Liberaler und Konservativer bei Wahl in Polen fast gleichauf
18.05.2025 - 23:35:35 | dpa.deErste Prognosen sahen den liberalkonservativen Kandidaten Rafal Trzaskowski aus dem Regierungslager von Donald Tusk knapp vorn mit 30,8 Prozent der Stimmen. Karol Nawrocki von der nationalkonservativen PiS erhielt demnach 29,1 Prozent. Da keiner der beiden im ersten Anlauf die nötige absolute Mehrheit erhielt, ist ein zweiter Wahlgang nötig.
Dritter wurde Slawomir Mentzen von der rechtsextremen Konfederacja mit 15,4 Prozent. Auf dem vierten Platz landete der ebenfalls rechtsextreme Grzegorz Braun mit 6,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag Prognosen zufolge bei 66,8 Prozent. Das amtliche Endergebnis wird nicht vor Montagabend erwartet.
Die knapp 29 Millionen Wahlberechtigten waren aufgerufen, einen Nachfolger fĂŒr den aus dem Amt scheidenden Andrzej Duda zu wĂ€hlen. Die Abstimmung gilt als Richtungswahl fĂŒr das EU- und Nato-Land Polen. Der proeuropĂ€ische Regierungschef Donald Tusk braucht einen Sieg seines Kandidaten Trzaskowski, um Reformprojekte voranzubringen. Der bisherige PrĂ€sident Duda, der aus den Reihen der PiS stammt, hatte diese mit seinem Veto gebremst.
Trzaskowski sagte am Wahlabend: "Ich garantiere eine gute Zusammenarbeit mit der Regierung, denn unser Land braucht Ruhe und keine Konflikte." Nawrocki sagte vor AnhÀngern in seiner Heimatstadt Danzig, er wolle verhindern, dass in Polen eine Partei das Machtmonopol erhalte. "Wir sind hier und wir werden gewinnen."
In Polen amtiert der PrĂ€sident fĂŒnf Jahre. Das Staatsoberhaupt hat mehr Befugnisse als der BundesprĂ€sident in Deutschland. Er reprĂ€sentiert das Land nicht nur nach auĂen. Der PrĂ€sident hat auch Einfluss auf die AuĂenpolitik, er ernennt den Regierungschef sowie das Kabinett und ist im Kriegsfall Oberkommandierender der polnischen StreitkrĂ€fte.
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