Lettlands, PrÀsident

Lettlands PrÀsident dringt auf StÀrkung der Ostgrenze gegen Angriffe

20.08.2025 - 06:09:09

Lettlands StaatsprĂ€sident Edgars Rinkevics dringt auf eine schnellere Befestigung der östlichen EU-Außengrenze seines Landes zu Russland und Belarus.

"Angesichts der Geschehnisse in der Ukraine mĂŒssen wir zumindest in den nĂ€chsten Jahren auf alle Szenarien vorbereitet sein", sagte er bei einem Besuch der Grenze am DreilĂ€ndereck zu Russland und Belarus in der NĂ€he von Zaborje. Dort informierte Rinkevics sich in MilitĂ€runiform zusammen mit Armeechef Kaspars Pudans und Grenzschutz-Leiter Guntis Pujats ĂŒber den Bau eines Grenzzauns und von Beton- und Panzersperren.

"Die Grenze, wie sie heute ist, unterscheidet sich grundlegend davon, wie sie vor zwei Jahren war", wĂŒrdigte Rinkevics die Fortschritte bei der Errichtung der Barrieren entlang der insgesamt rund 400 Kilometer langen Grenze zu Russland und Belarus. Zugleich mahnte er an, dass noch viel zu tun sei. Dies gelte sowohl fĂŒr den Bau des Grenzzauns und dessen Ausstattung mit Sensoren und Überwachungskameras als auch fĂŒr die Errichtung von Beton- und Panzersperren. Auch sprach er sich der Staatschef des baltischen EU- und Nato-Landes fĂŒr eine Ausweitung des Grenzstreifens von 12 auf 42 Meter aus.

Der Bau der physischen Barrieren entlang der Grenze dient der Schaffung der baltischen Verteidigungslinie, mit der Lettland und dessen Nachbarstaaten Estland und Litauen sich vor möglichen Angriffen schĂŒtzen wollen. Die drei LĂ€nder reagieren damit auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Bau steht im Einklang mit den Nato-VerteidigungsplĂ€nen fĂŒr das Baltikum.

Langfristiger Ausbau nötig

Lettland will fĂŒr die StĂ€rkung der Grenze zwischen 2024 und 2028 rund 300 Millionen Euro investieren. Nach Angaben von Rinkevics gestalten sich die Arbeiten an den gefĂ€hrlichsten Abschnitten planmĂ€ĂŸig. Doch mĂŒsse die Enteignung und EntschĂ€digung von Besitzern von GrundstĂŒcken an der Grenze geregelt werden. Das Parlament mĂŒsse sich dazu schnellstens mit einem von der Regierung vorgelegten Gesetz befassen, sagte der lettische PrĂ€sident.

Rinkevics verwies weiter darauf, dass die Grenzsicherung eine Daueraufgabe sei. "Die Grenze muss stĂ€ndig verbessert und weiterentwickelt werden. Dies erfordert kontinuierliche Arbeit und Aufmerksamkeit der Armee und des Grenzschutzes", sagte er. "Ich hoffe, dass diese Vorbereitungen und die zusĂ€tzliche Arbeit - zusammen mit der PrĂ€senz von Nato-Soldaten - jeden potenziellen Angreifer dazu bringen werden, darĂŒber nachzudenken, was er tut oder besser nicht tut."

@ dpa.de