Angst, Russlands

Angst vor Ölpest: Russlands Schattenflotte beunruhigt OstseelĂ€nder

22.04.2024 - 19:34:14

LĂ€nder wie Schweden wollen aus Angst vor einer möglichen Ölkatastrophe in der Ostsee den Kampf gegen den Einsatz der sogenannten Schattenflotte zur Umgehung von Russland-Sanktionen verschĂ€rfen.

Denkbar wĂ€re es, Sanktionen gegen beteiligte SchiffseigentĂŒmer, Betreiber und Versicherungsgesellschaften aus Nicht-EU-Staaten zu verhĂ€ngen, erklĂ€rte der schwedische Außenminister Tobias Billström am Montag am Randes eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg. Zudem sei eine intensivere Zusammenarbeit mit denjenigen LĂ€ndern möglich, die die Schiffe registriert hĂ€tten oder sie bislang ihre HĂ€fen nutzen ließen.

Russland wird bereits seit langem vorgeworfen, zur Umgehung eines westlichen Preisdeckels fĂŒr russische Ölexporte in Drittstaaten auf Schiffe zu setzen, die nicht in Hand westlicher Reedereien sind oder nicht von westlichen Versicherungen versichert wurden. Billström warnte am Montag, diese Schattenflotte operiere mit Tankern, die kaum seetauglich seien. Ein großes Ölleck infolge einer Havarie könne ernsthafte Auswirkungen auf viele LĂ€nder haben.

Schweden und andere EU-Staaten haben nach Angaben von Billström nun die EuropĂ€ische Kommission und den AuswĂ€rtigen Dienst gebeten, das Thema bei den aktuellen Planungen fĂŒr ein 14. Sanktionspaket wegen des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu berĂŒcksichtigen. Bei ihm soll es nach Angaben aus EU-Kreisen insbesondere um Strafmaßnahmen gegen Akteure gehen, die bereits bestehende Russland-Sanktionen umgehen.

Der Preisdeckel war 2022 zusammen mit einem weitgehenden Importverbot fĂŒr russisches Öl in die EU in Kraft getreten. Er soll Russland eigentlich dazu zwingen, Öl kĂŒnftig fĂŒr höchstens 60 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) an Abnehmer in anderen Staaten zu verkaufen. Nach Angaben von Forschern der Kyiv School of Economics wirkte der Preisdeckel im vergangenen Jahr allerdings zeitweise kaum noch. Ursache sei wahrscheinlich, dass gefĂ€lschte Preisbescheinigungen bereitgestellt wĂŒrden, hieß es. Zudem könne Russland verstĂ€rkt auf die "Schattenflotte" setzen.

Um die Wirksamkeit des Ölpreisdeckels zu verbessern, hatte die EU zuletzt bereits die Überwachungsmaßnahmen und Dokumentationspflichten verschĂ€rft. Damit sollte es fĂŒr Reedereien kĂŒnftig schwerer werden, sich ungestraft an der Umgehung von Russland-Sanktionen zu beteiligen.

@ dpa.de