Ladungssicherung: Polizei zieht 21 von 65 Lastwagen aus dem Verkehr
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei einer gezielten ĂberprĂŒfung des gewerblichen GĂŒterverkehrs an der Autobahn 1 haben Beamte der Polizei Niedersachsen erhebliche SicherheitsmĂ€ngel festgestellt. An der Rastanlage Wildeshausen-SĂŒd wurden im Rahmen einer Schwerpunktkontrolle zahlreiche Fahrzeuge aufgrund mangelhafter Ladungssicherung oder technischer VerstöĂe vorlĂ€ufig aus dem Verkehr gezogen.
Die Bilanz der polizeilichen MaĂnahmen an der Rastanlage in Fahrtrichtung Bremen verdeutlicht die Relevanz regelmĂ€Ăiger Kontrollen im Transportwesen. Von insgesamt 65 ĂŒberprĂŒften Transportfahrzeugen mussten die Beamten 21 beanstanden. In 12 FĂ€llen war die GefĂ€hrdungslage so gravierend, dass eine direkte Weiterfahrt untersagt wurde.
Mangelhafte Ladungssicherung bei Schwerlasten und Gefahrgut
Ein besonderer Fokus der Kontrolle lag auf der Sicherung schwerer IndustriegĂŒter. Ein Sattelzug, der einen 8 Tonnen schweren PrĂ€zisionslaser geladen hatte, musste die Ladung noch vor Ort nachbessern, bevor die Fahrt fortgesetzt werden durfte. Bei einem weiteren Transport mit 22 Tonnen Flachstahl erhoben die Behörden eine Sicherheitsleistung.
Besondere Brisanz ergab sich bei der Kontrolle eines Transporters, der 12 Tonnen Lackfarben geladen hatte. Da es sich hierbei um Gefahrgut handelte, leiteten die Beamten Anzeigen gegen den Fahrer, das befördernde Unternehmen sowie den zustĂ€ndigen Verlader ein. Einem Bericht vom 11. September 2026 zufolge konnte ein GroĂteil der beanstandeten Ladungen jedoch noch unmittelbar an der Kontrollstelle nachgesichert werden.
GroĂangelegte multinationale Kontrollaktion am Inntal
Die MaĂnahmen in Norddeutschland korrespondieren mit internationalen BemĂŒhungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. An der Kontrollstelle Radfeld an der Inntalautobahn A12 fand am 8. und 9. September 2026 eine multinationale Aktion statt, an der EinsatzkrĂ€fte aus sechs Nationen sowie die EuropĂ€ische Arbeitsbehörde (ELA) beteiligt waren.
Dabei wurden ĂŒber 600 Lastkraftwagen kontrolliert, wobei die PrĂŒfer mehr als 1.600 Ăbertretungen registrierten. Die VerstöĂe gliederten sich wie folgt auf:
* 1.150 VerstöĂe gegen die Sozialvorschriften
* 241 technische MĂ€ngel
* 36 VerstöĂe bei Gefahrguttransporten
* 34 FĂ€lle von Ăberladung
* 5 VerdachtsfÀlle auf Manipulation der Abgasreinigung
Insgesamt untersagten die Behörden in Radfeld 74 Fahrzeugen die Weiterfahrt und nahmen 10 vorlÀufige Kennzeichenabnahmen vor. Zudem wurden 10 Anzeigen an die Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet.
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Schwere ZwischenfÀlle durch technische Defekte
Wie riskant unzureichend gewartete Fahrzeuge sind, zeigte sich am 9. September 2026 am Autobahnkreuz Hermsdorf. In der spĂ€ten Mittwochnacht verlor ein Schwerlasttransporter bei der Ăberfahrt von der A4 auf die A9 ein rund 70 Tonnen schweres BrĂŒckenteil.
Ursache war nach polizeilichen Erkenntnissen eine blockierende Bremse des Sattelaufliegers. WĂ€hrend keine Personen verletzt wurden, kam es zu SachschĂ€den an einem nachfolgenden Pkw und einer stundenlangen Vollsperrung der Ăberfahrt in Richtung Berlin.
Auch Manipulationen an der Abgastechnik beschĂ€ftigen die Behörden zunehmend. Auf der A2 Richtung Hannover stoppte die Polizei Niedersachsen am Morgen des 9. September 2026 einen rumĂ€nischen Transporter wegen erheblicher RuĂentwicklung.
Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass die Abgasreinigungsanlage fehlte, der Dieselpartikelfilter entfernt und Stecker am SteuergerĂ€t abgezogen worden waren. Zudem wurden massive VerstöĂe gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Der Fahrer musste eine Sicherheitsleistung von 1.100 Euro hinterlegen.
Ăberladungen im regionalen Verkehr
Neben dem Fernverkehr stehen auch kleinere Transporteinheiten im Visier der Fahnder. In Duisburg untersagte die Polizei am 9. September 2026 einem Opel Corsa die Weiterfahrt, der einen AnhĂ€nger mit einem aufgeladenen BMW zog. Das Gespann wog insgesamt 2.081 kg, was die zulĂ€ssige AnhĂ€ngelast des Pkw um 1.081 kg ĂŒberschritt. Sowohl gegen den Fahrer als auch gegen den Halter wurden BuĂgelder in Höhe von 190 Euro beziehungsweise 380 Euro verhĂ€ngt.
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In Oldenburg wurde am selben Tag ein Gespann mit Bauschutt gestoppt, das bei einem zulĂ€ssigen Gesamtgewicht des AnhĂ€ngers von 750 kg eine tatsĂ€chliche Last von knapp 1.450 kg aufwies â eine Ăberladung von rund 90 Prozent. Auch hier wurde die Weiterfahrt untersagt und ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Ein Àhnlicher Vorfall ereignete sich im Landkreis Sömmerda auf der B4, wo sich der Kippmechanismus eines AnhÀngers wÀhrend der Fahrt löste, woraufhin das Fahrzeug umkippte. Die Polizei vermutet auch hier eine unzureichende Ladungssicherung als Ursache.
