Merz und Trump wollen Lösungen bei Ukraine und Zöllen
09.05.2025 - 06:15:03 | dpa.deEs sei ein "bemerkenswert positives, entspanntes und höfliches Telefonat" gewesen, hieĂ es anschlieĂend aus Regierungskreisen.
Das GesprĂ€ch fand am Donnerstagabend zwei Tage nach der Wahl und Vereidigung des Kanzlers im Bundestag statt. Trump habe ihm dazu gratuliert, hieĂ es anschlieĂend von deutscher Seite. Merz habe Trump am 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs versichert, dass die USA ein "unverzichtbarer Freund und Partner Deutschlands" bleiben wĂŒrden.
Ukraine war das Hauptthema
Den gröĂten Teil des 30-minĂŒtigen GesprĂ€chs nahm das Thema Ukraine ein. Die beiden hĂ€tten eine enge Zusammenarbeit mit dem Ziel einer Beendigung des russischen Angriffskriegs vereinbart, erklĂ€rte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Der Kanzler habe die Forderung des PrĂ€sidenten geteilt, dass das Töten in der Ukraine ein rasches Ende finden mĂŒsse. Russland mĂŒsse nun einem Waffenstillstand zustimmen, um Raum fĂŒr Verhandlungen zu schaffen. Trump habe gesagte, dass er die europĂ€ischen FriedensbemĂŒhungen unterstĂŒtzen wolle.
Was den Weg zu einer möglichen Friedenslösung angeht, gibt es zwischen den USA und den europĂ€ischen VerbĂŒndeten aber erhebliche Differenzen. WĂ€hrend Trump die Ukraine zu ZugestĂ€ndnissen an Russland drĂ€ngt, warnen LĂ€nder wie Deutschland, Frankreich und GroĂbritannien vor einem Diktatfrieden.
Beilegung des Handelsstreits angestrebt
Zweites Thema des GesprĂ€chs war der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Trump und Merz seien sich einig gewesen, die Streitigkeiten zwischen den USA und der EU rasch beilegen zu wollen, hieĂ es von deutscher Seite. Eine Lösung ist derzeit aber nicht in Sicht. Erst am Donnerstag hatte die EU-Kommission mitgeteilt, weitere Sonderzölle auf US-Exporte im Wert von bis zu 95 Milliarden Euro fĂŒr den Fall vorzubereiten, dass Verhandlungen mit Washington nicht zu einer Lösung fĂŒhren.
Als Frist fĂŒr eine Lösung gilt derzeit der Monat Juli. In ihm lĂ€uft eine 90-Tage-Frist ab, die Trump fĂŒr Angebote der EU gesetzt hat. Wenn diese ihm nicht ausreichen, will er umfangreiche neue Sonderzölle auf Einfuhren aus der EU erheben lassen. Sie wĂŒrden zu bereits geltenden Sonderzöllen von ihm hinzukommen.
Merz geht auf deutsche Wurzeln Trumps ein
Merz und Trump kannten sich vor dem GesprĂ€ch praktisch gar nicht. Sie waren sich vor vielen Jahren lediglich einmal in New York flĂŒchtig begegnet. Nach Angaben aus den deutschen Regierungskreisen lud Merz Trump nach Deutschland ein. Dabei sei Merz auch auf die deutschen Wurzeln des US-PrĂ€sidenten eingegangen und habe erwĂ€hnt, dass er den Heimatort von Trumps Vorfahren kenne: Kallstadt an der WeinstraĂe in Rheinland-Pfalz. Die GroĂeltern Trumps waren Ende des 19. Jahrhunderts von dort nach New York ausgewandert.
Trump habe signalisiert, dass er sich einen Deutschland-Besuch vorstellen könne. Er war als PrĂ€sident abgesehen von Zwischenstopps auf dem US-StĂŒtzpunkt Ramstein bisher nur zum G20-Gipfel 2017 in Deutschland.
Merz will vor Mitte Juni in die USA
Trump lud Merz seinerseits nach Washington ein. Der Kanzler hat bereits öffentlich erklÀrt, dass er gerne noch vor den Gipfeln der G7 und der Nato im Juni in die USA reisen wolle, also innerhalb der nÀchsten sechs Wochen. Der G7-Gipfel findet Mitte Juni in Kanada statt, der Nato-Gipfel kurz darauf in Den Haag.
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