US-WAHL / ROUNDUP: Trump bedauert RĂŒckzug aus WeiĂem Haus und Ă€tzt gegen Presse
04.11.2024 - 06:35:03"Wir hatten die sicherste Grenze in der Geschichte unseres Landes, an dem Tag, an dem ich ging. Ich hĂ€tte nicht gehen sollen", sagte Trump in Lititz im US-Bundesstaat Pennsylvania offenkundig mit Blick auf das WeiĂe Haus. Auch die anwesenden Medienvertreter bedachte Trump in seiner Rede - allerdings höhnisch.
"Ich habe diese Glasscheibe hier", sagte der Republikaner mit Blick auf eine Glaswand auf dem Podium. Dieses Konstrukt soll ihn bei Auftritten nach dem Attentat auf ihn im Juli besser vor möglichen Angreifern schĂŒtzen. Dann wandte er sich der anwesenden Presse zu und sagte: "Was wir da drĂŒben haben, sind die Fake News." Unter dem Jubel des Publikums redete Trump weiter: "Und um mich zu kriegen, mĂŒsste jemand durch die Fake News schieĂen. Und das macht mir nicht so viel aus. Es macht mir nichts aus." Trump nennt Medien regelmĂ€Ăig "Feinde des Volkes" und droht unliebsamen Journalisten.
AuszÀhlung der Stimmen könnte sich hinziehen
Trump nutzte seinen Auftritt in Pennsylvania auch, um ohne jeden Beleg Ăngste vor Wahlbetrug zu schĂŒren. Der 78-JĂ€hrige warnte vor einem "Haufen von BetrĂŒgern", die ihm den Wahlsieg bei der Wahl am Dienstag (5. November) streitig machen wollten. "Mit Papierstimmzetteln hĂ€tten Sie die Antwort abends um neun Uhr. Es ist eine verdammte Schande, und ich bin der Einzige, der darĂŒber spricht", wetterte er weiter. Es sollten niemals Maschinen bei der Wahl eingesetzt werden, es dĂŒrfe nur Papierstimmzettel geben. In der Vergangenheit hat Trump Wahlautomaten immer wieder ohne Belege mit Betrug in Verbindung gebracht.
Trumps Stimmungsmache hat System. Es gilt als wahrscheinlich, dass das Ergebnis der US-Wahlen am Dienstag (5. November) nicht in den Stunden nach SchlieĂung der Wahllokale feststehen wird. Besonders die Briefwahlstimmen verzögern den AuszĂ€hlungsprozess in einigen Staaten. In der US-Geschichte gab es hĂ€ufiger Wahlen, bei denen der Sieger erst nach Tagen feststand. Vor vier Jahren schĂŒrte Trump tagelang Falschbehauptungen ĂŒber Wahlbetrug, wĂ€hrend sich die AuszĂ€hlung in mehreren Staaten hinzog.
Trump verstĂ€rkt Behauptungen ĂŒber Wahlbetrug
Noch in der Wahlnacht erklĂ€rte sich der damalige PrĂ€sident zum Sieger- und forderte einen Stopp der StimmauszĂ€hlung, als er vorĂŒbergehendvor seinem Herausforderer Joe Biden lag. Seine Niederlage gesteht er bis heute nicht ein und verbreitet die LĂŒge vom groĂangelegten Wahlbetrug. Sein Feldzug gegen den Wahlausgang gipfelte damals am 6. Januar 2021 im Sturm seiner AnhĂ€nger auf das Kapitol in Washington, den Sitz des US-Kongresses. Es gibt die BefĂŒrchtung, dass Trump auch dieses Mal wieder Ă€hnlich vorgehen könnte und sich wie damals noch in der Wahlnacht selbst zum Sieger erklĂ€ren könnte.
Trump hat in den vergangenen Tagen seine Warnungen vor angeblichem Wahlbetrug noch verstĂ€rkt. Er dĂŒrfte mit den Behauptungen fĂŒr den Fall einer Niederlage gegen seine demokratischen Rivalin Kamala Harris vorsorgen. Im Umfragen liegen die beiden in etwa gleich auf - es deutet sich ein enges Rennen an. Harris und Trump versuchen auf den letzten Metern besonders WĂ€hlerinnen und WĂ€hler in den besonders hart umkĂ€mpften Swing States zu umwerben. Dort gewinnt nicht traditionell immer die Kandidatin oder der Kandidat einer Partei - in den Bundesstaaten gewinnen mal die Republikaner, mal die Demokraten. Sie gelten als wahlentscheidend.
Kampf um jede Stimme
Trump hat am Sonntag ein volles Programm. Am Morgen trat er im Swing State Pennsylvania auf. Eine neue Umfrage der "New York Times" mit dem Meinungsforschungsinstitut Siena College sieht Harris und Trump dort bei jeweils 48 Prozent. Auf Trumps Programm standen auch Veranstaltungen in North Carolina und Georgia. Auch Harris hat einen vollen Terminplan. Am Morgen trat sie in einer Kirche in Detroit im Swing State Michigan auf. "In den nĂ€chsten zwei Tagen werden wir auf die Probe gestellt. Diese Tage werden uns alles abverlangen, was wir haben", mahnte sie. Sie warnt regelmĂ€Ăig davor, dass Trump eine Gefahr fĂŒr die Demokratie sei.
Harris sagte, dass sie per Brief abgestimmt habe. Ihr Heimat-Bundesstaat ist Kalifornien. "Mein Stimmzettel ist auf dem Weg nach Kalifornien", sagte sie der mitreisenden Presse zufolge. In einem Video auf der Plattform X rief sie zur Stimmabgabe auf.
US-Medien berichteten, dass Harris bei Auftritten am Montagabend (Ortszeit) in Philadelphia und Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania gemeinsam mit den KĂŒnstlerinnen Lady Gaga und Katy Perry auf der BĂŒhne stehen wird. Auch US-Talkmasterin Oprah Winfrey wird erwartet. Harris hat die UnterstĂŒtzung zahlreicher Hollywood-Stars und Promis. Ihre bedeutendste UnterstĂŒtzerin aus diesem Kreis dĂŒrfte Megastar Taylor Swift sein.

