Kupferpreise, Rohstoffversorgung

Kupferpreis steigt auf 13.000 Euro je Tonne

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Kupfer wird für Stromnetze, Elektroautos, Solaranlagen und Rechenzentren gebraucht. Experten erwarten weiter steigenden Bedarf, während neue Minen nur langsam erschlossen werden und die IEA bis 2035 eine mögliche Versorgungslücke sieht.

Kupferbedarf prägt den Infrastrukturausbau

  • Die Londoner Metallbörse verzeichnet für Kupfer rund 13.000 Euro je Tonne.
  • Die IEA bezifferte die weltweite Nachfrage im vergangenen Jahr auf nahezu 28 Millionen Tonnen.
  • Chile liefert annähernd ein Viertel des weltweit geförderten Kupfererzes.
  • Kupfer kann wieder und wieder recycelt werden. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa
  • In der Aurubis-Hütte in Hamburg wird hochreines Kupfer produziert. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa
  • Panamas Regierung hat das größte Kupferbergwerk des Landes 2023 nach Protesten geschlossen. (Archivbild) - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa
  • Der Netzausbau in China hat laut IEA die Nachfrage nach Kupfer steigen lassen. (Archivbild) - Bild: Hu Huhu/Xinhua/dpa
Kupfer kann wieder und wieder recycelt werden. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa In der Aurubis-Hütte in Hamburg wird hochreines Kupfer produziert. (Archivbild) - Bild: Marcus Brandt/dpa Panamas Regierung hat das größte Kupferbergwerk des Landes 2023 nach Protesten geschlossen. (Archivbild) - Bild: Matias Delacroix/AP/dpa Der Netzausbau in China hat laut IEA die Nachfrage nach Kupfer steigen lassen. (Archivbild) - Bild: Hu Huhu/Xinhua/dpa

Warum Kupfer zum Engpass der Elektrifizierung wird

Die Kupferpreise steigen und steigen: An der Londoner Metallbörse kostet eine Tonne nach Schwankungen inzwischen ungefähr 13.000 Euro. Seit Jahresbeginn entspricht das einem Plus von rund 15 Prozent.

Das Industriemetall wird zugleich für Stromnetze, Elektroautos, Ladesäulen, Batterien, Windkraftanlagen, Solarzellen und Rechenzentren benötigt.

Kupfer leitet Strom und Wärme

Kupfer ist formbar und korrosionsbeständig. Nur Silber leitet Strom und Wärme noch besser, ist aber deutlich teurer.

Generatoren erzeugen mit Kupferspulen Strom, Kupferleitungen transportieren ihn. Auch der Bausektor verwendet das Metall für Wasserrohre, Dachrinnen und Schindeln.

Elektromobilität erhöht den Bedarf

In einem Elektroauto steckt bis zu viermal so viel Kupfer wie in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Zusätzlich wächst der Bedarf durch den Ausbau der Stromnetze.

Die Internationale Energieagentur führt insbesondere den Netzausbau in China als wichtigen Grund für den höheren Kupferbedarf an. Auch der wachsende Stromverbrauch von Rechenzentren erfordert zusätzliche Leitungen und Netzkapazitäten.

Neue Minen kommen nur langsam

Ob die Nachfrage gedeckt werden kann, ist nach Einschätzung der IEA nicht gesichert. Bis 2035 könnte eine Versorgungslücke von 25 Prozent entstehen.

Der durchschnittliche Erzgehalt in Minen ist nach Angaben des Bergbaukonzerns BHP seit 1991 um 40 Prozent gesunken. Neue Bergwerke sind teuer und benötigen mehrere Jahre bis zur Inbetriebnahme.

Chile bleibt wichtigstes Förderland

Die wichtigsten Herkunftsländer für Kupfererz sind Chile, die Demokratische Republik Kongo und Peru. China folgt auf Platz vier; auf Chile entfällt annähernd ein Viertel der Förderung.

Mehr als die Hälfte des produzierten Rohkupfers wird nach Angaben der Internationalen Kupferstudiengruppe in chinesischen Hütten verarbeitet. In Deutschland betreibt Aurubis in Hamburg eine der größten Kupferhütten der Welt.

Reserven und Recycling dämpfen das Risiko

Ein baldiges Ende der Kupfervorräte zeichnet sich nicht ab. Der Geologische Dienst der Vereinigten Staaten schätzt die weltweit als Reserve verfügbaren Mengen auf 980 Millionen Tonnen; eine mehr als doppelt so große Menge ist bereits identifiziert.

Kupfer lässt sich ohne Qualitätsverlust beliebig oft recyceln. Das kann den Bedarf an neuem Erz verringern, beseitigt aber den Druck auf Bergbau und Verarbeitung bei weiter wachsender Nachfrage nicht.

Preise bleiben abhängig von Angebot und Nachfrage

Die Weltbank rechnete in ihrem im April veröffentlichten Rohstoffmarktbericht für 2027 mit einem Preisrückgang um acht Prozent. Als einen Grund nannte sie eine erwartete Produktionssteigerung der indonesischen Grasberg-Mine nach einem tödlichen Erdrutsch im Vorjahr.

Hohe Kupferpreise wirken sich besonders auf Bau- und Netzprojekte aus. Bei Elektrogeräten und Fahrzeugen ist der Anteil des Metalls an den Gesamtkosten meist gering; bei Stromnetzen verteilen sich die Auswirkungen zudem über die lange Nutzungsdauer der Anlagen.

Der Kupferpreis verbindet kurzfristige Marktbewegungen mit einem langfristigen Strukturproblem der Weltwirtschaft. Das Metall wird für Stromnetze, Elektrofahrzeuge, erneuerbare Energien und Rechenzentren benötigt. Damit steigt seine Bedeutung parallel zur Elektrifizierung und zum Ausbau digitaler Infrastruktur.

Die in der Meldung genannten Prognosen unterscheiden sich in ihrer Größenordnung, weisen aber in dieselbe Richtung: Die Nachfrage dürfte bis 2040 deutlich wachsen. Besonders China prägt den Markt, weil das Land sowohl große Mengen verarbeitet als auch den Ausbau seiner Stromnetze und Industrie vorantreibt. Veränderungen bei chinesischer Produktion oder Nachfrage können deshalb weltweit Preise und Lieferketten beeinflussen.

Engpass durch lange Investitionszyklen

Eine mögliche Versorgungslücke bis 2035 wäre vor allem ein Investitions- und Infrastrukturproblem. Neue Bergwerke benötigen hohe Kapitalbeträge, Genehmigungen und mehrere Jahre Vorlauf. Gleichzeitig sinken die Erzgehalte bestehender Minen, wodurch mehr Gestein, Wasser und Energie für dieselbe Metallmenge erforderlich werden.

Für Verbraucher dürften die Folgen indirekt bleiben, solange Kupfer nur einen kleinen Anteil an den Gesamtkosten eines Produkts ausmacht. Im Bau, bei Stromnetzen und großen Industrieprojekten können höhere Preise jedoch die Investitionskosten erhöhen. Recycling kann die Primärproduktion entlasten, ersetzt aber den Bedarf an neuem Kupfer bei wachsender Nachfrage nicht vollständig.

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