPD-Forderungen nach einem Pflegedeckel. Der Bund dĂŒrfe die Finanzprobleme der Pflegeversicherung nicht zulasten der PflegebedĂŒrftigen und der Landkreise lösen, kritisierte der PrĂ€sident des Landkreistags, Achim Brötel (CDU). "Genau darauf lĂ€uft der bisherige Entwurf an wesentlichen Stellen hinaus," sagte er.
Der CDU-Kommunalpolitiker unterstĂŒtzt deshalb die Forderung nach einer Obergrenze bei den Kosten fĂŒr die Pflege im Heim. "Ein echter Pflegedeckel kann ein wichtiger Teil der Lösung sein", sagte Brötel. "Die Pflegeversicherung muss wieder einen verlĂ€sslicheren Anteil der tatsĂ€chlichen Pflegekosten tragen."
Die Mahnung trifft die Koalition inmitten harter Verhandlungen ĂŒber die ReformplĂ€ne. Am Dienstag war weiter unklar, ob der Gesetzentwurf wie von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) angekĂŒndigt am Mittwoch ins Kabinett eingebracht wird. In verschiedenen Runden wollten Union und SPD weiter nach einer Lösung suchen, wie es aus der Koalition hieĂ.
Was die Reform mit den Kommunen zu tun hat
Enthalten ist in den PlĂ€nen auch der Vorschlag einer zeitlichen Streckung der LeistungszuschlĂ€ge fĂŒr Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Diese ZuschlĂ€ge sollen die immer weiter steigenden Eigenanteile abfedern, da die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten trĂ€gt. Die gestaffelten ZuschlĂ€ge steigen mit der Aufenthaltsdauer. Hier ist eine Streckung geplant, die die Pflegekassen im kommenden Jahr um 2,6 Milliarden Euro entlasten soll, wie es im Entwurf von Linnemanns AmtsvorgĂ€ngerin Nina Warken (CDU) hieĂ, auf dem nun Linnemanns PlĂ€ne basieren.
Die Landkreise sind betroffen, weil das Sozialamt des Kreises einspringt, wenn ein pflegebedĂŒrftiger Mensch und seine Angehörigen die verbleibenden Heimkosten nicht tragen können. "Die Landkreise sind bereits heute faktisch die zweite Pflegekasse", so der Landkreistag. Der bisherige Gesetzentwurf geht demnach von zusĂ€tzlichen Ausgaben der Hilfe zur Pflege fĂŒr 2027 von rund einer Milliarde Euro aus. Angesichts der demografischen Entwicklung drohten jĂ€hrliche Kosten von langfristig rund zwölf Milliarden Euro.
