Joachim Stamp

Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sieht die QuarantĂ€ne in GĂŒtersloh und Warendorf als verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig

24.06.2020 - 11:02:01 | ad-hoc-news.de

Stellvertretender MinisterprĂ€sident von Nordrhein-Westfalen bittet um VerstĂ€ndnis fĂŒr den erneuten Lock-Down in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf.

Joachim Stamp - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen zeigt VerstĂ€ndnis fĂŒr die Reaktion der Menschen in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf, die nach steigenden Infektionszahlen in einen erneuten Lock-Down des öffentlichen Lebens gehen. Der stellvertretende MinisterprĂ€sident Joachim Stamp (FDP) verteidigte in der Sendung „Guten Morgen Deutschland“ gegenĂŒber der RTL-Redaktion die ergriffenen drastischen Maßnahmen mit der anhaltenden Bedrohungslage. Das Virus ist noch lange nicht unter Kontrolle und es wird wiederholte regionale AusbrĂŒche geben, die entsprechende KontaktbeschrĂ€nkungen notwendig machen. Auch wenn es fĂŒr den Einzelnen an die Grenzen der Zumutbarkeit gehe, ist diese Strategie der EindĂ€mmung ohne Alternative. Stamp zeigte sich in Bezug auf die anstehende Urlaubszeit optimistisch. Nach einem Treffen der Gesundheitsminister der LĂ€nder gehe ich derzeit davon aus, dass es zu keiner allgemeinen Urlaubssperre fĂŒr die betroffenen Kreise geben wird. ZunĂ€chst heißt es Ruhe zu bewahren und besonnen zu reagieren, betont der FDP-Politiker. Die Landesregierung steht in stĂ€ndigem Kontakt mit den anderen Landesregierungen und den Gesundheitsministern. Wir werden eine gemeinsame Vorgehensweise anstreben, damit die Einwohner der betroffenen Kreise eine verbindliche Planungsgrundlage erhalten. Eventuell wird es Auflagen bei Aufenthalten in anderen BundeslĂ€ndern geben, schrĂ€nkt Stamp allerdings ein. FĂŒr Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gelten bereits EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Menschen aus den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf. Die DurchfĂŒhrung eines obligatorischen Antikörpertests bei Urlaubsreisen könne eine derartige Auflage sein. Wenn ein zeitnahes negatives Testergebnis vorgewiesen werden könne, stehe einem Urlaub bundesweit nichts mehr im Wege, glaubt der FDP-Landespolitiker.
Der FDP-Minister bekrĂ€ftigt nach dem derzeitigen Stand, dass eine Öffnung von Schulen und Kitas nach den angelaufenen Sommerferien nicht zur Disposition steht. Allerdings könnten unvorhersehbare Entwicklungen zu neuen Regelungen fĂŒhren. Die Entwicklung der Infektionszahlen ist ausschlaggebend fĂŒr die Maßnahmen, die getroffen werden mĂŒssen. Die Entscheidung liegt dann bei den zustĂ€ndigen GesundheitsĂ€mtern.
Auf die Rolle der Tönnies-Unternehmensgruppe angesprochen, Ă€ußerte der Landespolitiker scharfe Kritik an dem Verhalten der Fleischbranche. Das Verhalten des Unternehmens in der Krise ist absolut inakzeptabel und verantwortungslos. Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen wird ihre Konsequenzen aus diesen VorfĂ€llen ziehen, bestĂ€tigt Stamp gegenĂŒber der RTL-Redaktion. Der Konzentrationsprozess in der Fleischbranche hat einen Grad erreicht, der gesellschaftlich kontraproduktiv ist. Die AbhĂ€ngigkeit der Versorgung der Verbraucher und Landwirte von zentralen Großschlachtereien kann nicht in dieser Weise fortgefĂŒhrt werden. Wirtschaftliche Monopole haben in einer liberalen Marktwirtschaft nichts zu suchen. Die Landesregierung wird sich die Fleischbranche ansehen und Konzepte entwickeln, wie eine Dezentralisierung eingeleitet werden kann. Hier gab es in der Vergangenheit Fehler, rĂ€umt der Vize-MinisterprĂ€sident in der Sendung „Guten Morgen Deutschland“ ein.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix

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