Lenzing-Umbau, Stellen

Lenzing-Umbau: 400 Stellen fallen, 300 Mio. Kapitalerhöhung geplant

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lenzing schließt zwei europäische Werke, fokussiert auf Vliesstoffe und plant eine Kapitalerhöhung von 300 Millionen Euro zur Finanzierung der Neuausrichtung.

Lenzing: Radikaler Umbau mit Werksschließungen und Kapitalerhöhung
Moderne Produktionsanlagen in einer Faserfabrik, die den industriellen Wandel und die Effizienzsteigerung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der österreichische Faserhersteller startet eine tiefgreifende Neuausrichtung. Das Unternehmen will sich stärker auf Vliesstoffe konzentrieren und das Textilgeschäft umbauen. Dafür fallen zwei Produktionsstandorte in Europa weg.

Standorte in Österreich und Großbritannien betroffen

Die Produktion im österreichischen Heiligenkreuz läuft bis Ende 2026 aus. Das Werk im britischen Grimsby folgt bis Ende 2027. Zudem steht die indonesische Tochter PT South Pacific Viscose zum Verkauf. Die Kernstandorte, besonders der Hauptsitz in Lenzing, sollen gestärkt werden.

Der Personalabbau ist moderat, aber deutlich. Von aktuell rund 8.100 Vollzeitstellen bleiben bis Ende 2027 etwa 7.700 übrig. Allein im ersten Halbjahr 2026 strich Lenzing 267 Stellen – das spart jährlich 25 Millionen Euro.

Milliardenschwere Belastungen und Einsparziele

Der Umbau hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz. Für 2026 erwartet der Konzern Wertminderungen von bis zu 150 Millionen Euro. Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von 40 Millionen Euro drücken zusätzlich auf das Betriebsergebnis.

Anzeige

Der Fall Lenzing zeigt, wie massiv Rückstellungen das Betriebsergebnis beeinflussen können. Dieser kostenlose Report erklärt, wie Sie Ihren steuerlichen Gestaltungsspielraum bei 28 verschiedenen Rückstellungsarten rechtssicher nutzen. Gratis PDF-Leitfaden zu Rückstellungen jetzt anfordern

Die Rechnung geht langfristig auf: Bis 2027 peilt Lenzing jährliche Kosteneinsparungen von 120 Millionen Euro an. 45 Millionen davon waren bereits bekannt. Mittelfristig soll das EBITDA um 150 Millionen Euro steigen, die Marge auf 20 bis 25 Prozent klettern. Der Verschuldungsgrad muss unter das 2,5-Fache des EBITDA fallen.

Kapitalerhöhung sichert die Liquidität

Das Finanzierungspaket hat es in sich: Eine vollständig garantierte Kapitalerhöhung bringt bis zu 300 Millionen Euro. Die Aktionäre stimmen am 25. August 2026 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung ab.

Die Großaktionäre ziehen mit: B&C Gruppe und der brasilianische Partner Suzano halten zusammen 52,25 Prozent und investieren bis zu 156,7 Millionen Euro. Die Oberbank beteiligt sich mit 11,6 Millionen Euro. Ein Bankenkonsortium aus BNP Paribas, UniCredit, Commerzbank und Erste Group garantiert die restlichen Aktien.

Anzeige

Großinvestitionen wie bei Lenzing erfordern eine präzise Liquiditätsplanung – ein Hebel, den auch kleinere Unternehmen durch gezielte Abschreibungen nutzen können. Erfahren Sie im kostenlosen Leitfaden, wie Sie Sonderabschreibungen und die degressive AfA optimal für Ihre Investitionsstrategie einsetzen. Kostenlosen Abschreibungs-Guide hier herunterladen

Dazu kommen neue Kreditlinien über weitere 300 Millionen Euro und verlängerte Verbindlichkeiten bis 2030.

Das Marktumfeld bleibt rau. Der Aktienkurs gab zuletzt nach. Mehr Details zur Geschäftsentwicklung gibt es am 5. August 2026 mit der Quartalsmitteilung. Der Umbau reiht sich ein in eine Restrukturierungswelle der österreichischen Industrie – hohe Energie- und Materialkosten sowie die schwache Konjunktur setzen vielen Unternehmen zu.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69888309 |