Mehr KfW-Fördermilliarden - auch wegen Heizungsgesetz
05.02.2025 - 11:00:53Bei der politisch umstrittenen Förderung klimafreundlicher Heizungen verzeichnet die staatliche KfW seit Jahresende 2024 deutlich mehr Nachfrage. Bis Ende Dezember seien Zusagen fĂŒr 227.000 ZuschussantrĂ€ge vor allem fĂŒr WĂ€rmepumpen mit einem Gesamtvolumen von rund 3,3 Milliarden Euro erteilt worden.Â
Die Nachfrage im Bereich Heizungsförderung hÀlt im neuen Jahr unvermindert an, wie der Vorstandsvorsitzende der Förderbank, Stefan Wintels, in Frankfurt berichtete: Zum 31. Januar 2025 habe sich die Zahl der ZuschussantrÀge weiter auf etwa 248.000 erhöht - Gesamtvolumen: rund 3,6 Milliarden Euro. Das Heizungsgesetz werde gut angenommen, sagte Wintels.
Union will Habecks Heizungsgesetz abschaffen
Die noch amtierende Bundesregierung will mit dem Heizungsgesetz â offiziell GebĂ€udeenergiegesetz â den Einbau klimafreundlicher Heizungen fördern und den Austausch alter Gas- und Ălheizungen vorantreiben. Die von Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) auf den Weg gebrachte Fassung des Gesetzes gilt rĂŒckwirkend seit 1. Januar 2024. Die Union hat wiederholt angekĂŒndigt, das reformierte Heizungsgesetz wieder abschaffen zu wollen.
«Klar ist, dass zu bezahlbarem Wohnraum auch bezahlbare Heizung gehört. Es gibt unheimliche viele Menschen, die heute schon kĂ€mpfen, ihre Heizungsrechnung zu bezahlen», sagte das fĂŒr das KfW-InlandsgeschĂ€ft zustĂ€ndige Vorstandsmitglied Katharina Herrmann. «Allein vor dem Hintergrund wird dieses Thema nicht verschwinden. Und die Ăl- und Gaskosten werden tendenziell eher steigen als sinken. Also der Druck, hier zu unterstĂŒtzen, der wird unabhĂ€ngig von Regierungskoalitionen weiter bestehen.»
Mehr Fördergelder der KfW
Der Schub bei Heizungsförderungen im Schlussquartal trug auch dazu bei, dass die Fördersumme der von Bund und LĂ€ndern getragenen KfW letztlich doch noch den Wert von 2023 ĂŒbertraf: Insgesamt reichte die KfW Bankengruppe im vergangenen Jahr 112,8 Milliarden Euro frische Fördergelder aus und damit etwas mehr als ein Jahr zuvor (111,3 Mrd Euro). Nach neun Monaten hatte die Fördersumme noch deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen.
Im neuen Jahr will die KfW mindestens 500 Millionen Euro aus eigenen Mitteln einsetzen, um die Konditionen von Förderprodukten fĂŒr Kundinnen und Kunden zu verbessern. Dies sei der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren.Â
Das Institut versorgt im traditionellen FördergeschĂ€ft MittelstĂ€ndler, Hausbauer und Studierende mit zinsgĂŒnstigen Krediten. Hinzu kommen Export- und Projektfinanzierung, die Förderung von Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern und die Tochter KfW Capital fĂŒr Investments in Start-ups.
Fokus auf Wirtschaftsstandort Deutschland
«Wir werden in den kommenden Jahren unsere AktivitĂ€ten noch genauer daraufhin ĂŒberprĂŒfen, ob sie Impulse fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit Deutschlands setzen», kĂŒndigte KfW-Chef Wintels an. «Wir benötigen eine Investitionsoffensive in unsere Infrastruktur und Bildung, einen BĂŒrokratieabbau sowie deutlich verbesserte regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen.»
Welche Vorgaben die KfW von einer neuen Bundesregierung bekommt, ist ungewiss. «Verbindliche Aussagen ĂŒber die Mittelausstattung im Jahr 2025 kann ich jetzt noch nicht treffen», sagte Wintels.Â
Wer zum Einbau einer neuen Heizung eine Förderzusage der KfW hat, muss sich aber keine Sorgen machen, wie die Förderbank betont: Das Geld kommt - ganz egal, wie in Berlin die Weichen beim Heizungsgesetz gestellt werden.







