Deutschland, International

Trotz Iran-Kriegs: Exporte wachsen vierten Monat in Folge

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 09:15 Uhr, dpa.de

Lichtblick für die deutsche Wirtschaft: Die deutschen Exporte legen im Mai erneut zu – vor allem dank eines starken US-Geschäfts. Zum Risiko könnte allerdings der neu aufgeflammte Iran-Krieg werden.

  • Die deutschen Exporteure erleben gerade wieder bessere Zeiten. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
    Die deutschen Exporteure erleben gerade wieder bessere Zeiten. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa
  • Straße von Hormus: Von der Lage in der Meerenge hängt der globale Ölpreis ab. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
    Straße von Hormus: Von der Lage in der Meerenge hängt der globale Ölpreis ab. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa
Die deutschen Exporteure erleben gerade wieder bessere Zeiten. (Archivbild) - Bild: Christian Charisius/dpa Straße von Hormus: Von der Lage in der Meerenge hängt der globale Ölpreis ab. (Archivbild) - Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa

Trotz Belastungen durch den Iran-Krieg sind die deutschen Exporte im Mai den vierten Monat in Folge gestiegen. Dank eines starken Geschäfts mit den USA wuchsen die Ausfuhren kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent auf 137,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Zum Vorjahresmonat Mai 2025 stand ein Plus von 6,1 Prozent. Ökonomen schöpfen mit den Zahlen Hoffnung für die schwächelnde deutsche Wirtschaft.

Die meisten deutschen Exporte gingen im Mai erneut in die USA. Dorthin wurden Waren im Wert von 14,1 Milliarden Euro exportiert, fast ein Viertel (23,1 Prozent) mehr als im April. Gemessen am Vorjahresmonat waren die Exporte gut 15 Prozent höher.

«Für die deutsche Wirtschaft war der Mai ein guter Monat», sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. «Die vielerorts befürchtete wirtschaftliche Delle im zweiten Quartal dürfte ausbleiben.»

Die üppigen Exportzuwächse in die USA sollten aber nicht als Trendwende im transatlantischen Handel verstanden werden, meint er. «Die Handelshemmnisse haben sich mit den Trump'schen Zöllen erhöht, gleichzeitig verlagern viele Unternehmen ihre Produktion direkt in die USA.» Damit werde das Exportvolumen über den Atlantik nachhaltig geringer sein.

Europa-Geschäft schwächelt

Im Mai wuchsen nicht nur die Exporte in die USA, sondern auch nach China - und zwar um 7,1 Prozent gegenüber April auf 6,2 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach Großbritannien nahmen leicht auf 6,7 Milliarden Euro zu. Dagegen schrumpfte das wichtige Europa-Geschäft: In die EU-Staaten wurden im Mai Waren im Wert von 78,3 Milliarden Euro exportiert, 1,1 Prozent weniger als im April.

Den insgesamt gestiegenen Exporten standen Importe im Wert von 118,8 Milliarden Euro im Mai gegenüber. Zum Vormonat April sanken sie um 2,5 Prozent, während sie im Jahresvergleich um 6,9 Prozent wuchsen.

Die meisten Importe kamen erneut aus China: Von dort wurden Waren im Wert von 15,1 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt, zwei Prozent mehr als im April. Die Importe aus den USA stiegen um 11,5 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

In der deutschen Außenhandelsbilanz stand damit insgesamt unterm Strich ein Überschuss von 19,1 Milliarden Euro, deutlich mehr als im April (14,7 Mrd. Euro).

Risiko Iran-Krieg

Als Bedrohung für die deutschen Exporteure könnte sich der wiederaufgeflammte Iran-Krieg erweisen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch den vorläufigen Waffenstillstand für nichtig erklärt und erneut Ziele im Iran angreifen lassen. In der Folge zogen die Ölpreise an. Höhere Transportkosten treffen die Exportnation Deutschland besonders.

Der Iran-Krieg bremst die ohnehin schwächelnde deutsche Wirtschaft. Der Sachverständigenrat («Wirtschaftsweisen») erwartet nur ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr. Gestiegene Energiepreise und eine erhöhte Inflation verunsichern Verbraucher, höhere Spritpreise treiben die Kosten von Pendlern und Unternehmen in die Höhe.

de | wirtschaft | 69729018 |

Weitere Meldungen

Starkes US-Geschäft: Exporte steigen vierten Monat in Folge. Dagegen läuft es in einem anderen wichtigen Markt schlechter. Lichtblick für die Konjunktur: Die deutschen Exporte legen im Mai überraschend erneut zu – vor allem in die USA. (Wirtschaft, 09.07.2026 - 08:42) weiterlesen...

Juni war der wärmste in Westeuropa seit Aufzeichnungsbeginn. Neue Daten zeigen nun: Auch der Juni in Westeuropa zeigt einen Rekord. Die Hitzewelle Ende Juni brach viele Temperaturrekorde. (Wissenschaft, 09.07.2026 - 04:00) weiterlesen...

Zverev dominiert Angstgegner: Zwei Siege zum Triumph. Das Duell wird eine überraschend klare Angelegenheit. Nun ist das Finale zum Greifen nah. Deutschlands bester Tennisspieler tritt in seinem Wimbledon-Viertelfinale gegen einen Angstgegner an. (Sport, 08.07.2026 - 18:36) weiterlesen...

Zverev zieht mit Sieg gegen Angstgegner ins Halbfinale ein. Mit einem so glatten Viertelfinalsieg war nicht zu rechnen. Deutschlands bester Tennisspieler glückt in Wimbledon der nächste Schritt zum erhofften zweiten Grand-Slam-Titel. (Sport, 08.07.2026 - 18:29) weiterlesen...

Erst Krawall, dann Liebe: Trump mischt den Nato-Gipfel auf. Aber Trump ist auf Krawall aus. Am Ende zeigt er sich doch noch versöhnlich. Kanzler Merz beschwört beim Nato-Gipfel den guten «Geist von Ankara». (Ausland, 08.07.2026 - 17:45) weiterlesen...

IWF rechnet mit noch schwächerem Wachstum in Deutschland. Der Internationale Währungsfonds senkt deswegen erneut seine Erwartungen für Deutschland. Die Blockade der Straße von Hormus führt zu hohen Spritpreisen und steigender Inflation. (Wirtschaft, 08.07.2026 - 15:01) weiterlesen...