Linnemann: 'SozialvertrĂ€gliche ZuschĂŒsse' statt Pflegedeckel
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 22:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Nein, der geht nicht in die Kommission", sagte der CDU-Politiker dem "Heute Journal" des ZDF auf eine Frage nach diesem SPD-Wunsch. "Also ein Deckel ist ja hochgradig gefÀhrlich auch, das muss man einfach so sagen."
Linnemann argumentierte, dass der SPD-Vorschlag fĂŒr Betroffene nur "vielleicht 300 Euro" spare - bei einem Eigenanteil von mehr als 3.000 Euro. Zudem Ă€uĂerte er die Sorge, dass eine Deckelung dazu fĂŒhren könnte, dass "die Kosten weiter ausarten", weil Anbieter die Preise erhöhen. Stattdessen kĂŒndigte der Minister an: "Wir werden an das Thema rangehen, indem wir sozialvertrĂ€gliche LeistungszuschĂŒsse einfĂŒhren."
Er verwies damit auf die 2022 eingefĂŒhrten LeistungszuschlĂ€ge fĂŒr Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen. Diese sind nach Aufenthaltsdauer im Heim gestaffelt und sollen die immer weiter steigenden Eigenanteile abfedern. Er nannte es mit Blick auf die Kommission als Auftrag, "dass man diese ZuschĂŒsse sozialvertrĂ€glich gestaltet".
SPD pocht auf Pflegedeckel
Die SPD hatte dagegen den von ihr vorgeschlagenen Pflegedeckel explizit als Teil des Programms fĂŒr die Kommission genannt. "Die Pflegekommission hat nun den Arbeitsauftrag, innerhalb der nĂ€chsten Wochen konkrete Ergebnisse fĂŒr eine strukturelle Reform vorzulegen, ausdrĂŒcklich auch einen verfassungskonformen Strukturausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung", teilte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt mit. "Ebenso einen Pflegedeckel, der PflegebedĂŒrftige und ihre Familien wirksam vor immer weiter steigenden Eigenanteilen schĂŒtzt."
Die SPD hatte gefordert, den Eigenanteil fĂŒr die reinen Pflegekosten auf 1.500 Euro zu begrenzen. Dieser lag im Juli durchschnittlich bei 1.775 Euro monatlich - inklusive Kosten fĂŒr Unterkunft, Verpflegung und Investitionen mussten Betroffene oder Angehörige im Schnitt aber 3.364 Euro zahlen.
"So was gehört hinter geschlossene TĂŒren"
Das schwarz-rote Kabinett hatte am Mittwoch eine erste Reform beschlossen, um akute Finanzprobleme der Pflegeversicherung zu lindern. FĂŒr eine zweite gröĂere Strukturreform, die bis zum kommenden Sommer umgesetzt werden soll, soll nun eine Kommission VorschlĂ€ge erarbeiten.
Linnemann rĂ€umte auf Nachfrage ein, dass die Regierung wegen des ĂŒber das Wochenende öffentlich gewordenen Koalitionsstreits um das Thema kein gutes Bild abgegeben hat. "So was gehört hinter geschlossene TĂŒren. Und darĂŒber haben wir intern auch sehr klar gesprochen", sagte er. Er hob zugleich hervor, dass die Regierung zusammengefunden habe: "Wenn Sie mir am Freitag gesagt hĂ€tten, dass wir sechs Milliarden Euro jetzt einsparen in diesem System, hĂ€tte ich Ihnen nicht geglaubt. Das ist schon ein groĂer Schritt, den wir hier gemacht haben."
