Lieferketten-Risiken, Drittanbieter-Management

Lieferketten-Risiken: 64% lagern Drittanbieter-Management aus

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Yang Ming und PSA International vereinbaren Zusammenarbeit für emissionsarme Logistik. Parallel wächst der Druck auf Governance-Strukturen weltweit.

Yang Ming und PSA: Partnerschaft für grünere Schifffahrt
Ein großes Containerschiff, die Antonia Maersk, wird in einem geschäftigen Hafen mit Bioethanol betankt, um nachhaltigen Transport zu symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am heutigen Montag unterzeichneten die beiden Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung, um emissionsarme Lösungen in der maritimen Logistik voranzutreiben. Parallel dazu wächst der Druck auf Aufsichtsräte und Compliance-Strukturen weltweit.

Grüne Allianzen auf See und an Land

Die Kooperation zwischen dem taiwanesischen Schifffahrtskonzern Yang Ming und dem Hafenbetreiber PSA International zielt auf eine Kombination aus alternativen Kraftstoffen und elektrifizierten Terminalbetrieben ab. Ein digitales „Book-and-Claim“-Verfahren soll nachhaltige Transporte für Kunden nachvollziehbar machen.

Yang Ming hat seine CO?-Intensität bis Ende 2025 bereits um 63,32 Prozent gegenüber 2008 gesenkt. Jetzt setzt das Unternehmen auf gemeinsame Inset-Token, um die Dekarbonisierung messbar zu machen. Die Schifffahrt steht vor einem grundlegenden Wandel – und die Branche sucht nach schnellen, skalierbaren Lösungen.

Bioethanol als Brückentechnologie

Erst vor wenigen Tagen zeigte sich, wie konkret die Umstellung bereits ist. Am 15. Juli bunkerte Repsol im Hafen von Barcelona rund 2.800 Tonnen Bioethanol an das Containerschiff Antonia Maersk – die erste Betankung dieser Art im Mittelmeerraum.

Maersk betreibt derzeit 23 methanoltaugliche Schiffe und testet Ethanol als Übergangslösung. Zeitgleich startete der dänische Reederei-Riese heute einen spezialisierten Transportdienst für Lithium-Ionen-Batterien in Nordamerika. Sicherheit und Compliance stehen dabei im Vordergrund.

Die Lücke im Risikomanagement

Doch so schnell die Technologie voranschreitet – beim Management von Drittanbieterrisiken hakt es gewaltig. Marktanalysen zeigen: 64 Prozent der Unternehmen lagern diese Aufgaben außerhalb der IT, etwa in Rechts-, Finanz- oder Einkaufsabteilungen.

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Nur die Hälfte nutzt ein dediziertes TPRM-System. Dabei planen 96 Prozent der Firmen, ihr Lieferanten-Ökosystem weiter auszubauen. Ein gefährlicher Widerspruch? Wer seine Zulieferer nicht im Griff hat, gefährdet die gesamte Lieferkette.

Governance unter Beschuss

In Südafrika eskalieren derweil die Governance-Konflikte. Die Public Servants Association fordert vom Finanzministerium Aufklärung über die ausbleibende Reformumsetzung bei der Public Investment Corporation. Der CEO wurde nach umstrittenen Zahlungen suspendiert, mehrere Vorstandsmitglieder traten zurück.

Die Gewerkschaft pocht auf lückenlose Kontrolle. Der Fall zeigt: Nachhaltigkeit endet nicht beim CO?-Ausstoß – sie beginnt bei sauberen Strukturen im Führungsgremium.

Deutsche Flagge im Aufwind

Zurück auf See: Immer mehr Reedereien kehren unter die deutsche Flagge zurück. Rund ein Dutzend Unternehmen führt nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie Gespräche über eine Umflaggung. Ende Juni waren 395 Schiffe unter deutscher Flagge registriert.

Tailwind Shipping Lines etwa plant, ein Schiff bis Mitte 2028 von portugiesischer auf deutsche Flagge umzuschreiben. Ein klares Signal für den Standort Deutschland.

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Hauptversammlung in Döbeln

Auch auf Aktionärsebene tut sich etwas. Die B-A-L Germany AG hat für den 28. August eine ordentliche Hauptversammlung in Döbeln einberufen. Neben der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat steht die Wahl eines neuen Abschlussprüfers auf der Tagesordnung. Anmeldeschluss für Aktionäre: der 25. August.

Derweil bleibt die Debatte um verbindliche Frauenquoten in Aufsichtsräten präsent. Bereits 2012 hatte der Bundesrat eine entsprechende Gesetzesinitiative beschlossen. Heute fordern zivilgesellschaftliche Akteure wie das Forum Fairer Handel zudem stärkere menschenrechtliche Sorgfaltspflichten – ein Thema, das nach der Rana-Plaza-Katastrophe neue Dringlichkeit gewonnen hat.

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